(hn/ur) 218 Vereine, mehr als 900 Aktive - bei den Deutschen Meisterschaften auf der Kurzbahn im Hauptbad in Essen war in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung am Start. Mit dabei waren auch sieben Sportler des TV Wetzlar sowie mit Elena Peppler (Gießen) eine Aktive der SG Mittelhessen. Die Sportler hatten im Vorfeld die DM-Qualifikationsnormen unterboten und gingen so in der Ruhrmetropole an den Start.
Der Biebertaler Lars Bremer erzielt in Essen drei Bezirksrekorde. (Foto: hn)
Elena Peppler (Jg. 94) startete als erstes Mitglied der SG Mittelhessen bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Essen. Über ihre Paradestrecke 100 m Brust hatte sie bei den Hessischen Meisterschaften in Wiesbaden die Qualifikationsnorm von 1:16,00 deutlich unterboten. Betreut von ihrem Trainer Andreas Borchert standen für sie zunächst die Vorläufe auf dem Programm. Wieder einmal bewahrheiteten sich zwei Weisheiten: Einmal spielt sich Wettkampfschwimmen nicht nur im Becken, sondern auch im Kopf ab, zum anderen ist eine DM doch etwas anderes als regionale Titelkämpfe. Sichtlich verkrampft schwamm sie auf der Außenbahn im zweiten Lauf schon die ersten 50 m mit einer 0:36er-Zeit deutlich unter ihren Möglichkeiten. Auf den zweiten 50 m konnte sie diesen Zeitverlust dann auch nicht mehr wettmachen und blieb am Ende in 1:17,57 Minuten fast zwei Sekunden über ihrer Bestzeit. Immerhin schaffte sie aber eines ihrere Teilziele, »nur nicht Letzte werden«. Mit dem 58. Platz landete sie dennoch weit abgeschlagen in dem starken Teilnehmerfeld. Im Endlauf auf dieser Strecke schwamm Carolin Ruhnau von der SG Essen mit 1:04,78 einen deutschen Rekord.
Für die Aktiven aus Wetzlar bedeuteten diese nationalen Meisterschaften den Saisonhöhepunkt auf der 25-m-Bahn. Mit neun persönlichen Bestzeiten - drei davon bedeuten zugleich Bezirksrekord - waren die Aktiven von Trainer Uwe Hermann auf die Minute topfit. Allen voran Lars Bremer, der in Essen eine exzellente Leistung bot.
»Lars hat sich in Essen sehr gut präsentiert und drei Bezirksrekorde geschwommen. Ich bin sehr stolz auf seine Leistung, wobei ich noch Reserven sehen konnte, die wir in der nächsten Saison ausschöpfen werden. Dann sollte es möglich sein, dass Lars im Finale der Deutschen Meisterschaften schwimmt«, lobte Trainer Uwe Hermann den Biebertaler. Direkt im ersten Rennen (100 m Brust) verbesserte er seinen eigenen Bezirksrekord um 0,6 Sekunden auf 1:02,96 Minuten. Im Teilnehmerfeld von 65 Sportlern belegte er den 27. Platz. Am zweiten Wettkampftag standen die Rennen über 100 m Lagen und 50 m Brust auf dem Wettkampfprogramm. Der Bezirksrekord über 100 m Lagen stammt aus dem Jahr 2001 und stand bei 58,90 Sekunden. Nach dem Lauf von Lars Bremer steht diese Bestmarke nun bei 58,56 Sekunden. Diese neue Bestleitung brachte ihm den 29. Platz ein.
Keine halbe Stunde später wurden die Starter über 50 m Brust aufgerufen. »Leider hab ich die Wende wieder nicht gut getroffen, sonst wäre ich schneller und zumindest im B-Finale geschwommen«, zeigte sich Lars Bremer nach dem Rennen mehr enttäuscht als glücklich über seine neue Bestmarke. 29,01 Sekunden leuchteten für den Biebertaler von der Anzeigentafel, damit war er 0,70 Sekunden schneller als noch vor einer Woche. »Beim Saisonhöhepunkt in Bestform zur Bestzeit - die Trainingsplanung hat genau gepasst. Schade ist es aber schon, dass Lars durch kleine, individuelle Fehler eine noch bessere Leistung verpasst hat«, wusste auch sein Coach nicht genau, ob er sich freuen oder ärgern sollte.
Das galt auch für den Wiesecker Walter Fahrenbruch (Jg. 92), der sich erstmals für offene Deutsche Meisterschaften qualifiziert hatte und damit sein großes Saisonziel erreicht hat. Er verbesserte sich über 100 m Lagen um fast eine Sekunde auf gute 1:00,66 Minuten und belegte damit den 55. Platz. »Mein Tauchzug beim Brustschwimmen war viel zu tief, da hab ich Zeit liegen lassen. Ich wäre schon gerne unter 60 Sekunden geblieben«, gab der Herderschüler zu Protokoll, war aber dennoch zufrieden.
Nervös dagegen war Christian Balser (Jg. 93) bei seinem ersten Start auf nationaler Ebene. Er ging über 100 m (51./1:00,37) und 200 m Rücken (55./2:14,34) an den Start. Zusammen mit Walter Fahrenbruch, Lars Bremer und Sebastian Schneider (Jg.93) stellte er über 4x-50-m-Lagen als Startschwimmer in 28,51 Sekunden eine neue Bestzeit auf. Die Staffel belegte in neuer Vereinsrekordzeit von 1:46,90 Minuten den 16. Platz in Deutschland. In der 4x-50-m-Freistilstaffel gingen die Wetzlarer ebenfalls an den Start. Zusammen mit Alex Koch (Jg. 87) und Toni Landsbeck (Jg. 88), beide aus Gießen, waren Walter Fahrenbruch und Startschwimmer Sebastian Schneider in 1:37,16 Minuten zwei Sekunden schneller als bei den »Hessischen« und belegten am Ende den 31. Platz.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?