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Zwerggalaxie ist Ursprung mysteriöser Radioblitze

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Artikel vom 04.01.2017 - 19.38 Uhr

Zwerggalaxie ist Ursprung mysteriöser Radioblitze

Grapevine/Bonn (dpa) - Astronomen haben eine ferne Zwerggalaxie als Ursprung mysteriöser Radioblitze ausgemacht. Die Entdeckung überrascht die Forscher um Shami Chatterjee von der US-amerikanischen Cornell-Universität, die von einer so kleinen Galaxie nicht derart starke Strahlungsausbrüche erwartet haben.
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Die grafische Darstellung zeigt die global verteilten Radioteleskope, die die genaue Position des Radioblitzes lokalisieren. Foto: Danielle Futselaar
© dpa
Das Team, zu dem auch Laura Spitler vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie zählt, stellt seine Beobachtungen im britischen Fachblatt «Nature» sowie bei der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft AAS in Grapevine (US-Bundesstaat Texas) vor.

Erst seit rund zehn Jahren kennen Astronomen das Phänomen der kurzen Radioblitze (Fast Radio Bursts, FRB), die viel kürzer sind als ein Wimpernschlag und scheinbar unregelmäßig am Himmel aufflackern. Zur Natur ihrer Quellen gibt es zahlreiche Ideen: Die Blitze könnten etwa von der Verschmelzung zweier Neutronensterne stammen oder von massereichen Schwarzen Löchern erzeugt werden. Wegen ihrer extrem kurzen Dauer ist der genaue Ursprung der Radioblitze nur schwer zu bestimmen.

Die Forscher um Chatterjee untersuchten nun die einzige Himmelsregion, in der wiederholt Radioblitze beobachtet wurden, mit zuvor unerreichter Genauigkeit. Dazu richteten sie die Antennen US-Radioastronomie-Observatoriums Karl G. Jansky Very Large Array (VLA) auf die Stelle am Himmel, an der ein Team um Spitler mit dem großen Arecibo-Radioteleskop in Puerto Rico am 2. November 2012 einen Radioblitz entdeckt hatte, der zwei Jahre später erneut aufleuchtete.

Tatsächlich konnten die 27 zusammengeschalteten VLA-Radioantennen von dort nun sogar neun Blitze auffangen. Damit ließ sich die exakte Position von FRB 121102, wie der Ort nach dem ersten dort registrierten Aufflammen genannt wurde, 200 Mal genauer bestimmen als bisher. Weitere Beobachtungen mit einem internationalen Zusammenschluss von Radioteleskopen, zu dem auch die 100-Meter-Antenne des Bonner Max-Planck-Instituts gehört, steigerten die Genauigkeit noch einmal um das Zehnfache.

Die Untersuchungen zeigten, dass sich an dem Ursprungsort der Radioblitze lediglich eine kleine Zwerggalaxie befindet, mit einer schwachen, dauerhaft leuchtenden Radioquelle. Die Ursprungsgalaxie ist rund drei Milliarden Lichtjahre entfernt. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Die Strahlungsausbrüche müssen also extrem stark sein, damit sie in so großer Entfernung noch deutlich messbar sind.



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