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Der zweite Heimsieg war greifbar nahe ...

Artikel vom 16.11.2009 - 10.00 Uhr

Der zweite Heimsieg war greifbar nahe ...

Nach einer 3:1-Führung musste Fußball-Hessenligist FSV Fernwald mit einem 3:3-Unentschieden zufrieden sein.
HESSENLIGA: Fleißig, aber glücklos: der Fernwalder Kevin Buycks, der hier den Urberacher Marco Betz (l.) versetzt.	(Foto: Vogler
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HESSENLIGA: Fleißig, aber glücklos: der Fernwalder Kevin Buycks, der hier den Urberacher Marco Betz (l.) versetzt. (Foto: Vogler)
(se) Wenn der späte Ausgleichstreffer nicht wäre ... könnten nahezu alle Steinbacher - Spieler, Verantwortliche und Zuschauer gleichermaßen - mit dem Spiel am Samstag zufrieden sein. Beim 3:3 (2:1) zwischen dem FSV Fernwald und Viktoria Urberach lieferten sich beide Mannschaften von der ersten bis zur letzten Sekunde einen offenen Schlagabtausch auf beachtlichem Niveau. Alle Fußballfreunde kamen auf ihre Kosten, sofern sie nicht allzu sehr auf das Endergebnis fixiert waren. Die Spieler des FSV Fernwald zerrissen sich regelrecht gegen die ungewöhnlich körperbetont agierenden Urberacher. Zwei Wermutstropfen fielen in den Freudenbecher der Steinbacher über das attraktive Spiel. Die späten Gegentreffer, die den Gästen aus Rödermark nach einem 1:3-Rückstand noch einen Teilerfolg bescherten, und die Rote Karte für Abwehrspieler Jan-Erik Münnich, der sich in der 89. Minute zu einem »taktischen Foul mit intensivem Körperkontakt« gegenüber dem Urberacher Mark Dillmann hinreißen ließ und dafür gleich gehen musste. Eine harte Entscheidung von Schiedsrichter Daniel Velten, der am Samstag aber wahrlich kein leichtes Amt hatte.

»Die Zuschauer haben ein tolles Spiel gesehen«, stellte hinterher Viktoria Epp, der Gästetrainer, fest. Und es gab niemanden, der ihm widersprechen wollte. Auch nicht Stephan Belter, der FSV-Coach, der lobende Wort für seine Spieler fand: »Ich muss ein großes Kompliment an meine Mannschaft aussprechen. Wie sie auftritt, das sollte uns Mut machen für die nächsten Wochen«, stellte Belter hinterher fest.

Der FSV begann mit drei Spitzen, und das sollte das gesamte Spiel beleben. Bereits nach drei Minuten besaßen die Fernwalder die erste Möglichkeit, doch Domenico Di Rosa, der aus der Linksaußenposition zuweilen von seinen Teamkollegen (ungewollt) vernachlässigt wurde, scheiterte aus spitzem Winkel an Urberachs Torhüter Dario Istuk, der nach 45 Minuten verletzt ausscheiden musste und durch den ehemaligen FSV-Keeper Lazar Kacarevic ersetzt wurde. Danach hatten beide Mannschaften Möglichkeiten, der FSV erzielte sogar einen Treffer, doch hatte der Schiedsrichterassistent eine Abseitsstellung ausgemacht. In der 19. Minute fiel dann doch das Führungstor für den FSV durch Daniel Beck, dessen unplatzierter Gewaltschuss von Istuk zwar pariert wurde, doch der Ball trudelte ins Netz. Die nächste hochkarätige Möglichkeit für den FSV besaß Kevin Buycks, dessen Schuss am langen Pfosten vorbeistrich. Wie aus heiterem Himmel fiel in der 31. Minute der Ausgleich. Einen Freistoß von Naser Selmanaj aus dem Halbfeld köpfte Urberachs Marco Betz in den oberen Torwinkel. Fernwalds Schlussmann Kamber Koc konnte dem Ball nur nachsehen. Doch der FSV war nicht geschockt, setzte nach und kam durch Kahrmann Damar nach Zuspiel von Domenico Di Rosa zum erneuten Führungstreffer (39.).

Nach Wiederbeginn machten die Urberacher mächtig Druck. Die Steinbacher Hintermannschaft stemmte sich vehement gegen die Angriffswellen der Viktoria. Steffen Schrod und Co. hatten zuweilen Schwerstarbeit zu verrichten. Dennoch besaßen auch die Hausherren Chancen, so durch Di Rosa (46.) und Buycks, der nach Vorarbeit von Münnich und Di Rosa an Kacarevic scheiterte (62.). Auf der anderen Seite lenkte Koc einen Selmanaj-Freistoß aus 30 Metern an den Pfosten. In der 65. Minute sorgte Damar nach einem schönen Zusammenspiel mit Beck für das beruhigend scheinende 3:1. Dieser Treffer aber war das Signal für die Urberacher Schlussoffensive. Bereits drei Minuten später kam die Viktoria zum 2:3-Anschluss. Einen Eckball von Selmanaj nahm Mark Dillmann acht Meter vor dem FSV-Tor an und ließ Kamber Koc mit einem Schuss in den Winkel keine Abwehrchance. Auf der anderen Seite hatte der FSV auch noch die eine oder andere Chance, doch bei Schüssen von Daniel Damm und Daniel Beck brachten die Urberacher immer wieder ein Abwehrbein in die Flugrichtung des Balls. Als den Urberachern in der 87. Minute noch der Ausgleich gelang - Nils Wolf köpfte einen weiteren Selmanaj-Eckball zum 3:3 ein - und wenig später Münnich noch die Rote Karte sah, schienen dem FSV alle Felle davonzuschwimmen. Weit gefehlt. Die mehr als dreiminütige Nachspielzeit gehörte dem FSV. So schoss Daniel Beck mit einer Direktabnahme den Gästekeeper aus kurzer Distanz an (91.) und zwei Minuten später hatte Kevin Buycks die gesamte Urberacher Hintermannschaft umkurvt , setzte den Ball dann aber ans Außennetz des für einen kleinen Augenblick verwaisten Tores.

Die starke Leistung des FSV wurde am Ende nicht belohnt. Die tröstenden Worte von Gästetrainer Thomas Epp (»Der FSV wird mit Sicherheit nicht absteigen«) relativierte dieser wenig später selbst: »Wir sind die schwächste Auswärtsmannschaft«, stellte der ehemalige Bundesliga-Profi in einem anderen Zusammenhang fest. Und da könnte ein Heim-3:3 aus Sicht des abstiegsgefährdeten FSV Fernwald doch ein bisschen wenig sein. Außerdem haben sich die personellen Probleme nach der Roten Karte gegen Jan-Erik Münnich wieder vergrößert, zumal der verletzte Nicolai König eigenen Angaben zufolge am kommenden Sonntag bei Tabellenführer FSV Frankfurt II wohl noch nicht mitwirken kann.



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Artikel vom 16.11.2009 - 10.00 Uhr
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