(hau) Sein erstes Heimturnier hat der junge Tanzsportclub Niddatal in der Friedberger Seebachhalle vor einer tollen Kulisse ausgerichtet. Nach Leibeskräften angefeuert wurden alle zwölf Lateinformationen aus Hessen und Thüringen. Sieben Teams gingen bei diesem zweiten von insgesamt fünf Wettkämpfen der Turniersaison in der Oberliga Süd an den Start, fünf Formationen starteten in der Landesliga Süd.
Die B-Mannschaft tanzt in der Landesliga auf den dritten Platz. (Foto: Hausmanns)
Obwohl die Leistungen mitunter dicht beieinander lagen, fielen die offenen Wertungen der fünf Unparteiischen zumeist eindeutig aus. Das Ergebnis für die drei Formationen aus Niddatal entsprach der Platzierung beim Saisonstart in Rüsselsheim drei Wochen zuvor: Auf den fünften Rang in der Landesliga tanzte das C-Team des TSC, Platz drei war der B-Formation sicher. Unterdessen musste sich das A-Team mit der siebten Position unter den Oberliga-Formationen zufrieden geben und damit weiter um den Klassenerhalt kämpfen. Dass sich hinter den nackten Zahlen ungeheures Engagement verbirgt, Team- ebenso wie Kampfgeist, Körperspannung, Taktgefühl, Ausdauer und die Bereitschaft, sich zuverlässig einem ausdrucksstarken Leistungssport zu widmen, versteht sich von selbst. Unter welch unterschiedlichen Bedingungen die Mannschaften an den Start gehen, können Zahlen nicht ausdrücken.
Wenn man aber bedenkt, dass die TSC-Tänzer bisweilen im Schnitt halb so alt sind wie ihre Konkurrenten, dass die C-Mannschaft mit einem Durchschnittalter von 16 Jahren gerade einmal ihr drittes Turnier überhaupt getanzt hat, dass es für die beiden anderen Lateinformationen in ihrer jetzigen Zusammensetzung die zweite Turniersaison ist, und dass beispielsweise eine Rüsselsheimer Tänzerin für ihren 75. Turnierstart umjubelt wurde, dann erklärt sich, warum die Niddataler Tänzer trotz suboptimaler Platzierung guten Grund zum Strahlen hatten - und dank des hervorragenden Potenzials jede Menge Luft nach oben.
Mit ihnen freuten sich das Trainerteam Thomas Helbig, Manuela und Andreas Voß, die vielen Fans auf den Rängen, die eifrigen Helfer vor und hinter den Kulissen, Vereinsvorsitzende Claudia Dimmer, die Sponsoren, ein Vertreter aus dem Hause der Grafen zu Solms-Rödelheim und Assenheim, das den Verein unterstützt, und nicht zuletzt Niddatals Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel, die mit ihren Familien das Geschehen vor Ort auf sich wirken ließen. Sie alle erlebten ein gut organisiertes Doppelturnier mit begeisternden Pauseneinlagen der Breakdancer aus der Tanzschule Timo Müller als neuem Kooperationspartner des TSC - und drei heimische Mannschaften, die trotz geringer Turniererfahrung zwischen den angereisten Traditionsteams eine super Figur machten.
Die Aufbauformation C zeigte ihre Choreografie »Studio 54« mit ansteckender Leidenschaft, derweil die acht Paare der B-Mannschaft wie auch die 16 Tänzer des A-Teams mit ihrer brandneuen Hochgeschwindigkeitschoreografie »Shake« nebst akrobatischen Elementen und rasch wechselnden Bildern unter Jubel über die Fläche flogen. Überraschung des Tages war die erste Mannschaft aus Altenburg. Sie hatte für Friedberg ihre neue »Falco«-Choreografie gegen den bewährten Vorgänger »Mea Culpa« ausgetauscht, tanzte dann aber doch erneut auf den vorletzten Oberliga-Platz.
Während die Rangfolge beim zweiten Landesligaturnier die gleiche blieb und sogar klarer ausfiel, wurden in der Oberliga die Karten neu gemischt: Fischbach/Hofheim und Rüsselsheim tauschten ihre ersten Plätze, vier Wertungsrichter sahen diesmal die Fischbach-Hofheimer vorne. Eigentliche Gewinner des Tages waren die Tänzer aus Gießen, die sich mit ihrer Choreografie »Black is beautiful« von Rang fünf auf den dritten Platz vorarbeiteten. Dafür rutschten die Viernheimer Lateintänzer vom dritten auf den vierten Rang und die Tänzer aus Maintal um einen Platz auf den fünften und letzten im Großen Finale. Im »kleinen Finale« siedelten die Juroren einhellig Altenburg vor Niddatal an.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?