Das Turnteam-Linden zeigte am Samstag einen großen Kampf, konnte dem Landesliga-Spitzenreiter aus Ober-Ramstadt in der gut besetzten Stadthalle in Linden auch Paroli bieten, musste sich letztlich aber geschlagen geben.
AM BODEN STARK: Die Lindener um Christoph Klein gewinnen diese Diszipin, verlieren aber den Wettkampf gegen Ober-Ramstadt. (ras)
(pm) Beide Mannschaften zeigten dem Publikum eindrucksvolle Übungen, wobei die Gäste ihrer Rolle als Tabellenführer letztlich gerecht wurden, fünf der sechs Geräte für sich entscheiden konnten und sich somit mit 204,60:190,95 Punkten den Gesamtsieg sicherten.
Die Gastgeber zeigten sich aber von Anfang an kampfstark und machten den Gästen schon zu Beginn klar, dass man immer mit ihnen rechnen muss. Die Lindener überraschten sowohl das Publikum als auch die Gäste und gewannen – einigen Unsicherheiten zum Trotz – das erste Gerät, den Boden, mit 34,90:34,50 Punkten. Gemäß der olympischen Gerätefolge wurde der Wettkampf am Pauschenpferd fortgesetzt. Der TV Ober-Ramstadt – offenbar verunsichert von der Niederlage am Boden – zeigte Nerven: Reihenweise mussten die Turner des TV ihre Übungen unterbrechen. Die Mannschaft aus Linden präsentierte sich kampfstark, doch konnte sie aufgrund kleinerer Fehler nicht die nötigen Akzente setzten, um das Gerät für sich zu entscheiden. Das Pauschenpferd ging mit 32,25:29,85 an die Gäste aus dem Odenwald. Am dritte Gerät, den Ringen, überzeugten beide Mannschaften mit sicheren und sauberen Übungen, doch konnten die Ober-Ramstadter mit Kreuzhängen und Hangwaagen auch dieses Gerät gewinnen. Das Turnteam unterlag mit 30,90:32,75 Punkten. Der Sprung ging mit 38,25:36,90 Punkten ebenfalls an die Gäste, wobei beide Teams für die dargebotenen hochwertigen »Tsukaharas« lautstarken Beifall erhielten. Am vorletzten Gerät, dem Barren, erturnten sich die Lindener trotz einiger Unsicherheiten gute 33,30 Punkte, mussten sich dennoch einer konstant sauber turnenden Mannschaft aus Ober-Ramstadt mit 33,30:35,10 Punkten geschlagen geben. Das Reck stellte den Schlusspunkt des guten Heimwettkampfes des Turnteams dar. Die Lindener kämpften hart für die letzten Punkte, dennoch wusste die Equipe aus Ober-Ramstadt auch hier zu überzeugen und siegte mit 31,65:25,10 Punkten. Nach einem unterhaltsamen Wettkampftag mit etlichen Hintergrundinformationen für die Zuschauer stand es somit am Ende 204,60:190,95 für den TV Ober-Ramstadt.
Fazit: In dieser Saison kann das Turnteam-Linden den Ausfall von Hannes Drescher, Felix Jelli und jetzt auch noch Fabian Häger nicht kompensieren. Die jüngste Mannschaft der Liga hat aber großes Potenzial, zumal der Nachwuchs auch jetzt schon fleißig Punkte sammelt. Man wird nach Meinung der Verantwortlichen jedoch noch mindestens das kommende Jahr brauchen, um diese jungen Turner an die Anforderungen der höchsten hessischen Kunstturnliga heranzuführen. Somit wird das Turnteam auf die Routiniers Ingo Drescher und Martin Friedrich, die wertvolle Punkte sammeln, noch nicht verzichten können. Positiv ist, so die Lindener, auch die Einstellung, mit der man sich an beiden Heimwettkämpfen trotz der fast aussichtslosen Lage den Zuschauern präsentierte. Dies spiegelte sich auch in der unerwartet großen Zuschauerresonanz wider.
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