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»2. Liga muss vom Umfeld gewollt sein«

Artikel vom 03.03.2010 - 10.30 Uhr

»2. Liga muss vom Umfeld gewollt sein«

Uwe Harnos ist Jurist. Die Frage, ob eine mögliche Klage der Klubs aus Dortmund und Bad Nauheim auf eine Eingliederung in einen ESBG-Spielbetrieb, sprich: in die 2. Bundesliga, denn erfolgsversprechend sei und damit die geplante Strukturreform der Oberliga gefährde, konnte (oder wollte) der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes aber nicht beantworten. »Das kann ich schlussendlich nicht sagen«, wird Harnos in der Fachzeitung Eishockey News zitiert. Ob der Rechtsanwalt das »Schlupfloch«, das die Reformgegner Bad Nauheim und Dortmund gefunden zu haben glauben, in den eigenen Statuten kennt?
Wolfgang Kurz will den EC Bad Nauheim nach sieben Jahren zurück in die 2. Bundesliga führen.	(Fotos: Stroch)
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Wolfgang Kurz will den EC Bad Nauheim nach sieben Jahren zurück in die 2. Bundesliga führen. (Fotos: Stroch)
Oder spielt der Verbands-Chef schlicht auf Zeit und vermeidet ein kategorisches Nein, da auch so mancher Zweitligist hinter noch verschlossenen Türen einen über einen sportlichen Rückzug im Sinne der kaufmännischen Vernunft nachdenkt, so dass im Kreis der Zweitligisten ein zusätzlicher Aufsteiger womöglich gar nicht ungelegen käme.

»Wir planen fix für die 2. Liga - auch wenn wir es sportlich nicht schaffen«, sagt Frank Gentges, Trainer des EHC Dortmund. »Man kann nicht 450 Regionalliga-Spielern einfach den Stempel Oberliga-Spieler verpassen. Das ist, als würde man einem Skoda einen Mercedes-Stern aufmontieren«, wehrt er sich gegen eine Gleichstellung mit aktuellen Regionalligisten. Rund 100 000 Euro habe man seitens der Westfalen im letzten Sommer investiert, um nach der sportlichen Qualifikation auch die ESBG-Auflagen zu erfüllen. »Wofür? Dafür, dass man uns nach einem Jahr den Stuhl vor die Tür stellt?« Man habe den Sachverhalt von Anwälten prüfen lassen und sieht sich auf der sicheren Seite. »Wir sind für den ESBG-Bereich qualifiziert, und wir werden dort auch spielen.«

In Bad Nauheim stehen Wolfgang Kurz als Alleingesellschafter und Andreas Ortwein als Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH in den kommenden Wochen vor einer schweren Entscheidung mit wahrscheinlich nachhaltigen Konsequenzen. Eine Zweitliga-Rückkehr mit einer prognostizierten Position im unteren Tabellendrittel und entsprechend bescheidendem sportlichen Erfolg wird von einem kaufmännisch hohen Risiko begleitet. Andererseits droht bei einem Spielbetrieb im Landesverband, der die West-Gruppe in der kommenden Saison organisiert, ein drastischer sportlicher Qualitätsverlust. Obendrein wäre - im Fall einer künftigen sportlichen Zweitliga-Qualifikation - rein wirtschaftlich der Aufstieg wohl auf Jahre hinaus nicht zu realisieren.

Im WZ-Interview nennt Wolfgang Kurz seine Ziele, seinen Standpunkt, umschreibt Perspektiven und Risiken beider Konzepte und stellt seine Auffassung von Gerechtigkeit über mögliche moralische Bedenken.



Wolfgang Kurz, in welcher Liga spielt Bad Nauheim in der kommenden Saison?

Wolfgang Kurz: Das ist in erster Linie von den Einnahmen abhängig; von den Werbepartnern, wie von den Zuschauern. Wir als GmbH sind letztlich nur Verwalter dessen, was uns zur Verfügung gestellt wird. Und ich denke, wir haben in den letzten drei Jahren das Bestmögliche aus den Mitteln herausgeholt. Wenn Sponsoren und Fans mitziehen, werden wir alles daransetzen, um in der 2. Bundesliga spielen zu können. Wir machen das gerne, aber das muss auch vom Umfeld gewollt sein. Wir werden das Fan-Verhalten und die Diskussionen der kommenden Tage genau analysieren, denn klar ist auch: Mit den aktuellen Zahlen braucht man sich in Sachen Aufstieg keine Gedanken zu machen.



Was wäre denn ein Vertrauensbeweis?



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Artikel vom 03.03.2010 - 10.30 Uhr
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