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»Gefahr liegt in der vermeintlichen Leichtigkeit«

Artikel vom 05.02.2010 - 09.45 Uhr

»Gefahr liegt in der vermeintlichen Leichtigkeit«

(jms) Wer den Spielerinnen des TV 05 Mainzlar am vergangenen Sonntag nach dem Sieg über den SV Allensbach ins Gesicht blickte, konnte eine große Erleichterung feststellen. Lächelnd liefen die ZweitligaHandballerinnen über das Parkett der Sporthalle der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar. Doch während der treffsichere Neuzugang Martina Halasova den Blick bereits in die Richtung der oberen Tabellensphären richtete, pfeift das Trainergespann Dr. Jürgen Gerlach und Eckhard Weber das Team vor dem Auswärtsspiel beim Tabellenschlusslicht TV Beyeröhde (Samstag, 18 Uhr/Wuppertal) zurück. »Die Gefahr liegt in der vermeintlichen Leichtigkeit der Aufgabe«, meint Weber.
»Für uns wird das ein ganz schwieriges Spiel, das wir unbedingt gewinnen müssen, um uns von unten abzusetzen. Jeder erwartet von uns einen Sieg. Das erhöht den Druck ungemein«, ergänzte der Mainzlarer Co-Trainer.

Gerade nach dem starken Auftakt in das aktuelle Handballjahr müssten die Mainzlarerinnen mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen ins Bergische Land fahren. Zwei Siege in der Liga, ein Pokalerfolg und ein Auswärts-Unentschieden in Zwickau – die Bilanz des TVM liest sich nach dem holprigen Hinrundenabschluss gut. Aber auch Teams wie Allensbach und Zwickau punkteten zuletzt, was zur Folge hat, dass sich die Gerlach-Truppe noch immer nicht gänzlich in sicheren Gefilden befindet und den Relegationsplatz »nach unten« weiter fürchten muss. »Auch deshalb stehen wir unter Druck«, meinte Weber.

Bei den Gastgeberinnen hängt der Haussegen trotz der schlechten Bilanz von nur zwei Punkten aus den bisherigen 15 Begegnungen nicht schief – ganz im Gegenteil. Die Verantwortlichen des Klubs, der schon im vergangenen Jahr nur in der Liga blieb, weil ein Aufsteiger das Unternehmen 2. Bundesliga nicht angehen wollte, verlängerten kürzlich erst den Vertrag mit dem jungen Trainer René Baude. Dass der Coach weitermachen darf, liegt auch daran, dass die Mannschaft sich trotz der trostlosen Situation und des wohl bevorstehenden Abstiegs nicht hängen lässt. Spielerinnen wie Ilka Held oder Anna Disselhoff weisen noch immer eine gute Trefferquote auf. Zudem gibt es beim Tabellenletzten auch im Sommer keinen Ausverkauf. Leistungsträgerinnen wie Disselhof und die seit 16 Jahren im Verein spielende Linksaußen Domi Karger haben bekannt gegeben, definitiv ihrem Klub treu zu bleiben.

Karger versuchte, einen Grund für den Misserfolg zu nennen: »Wir hatten ja ursprünglich für die Regionalliga geplant und sind überraschend in der zweiten Liga gelandet.« Gerade für die jungen Akteurinnen im Kader war der Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse mehr als nur ein Sprung ins kalte Wasser.

Während Beyeröhde sich bereits auf die Regionalliga einstellt, wird in Mainzlar wieder (oder noch immer) von der ersten Bundesliga geträumt. Zwar werden die Trainer in dieser Saison kaum den Aufstieg als Ziel ausgeben. Doch perspektivisch ist die Rückkehr in die Eliteklasse fest eingeplant. Zunächst muss die Grundlage dafür gelegt werden – und die heißt zunächst einmal Klassenerhalt. Weber gibt sich optimistisch: »Wenn wir gut in unser Gegenstoßspiel kommen, sehe ich gute Möglichkeiten, dort zu gewinnen. Dann wäre das Thema Abstieg wohl erst einmal erledigt. In Anbetracht der Tatsache, dass wir in den kommenden Wochen ein schweres Programm vor uns haben, ist ein Sieg in Wuppertal sehr wichtig.« Da am Wochenende mit Metzingen und Zwickau die Teams aufeinandertreffen, die in der Tabelle direkt über und unter dem TVM rangieren, winkt bei einem Erfolg sogar ein kleiner Sprung nach oben.

In personeller Hinsicht kann Mainzlar aus dem Vollen schöpfen. Negativ zu bewerten in der ablaufenden Woche ist höchstens die Tatsache, dass aufgrund der Wetterlage die im Aschaffenburger Raum ansässigen TVM-Akteurinnen nicht am Mannschaftstraining teilnehmen konnten und zu Hause trainierten. »Mit den Spielerinnen aus dem hiesigen Gebiet individuell zu trainieren, hatte aber auch etwas Positives«, erklärte Weber, der insgeheim wohl darauf hofft, dass aus dem guten Jahresauftakt mit einem Sieg gegen Beyeröhde und einer erfolgreichen Partie gegen Nellingen in der nächsten Woche vielleicht doch noch eine Aufholjagd auf die Playoff-Plätze wird.

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Artikel vom 05.02.2010 - 09.45 Uhr
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