46ers wollen sich über den Kampf Selbstvertrauen holen
(gae) Crunch-Time in der Basketball-Bundesliga. Und für die LTi Gießen 46ers geht es in den letzten drei Spielen vor dem Ende der Hauptrunde um den Verbleib in der nationalen Beletage. Noch kann der Tabellen-16. den Ligaerhalt aus eigener Kraft schaffen. Dafür benötigt er aber Siege. Und ob die gerade in den beiden anstehenden Heimspielen am Doppelspieltag-Wochenende eingefahren werden, bleibt fraglich. Denn die Mannschaft von Trainer Vladimir Bogojevic erwartet am Freitag um 20 Uhr den frisch gekürten Pokalsieger Brose Baskets Bamberg und am Sonntag um 17 Uhr den Rangdritten und letztjährigen deutschen Vizemeister Telekom Baskets Bonn in der Osthalle.
46ERS-TRAINER VLADIMIR BOGOJEVIC lebt es vor, wie sein Team am Freitag und am Sonntag in der Osthalle auftreten soll. (Foto: Friedrich)
Der Fokus von Bogojevics Mannschaft ist aber vorerst auf die Franken gerichtet. Der Rangfünfte hat zwar die Playoffs so gut wie sicher, will aber unbedingt noch unter die ersten vier, um in der Ausscheidungsrunde bei Bedarf in den Genuss des Heimrechts zu kommen. Gastgeschenke wird die Truppe von Headcoach Chris Fleming nicht verteilen, sondern eher versuchen, ihre schon angsteinflößende Serie von 9:1-Siegen weiter auszubauen. Im Vorfeld ließ Bambergs »Co« Volker Stix verlauten: »Wir dürfen Gießen nicht am Tabellenplatz messen, sondern müssen uns auf ein Team einstellen, das mit viel Kampfgeist, Energie und Willen agieren wird.«
»Die Bamberger haben einen Lauf«, hat »Vladi« den Gegner schon mehrmals unter die Lupe genommen. Nicht nur beim Final Four in Frankfurt, als sie im Endspiel den Gastgeber Frankfurt Skyliners mit einer taktisch, disziplinierten Leistung zermürbten und anschließend den »Pott« mit an die Regnitz nahmen, sondern auch das letztwöchige BBL-Spiel per Video, als sie den Alba-Berlin-Bezwinger Phantoms Braunschweig beim 100:77 in alle Einzelteile zerlegten. Der am Dienstag 34 Jahre alt gewordene Bogojevic stuft die Bamberger als Meisterschaftsfavoriten Nummer eins ein.
Der Erfolg der Brose Baskets ist eng mit einem Namen verbunden - Anton Gavel. Der 1,89 m große Slowake, der in der Saison 2004/2005 im Trikot der 46ers mit Chuck Eidson und »Lou« Campbell die Liga aufmischte und bis ins Playoff-Halbfinale vordrang, verleiht dem Team noch mehr an Stabilität und Struktur. »Er gibt ihnen noch mehr Kontrolle über das Spiel und eine gute Entscheidungsfindung. Außerdem verteidigt er richtig gut«, findet Gießens Coach nur lobende Worte über den Spielmacher, der im Laufe der Saison auch ein Thema bei den Gießenern war, das Angebot aber ablehnte und sich den Bambergern anschloss.
Seitdem Gavel die Fäden bei den Baskets zieht, geht es stetig bergauf. Er und John Goldsberry sind verantwortlich für den Spielaufbau, für das Kreative. Beide zeichnet die Geduld und die Uneigennützigkeit aus. Was aber nicht heißen soll, dass sie sich beim Scoren vornehm zurückhalten. Gavel kann auf exzellente Werte verweisen. Nur einen Turnover im Schnitt produziert der Dauerbrenner, der fast immer 30 Minuten Dampf auf dem Feld macht. Seine Dreierquote von 41,9 Prozent (36 von 86) kann sich genauso sehen lassen wie seine Zweierquote (56,9 Prozent, 29 von 51).
Auf ihn ist Verlass, wie auf den wohl vielseitigsten Spieler der BBL - Predrag Suput. Der 2,00 m große Powerforward ist der effektivste Spieler im Fleming-Team. Ihn zeichnet seine Vielseitigkeit aus. Der Serbe wurde erst kürzlich von den Bundesliga-Trainern und Medienvertretern zum zweitbesten Offensivspieler der Liga gewählt. Die Position drei bekleidet der 1,98-m-Mann Beckham Wyrick, der sich als Defensivspezialist schon bei den Giants Leverkusen einen Namen gemacht hat. Die Starting-Line der Oberfranken komplettiert der 2,15-m-Hüne Tibor Pleiß. Der 20-jährige Center, der vom insolventen Klub Köln 99ers an die Regnitz wechselte, ist trotz seiner Körpergröße sehr beweglich und hat einige effektive Moves drauf. Die NBA-Scouts sind schon auf den deutschen Nationalspieler aufmerksam geworden. Doch nicht nur die erste Fünf kann sich sehen lassen, die von der Bank aus ins Spiel kommenden Robert Garrett, Brian Roberts, Elton Brown, Karsten Tadda und Mark Worthington sind alles Akteure, die in den meisten BBL-Klubs starten würden.
Drei Teams sind noch in den Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verstrickt: HSG Wetzlar, TV 05/07 Hüttenberg, Bergischer HC. Wer schafft den Klassenerhalt?