Die MSG Linden kommt nicht aus dem Tabellenkeller der Handball-Landesliga Mitte derr Männer heraus, die HSG Wettenberg hat sich derweil wieder auf den fünften Platz vorgeschoben. Vor 250 Zuschauern in der Stadthalle Linden setzte sich die HSG Wettenberg am Sonntag im Mittelhessen-Derby beim mit 1:15 Punkten weiter sieglosen Schlusslicht MSG Linden klar mit 33:25 (18:11) durch.
AUS DER DISTANZ nimmt Nico Piazzolla (19 / MSG Linden) Maß gegen die HSG Wettenberg um Timo Stephan (13). (Foto: Friedrich)
(vk)
Wettenberg hatte einen Blitzstart und legte eine 6:1-Führung vor. Linden stellte dann die Abwehr auf eine 5:1-Formation um und kämpfte sich in der 18. Minute auf 8:10 heran. Beim 9:11 (22.) waren die Hausherren wieder bis auf zwei Tore heran gekommen, ehe Björn Weber nach einem Foulspiel die Rote Karte erhielt (23.).
Da Lindens Torjäger Nico Piazzolla einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, denn ihm gelangen lediglich zwei Siebenmetertore, und Björn Weber fortan draußen war, fehlten MSG-Trainer Dirk Langsdorf zwei seiner besten Rückraumspieler. Den gleichfalls »rotgefährdeten« Piazzolla schützte Langsdorf und nahm ihn ebenfalls weitgehend aus der Partie. Da auch Lars Müll mit nur einem Tor nicht zu seiner Form fand, war auch die Achse Rückraum/Kreis praktisch nicht mehr vorhanden.
Die HSG Wettenberg, ohnehin favorisiert in die Partie gegangenen, nutzte diesem Umstand eiskalt aus und setzte sich bis zum Pausenpfiff bereits vorentscheidend auf 18:11 ab. Gastgeber-Trainer Dirk Langsdorf setzte nach dem Wechsel vermehrt junge Leute ein, um diese mit ihren Aufgaben wachsen zu lassen. Beim 13:24 (36.) lag Gastgeber MSG Lindem schon mit elf Treffern in Rückstand.
»Wettenberg war die bessere, aggressivere und schnellere Mannschaft«, lobte Lindens Trainer den Gast. Bei Linden zeigten Sascha Hofmann mit acht Treffern und Simon Semmelroth nach überstandener Mensikusoperation gute Leistungen. Nach dem 17:28 (45.) aus Lindener Sicht schickte Wettenbergs Trainer Eckhard Mack vermehrt Spieler auf das Parkett, die ansonsten nicht so viele Spielanteile haben. Nach dem 21:32 (52.) schaffte Linden noch eine deutliche Ergebniskorrektur auf den 25:33-Endstand. »Wir haben verdient gewonnen, das war eine richtig gute Leistung meiner Mannschaft. Das war schon souverän, der Sieg war nie gefährdet, das habe ich schon nach rund zehn Minuten gespürt«, sagte Eckhard Mack weiter. Die HSG Wettenberg hatte die Partie 60 Minuten im Griff und spielte in den Augen des Coaches guten Handball. »Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten und haben auch richtig gut gespielt. Der Gegner war nicht so schwach, wir haben dafür gut gespielt. Viele sehen das vielleicht nicht so«, bilanzierte Mack.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?