(jms) Mit einer gehörigen Portion Respekt - aber ohne Furcht - reist Handball-Zweitligaspitzenreiter TV 05/07 Hüttenberg an diesem Samstag zum Hessenliga-Derby der Südstaffel bei der TSG Groß-Bieberau. Etwas über 100 Kilometer liegen beide Ortschaften auseinander, so dass der TVH in der Großsporthalle im Wesner (Anpfiff: 18.30 Uhr) durchaus mit einer großen Unterstützung seitens der eigenen Anhängerschaft rechnen kann.
(jms) Mit einer gehörigen Portion Respekt - aber ohne Furcht - reist Handball-Zweitligaspitzenreiter TV 05/07 Hüttenberg an diesem Samstag zum Hessenliga-Derby der Südstaffel bei der TSG Groß-Bieberau. Etwas über 100 Kilometer liegen beide Ortschaften auseinander, so dass der TVH in der Großsporthalle im Wesner (Anpfiff: 18.30 Uhr) durchaus mit einer großen Unterstützung seitens der eigenen Anhängerschaft rechnen kann. Doch auch wenn die Handballer aus Südhessen als Drittletzter des Klassements krasse Außenseiter sind, so sieht Hüttenbergs Trainer Jan Gorr im Vorfeld wenig Anlass, große Töne zu spucken: »Wer die Ergebnisse in dieser Liga betrachtet, bemerkt auch die große Ausgeglichenheit. Für uns ist das ein sehr schwieriges Spiel. Auswärtssiege haben in dieser ausgeglichenen Liga eine ganz besondere Qualität.«
Gerade auf fremden Parkett taten sich die Mittelhessen zuletzt sehr schwer. In Korschenbroich (32:35) und in Aue (20:25) setzte es für den Traditionsklub unnötige Niederlagen. Nur gut, dass an diesem Samstag alle Spieler mitmischen können. Auch Mittelmann Sven Pausch hat sich allmählich akklimatisiert. »Sven integriert sich sehr gut. Da gibt es überhaupt keine Probleme. Seine spielerische Integration in unser Spiel wird mit jedem Training besser«, lobt Gorr die Einstellung des Neuzugangs.
Auch sonst ist dieser Tage die Stimmung beim Spitzenreiter bestens. Die sehr ordentliche zweite Halbzeit beim 34:30-Heimsieg gegen den HC Erlangen ist dafür hauptverantwortlich. »Ich bin mit dem Verhalten meiner Mannschaft in diesem Spiel zufrieden. Sie hat im zweiten Durchgang gegen Erlangen stark gespielt und sich auch in den schwachen Phasen im ersten Abschnitt nicht verrückt machen lassen«, resümiert Gorr. Das zeichnet eben eine Spitzenmannschaft aus: als Erlangen besser war, schaffte es der TVH, die eigenen spielerischen und taktischen Schwachpunkte mit Einsatz und Kampf auszugleichen. In Groß-Bieberau muss wieder von Beginn an alles passen, um zu punkten. Denn die Südhessen stehen nach der bitteren 27:36-Auswärtsniederlage bei der HSG Frankfurt/Rhein-Main mit dem Rücken zur Wand. »Die TSG wird alles tun, um aus dem Tabellenkeller herauszukommen«, glaubt Gorr.
Die Qualität des Kaders der Odenwälder ist keinesfalls schlecht. Mit dem Linkshänder Szabolcs Laurencz verfügt die TSG über einen wurfgewaltigen Linkshänder im rechten Rückraum. Hüttenbergs Trainer sieht zudem die beiden Rybakov-Brüder Dennis und Alexej als besonders gefährliche Komponenten im TSG-Spiel. Der 1,90 Meter große Dennis ist der Kopf der Mannschaft und flexibel im Rückraum einsetzbar. Sein jüngerer Bruder Alexej spielt am Kreis, so dass die Achse Rückraum-Kreis nicht besser eingespielt sein könnte. Zudem sieht Gorr den flinken Felix Kossler auf der rechten Außenbahn als starken Spieler (»Kossler müssen wir unbedingt in den Griff bekommen«). Ansonsten leidet die TSG Groß-Bieberau dieser Tage unter den Ausfällen der Deckungsspezialisten Florian Bauer (Sprunggelenk) und Andreas Neumann.
Ein Spieler, der in dieser Saison förmlich aufblüht ist Tomasz Jezewski. Das polnische Rückraum-Ass ist mit bislang 87 Treffern der beste Hüttenberger Schütze und liegt mit diesem Wert auf dem neunten Platz der Torschützenliste. Jezewski selbst ist zufrieden mit sich: »Ich bin froh, dass es so läuft. Im Gegensatz zur letzten Saison bin ich besser, weil ich in der Vorbereitung wesentlich besser arbeiten konnte. Diesmal blieb ich verletzungsfrei. Das macht sich jetzt bemerkbar.« Nach der bislang starken Runde sehnen sich die Hüttenberger dennoch nach der kurzen Winterpause. »Es ist schon sehr anstrengend. Wir gehen auf dem Zahnfleisch. Noch drei Spiele Vollgas und wir haben uns die Pause redlich verdient«, meint Kreisläufer Christian Stelzenbach. Am Samstag will der Tabellenführer seinem guten Ruf gerecht werden und im letzten Auswärtsspiel des Jahres wertvolle Punkte einfahren.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?