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Die Zeit läuft langsam davon

Artikel vom 04.03.2010 - 09.00 Uhr

Die Zeit läuft langsam davon

Ob Kreisoberliga oder - wie früher - Bezirksliga: Beim Auflisten jener Klubs, die im Wetterauer Fußball-Oberhaus seit vielen Jahren zum festen Inventar zählen, kann man den SV Ober-Mörlen getrost auf einem der ersten Plätze notieren. Das zeugt zweifellos von Bodenständigkeit, von vereinspolitischem Handeln, das durch Augenmaß geprägt ist. Anders formuliert: Bei den Grün-Weißen kannte man stets seine Grenzen, wollte nie fremde Spieler mit finanziellen Zuwendungen nach Ober-Mörlen locken, um möglicherweise auch mal überregional für Schlagzeilen zu sorgen. Alles Fakten, die auch heute noch ihre Gültigkeit haben und dem SVO ein eigentlich recht geruhsames und konfliktfreies Dasein auf der Kreisoberliga-Bühne ermöglichen sollten.
Doch der Schein trügt: Erstens ist der Verein ausgerechnet im Jahr seines 90-jährigen Bestehens angesichts von lediglich 13 Punkten aus 22 Pflichtspielen, die Rang 18 und akute Abstiegsgefahr bedeuten, im sportlichen Bereich in gefährliche Schieflage geraten und droht zweitens sogar vollends unterzugehen, sollte der seit geraumer Zeit schwelende Streit mit der Gemeinde um mehr Geld für Sportplatz-Pflege und Klubhaus-Sanierung nicht alsbald zu einer vernünftigen Lösung führen.

»Den Klassenerhalt packen? Das kriegen wir hin«, vertraut Wolfgang »Boniek« König den Fähigkeiten der Mannschaft. Viel wichtiger sei jedoch, Punkt zwei dieses Sorgen-Pakets aus dem Weg zu räumen: »Erklärt sich die Gemeinde, die durch unsere Übernahme des Sportgeländes ihre Ausgaben für die Sportplatz-Wartung enorm reduzieren konnte, nicht dazu bereit, uns eine den veränderten Bedingungen angepasste Finanz-Ausstattung zu gewähren, sehe ich schwarz.«

Dass die Befürchtungen des Ober-Mörlener Spielausschussvorsitzenden durchaus begründet sind, ist nicht von der Hand zu weisen, und deren Auswirkungen können glatt die die Existenz des Vereins bedrohen.

Solange nämlich keine tragbare Einigung mit der Kommune zustande kommt, wird man beim SVO keinen ersten Vorsitzenden finden. Diesbezügliche Versuche sind nach Jürgen Schneiders Rücktritt im Herbst letzten Jahres samt und sonders gescheitert. Wolfgang König sieht darin nichts Ungewöhnliches: »Wer kauft schon die Katze im Sack?«

Eine neue Nummer eins in der Vorstandsetage alsbald zu bestimmen, ist jedoch in den Reihen der Ober-Mörlener Fußballer die vordringlichste aller Aufgaben, denn diesbezüglich fordert das Amtsgericht endlich Vollzug. Und zwar bis Ende März. Viel Zeit, das Führungs-Gremium den Regularien entsprechend zu besetzen, um eine in letzter Konsequenz folgende Vereinsauflösung abzuwenden, bleibt da nicht mehr. Schnelle Entscheidungen sind demnach zwingend notwendig.

Mag beim SV Ober-Mörlen die Situation hinter den Kulissen noch ziemlich unklar sein - im rein sportlichen Bereich sind die Fronten nach der Trennung von Coach Wolfgang Weimer geklärt: Neuer starker Mann auf der grün-weißen Kommandobrücke ist seit Jahresbeginn Michael Brzezniak. Eine interne Lösung, denn der 42-Jährige spielte vor Ort in der Altherren-Mannschaft, war zu aktiven Zeiten als Verteidiger in Diensten des SV Nieder-Wöllstadt und später dann als Trainer des FC Wohnbach den lokalen Fachleuten ein Begriff.



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Artikel vom 04.03.2010 - 09.00 Uhr
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