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Nokia verlagert Smartphone-Produktion nach Asien

Artikel vom 08.02.2012 - 16.53 Uhr

Nokia verlagert Smartphone-Produktion nach Asien

Espoo/Budapest (dpa) - Der kriselnde Handy-Marktführer Nokia zieht in einem radikalen Schritt die Reißleine in Europa: Die Smartphone-Produktion wird nach Asien verlagert, mehrere tausend Arbeitsplätze fallen weg. Insgesamt sind in Ungarn, Finnland und Mexiko 4000 der zusammen 6900 Mitarbeiter betroffen.
Nokia
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Nokia zieht es weiter nach Asien: Die Verlagerung der Produktion soll den Konzern schneller bei Innovationen machen. Foto: Markku Ojala
© dpa
Die Verbliebenen sollen die Telefone an lokale Märkte anpassen, dabei geht es zum Beispiel um die Installation zusätzlicher Software oder eine Umverpackung, wie ein Sprecher am Mittwoch sagte. Der Umzug in die Nähe der asiatischen Zulieferer solle für ein höheres Innovationstempo und eine bessere Verzahnung mit den Bauteile-Herstellern sorgen, erklärte Nokia. Den betroffenen Mitarbeitern solle bei der Suche nach neuen Jobs geholfen werden.

Nokia ist einer der wenigen Elektronik-Anbieter, die noch selbst ihre Geräte bauen. Konkurrenten wie Apple setzen auf asiatische Auftragsfertiger. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, Nokia könnte die eigene Produktionsstruktur auf den Prüfstand stellen. Offiziell heißt es jedoch stets, man habe damit enorme logistische Vorteile.

Beim nun angekündigten Umbau verlieren die meisten Nokia-Mitarbeiter ihre Arbeit im ungarischen Komarom: In dem Werk 100 Kilometer westlich von Budapest müssen nach Nokia-Angaben 2300 von 4200 Beschäftigten gehen. In Salo in der finnischen Nokia-Heimat fallen 1000 von 1700 Arbeitsplätzen weg. In Mexiko müssen sich im Werk Reynosa 700 von 1000 Arbeitern einen neuen Job suchen. Der Stellenabbau soll bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die seit Monaten schwächelnde Nokia-Aktie legte leicht zu.

Das ungarische Wirtschaftsministerium bedauerte Nokias Schritt. Man werde «alles unternehmen, um den in eine schwierige Lage geratenen Betroffenen zu neuen Arbeitsplätzen zu verhelfen», hieß es in Budapest. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hatte Nokia erst am Dienstag in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation zusammen mit anderen Industrie-Investoren wie Mercedes, Audi und Bosch als positives Beispiel für ausländisches Wirtschaftsengagement in Ungarn hervorgehoben.

Nokia hatte vor kurzem bereits die Produktion einfacher Handys aus dem rumänischen Cluj nach Asien verlagert. Auch das hatte für Aufregung gesorgt: Das Werk war erst 2008 von Bochum aus nach Rumänien gezogen. In Deutschland baute Nokia stattdessen einen Schwerpunkt für Software-Entwicklung auf, unter anderem bei Navigationsdiensten.



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Artikel vom 08.02.2012 - 16.53 Uhr
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