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Bittere Endspiel-Niederlage für Deutschland

Artikel vom 18.07.2010 - 22.27 Uhr

Bittere Endspiel-Niederlage für Deutschland

Es sollte nicht sein. Bis 25 Sekunden vor der Schlusssirene sah die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft noch wie der Weltmeister aus, doch nach Rebecca Murrays letzten Korb für die US-Girls war der große Traum geplatzt.
Niedergeschlagen und untröstlich, die deutschen Rollstuhlbasketballerinnen nach der Final-Niederlage gegen die USA.	(Foto: aj)
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Niedergeschlagen und untröstlich, die deutschen Rollstuhlbasketballerinnen nach der Final-Niederlage gegen die USA. (Foto: aj)
Deutschland hat das Endspiel der Weltmeisterschaften 2010 im britischen Birmingham gegen die USA verloren und muss sich wie vor 20 Jahren mit der Silbermedaille begnügen.

USA - Deutschland 55:53 (10:14/29:30/40:40): Verständliche, aber umso bitterere Tränen flossen nach Spielende. So dicht stand seit 20 Jahren kein europäisches Team mehr vor dem Titelgewinn, doch am Ende jubelten die Nordamerikanerinnen.

Deutschland hatte stark begonnen, führte 14:8 (9.) durch einen Freiwurftreffer der erst kurz vor dem Spiel fit gespritzen Gesche Schünemann und stellte die USA dabei vor erhebliche Probleme im eigenen Spielaufbau. Doch die zweite Auszeit des neuen Weltmeisters ließ das Team von Headcoach David Kiley besser aufs Feld zurückkommen. In der Folge entwickelte sich ein packendes und hochklassiges Endspiel, in dem keines der beiden Teams mit mehr als vier Punkten in Front lag. Aus deutscher Sicht wogten die Zwischenstände nach dem Seitenwechsel über 30:31 (23.), 38:34 (28.) und 44:44 (33.) hin und her und ließen Mannschaft wie mitgereiste Fans einen Krimi erleben.

In den letzten Minuten war die Dramatik dann nicht mehr zu überbieten. Nach dem 50:50 (37.) war es Andrea Woodson-Smith, die unter dem Brett die Führung der US-Amerikanerinnen zurückholte. Erneut war es dann Schünemann (10 Rebounds, 7 Assists), die bei einer Restspielzeit von 2:13 Minuten mit einem Drei-Punkte-Spiel die deutsche Führung zum 53:52 zurückeroberte. Doch dies sollte in einer mit Auszeiten gespickten Schlussminute das letzte deutsche Erfolgserlebnis sein, auch wenn drei Sekunden vor dem Ende noch die Riesenchance zum Ausgleich unter dem US-Korb vergeben wurde.

Der Jubel der US-Spielerinnen, die noch einen belanglosen Freiwurf zum Endstand erzielen konnten, kannte dann keine Grenzen, während die DBB-Korbjägerinnen den verdienten Applaus der Zuschauer in der National Indoor Arena erhielten. Neben Schünemann war es erneut Centerin Marina Mohnen (8 Rebounds, 7 Assists), die die Bestnoten im deutschen Team erhielt. Am Ende war es aber die längere Bank des Kontrahenten, der die physische Belastung auf acht Spieler verteilen konnte. Beim Team Germany fehlte so am Ende vielleicht auch etwas die Konzentration durch die verständlicherweise schwindende Kraft. Mit einer Silbermedaille im Gepäck darf das Team des Trainergespanns Holger Glinicki und Corinna Robitschko dennoch stolz nach Hause zurückkehren, ist es doch die beste Platzierung einer deutschen Damen-Nationalmannschaft seit dem zweiten Rang 1990 im französischen St. Etienne.

Auch in der Herren-Konkurrenz scheiterte die europäische Wachablösung. Nach einer fantastischen WM für das französische Team unterlagen unsere Nachbarn im Endspiel dem Paralympicssieger Australien mit 69:79. Bronze ging an die US-Boys mit den beiden deutschen Bundesligaspielern Michael Paye und Steve Serio vom RSV Lahn-Dill, die Europameister Italien mit 72:41 deklassierten.

Deutschland: Marina Mohnen (18, AS Santo Stefano/Italien), Gesche Schünemann (15, RSV Lahn-Dill), Annika Zeyen (8, University of Alabama/USA), Simone Kues (6, HSV), Birgit Meitner (6, SV Augsburg), Mareike Adermann (University of Wisconsin/USAs), Edina Müller (ASV Bonn), Silke Bleifuß (n.e., Mainhatten Skywheelers), Annabel Breuer (n.e., SKV Ravensburg), Heike Friedrich (n.e., Mainhatten Skywheelers), Maria Kühn (n.e., SV Augsburg), Maya Lindholm (n.e., HSV).

Finalspiele Damen / Platz 9: Brasilien - Mexiko 33:73. - Platz 7: China - Japan 41:58. - Platz 5: Niederlande - Großbritannien 58:43. - Platz 3: Australien - Kanada 49:59. - Finale: Deutschland - USA 53:55.

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Artikel vom 18.07.2010 - 22.27 Uhr
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