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Mit dem freundlichen »Taxi« vom Bett zum Hackbraten

Artikel vom 07.07.2012 - 07.32 Uhr

Mit dem freundlichen »Taxi« vom Bett zum Hackbraten

»Wenn die Arbeit ruft«: Der dritte Einsatz dreht sich um hilfsbereite Menschen – Ein Blutspendetermin mit dem Team der DRK-Bereitschaft Lich.

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Das Team vom Blutspendedienst Hessen aus Frankfurt bei der Arbeit: Krankenschwester Alexandra Igl (r.) und Arzthelferin Martina Nemec-Deumer »zapfen« bei Helmut Bach, Judith Hejny und Brunhilde Klinger.
»Be nice to me – I gave blood today« – so prangte es auf den Buttons meiner Mitschüler in der Abschlussklasse. »Sei nett zu mir – ich habe heute Blut gespendet« – das wollte ich auch. Doch Fehlanzeige: »I tried« – mein Button gefiel mir gar nicht. »Ich hab’s versucht« heißt das. Erst 15 und keine amerikanische Staatsbürgerin – das waren bei meinem Schüleraustausch mit den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahrtausend gleich zwei Ausschlusskriterien. Als ich später volljährig war, habe ich ein paarmal in Deutschland gespendet, aber dabei blieb es dann auch. Warum ich nicht weitergemacht habe?

Das frage ich mich auch, als ich mich am Donnerstag vergangener Woche um 15 Uhr bei Karin Schmidt vom Vorstand der DRK-Bereitschaft Lich zum Dienst melde – für den Blutspendetermin des Deutschen Roten Kreuzes. Als die Anfrage in die Redaktion flatterte, ob einer von uns das Team von der DRK-Bereitschaft Lich als freiwilliger Helfer unterstützen könnte, habe ich gleich zugegriffen. Das ist genau der richtige Einsatz für mich im Rahmen unserer Sommerserie »Wenn die Arbeit ruft...« – und neben der tatkräftigen Hilfe, die ich hoffentlich einbringen kann, ist es eine gute Gelegenheit für mich, selbst wieder einen Einstieg ins Blutspenden zu finden.

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Erstspenderin »pi«: Hiltrud Keil macht die Blutspende zum Vergnügen. (Foto: Schmidt)
Das Fahrzeug des Blutspendedienstes Hessen steht schon vor dem Gemeindezentrum der katholischen Kirchengemeinde St. Paulus, das Team aus Frankfurt ist bereits mit dem Aufbau beschäftigt. »Herzlich willkommen«, sagt Karin Schmidt vom Vorstand der DRK-Bereitschaft Lich, »sind Sie bereit?« Und ob. In der Küche ist schon Betrieb: Volker Wiegand, seit 42 Jahren bei der Bereitschaft, und Hiltrud Keil kochen Tee und Kaffee, spülen Becher, packen Brote aus, besprechen die Arbeitsverteilung. Beim Abtrocknen erfahre ich, dass bei Blutspendeterminen wie diesem zwei Teams quasi automatisch mit ihrer Arbeit ineinandergreifen: Die örtliche DRK-Gruppe mit Einsatzleiterin Schmidt an der Spitze sorgt für Ort, Organisation, Logistik, Betreuung und Verpflegung der Spender und räumt nachher wieder auf. Die Leute vom Blutspendedienst Hessen stellen Personal, das Equipment wie Liegen und Material, installieren sich selbsttätig vor Ort und sind verantwortlich für alles, was die eigentliche Blutspende betrifft. Sechs Männer und Frauen sind nach Lich gekommen, darunter zwei Ärzte.

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Ziel erreicht: Einen halben Liter Blut darf jeder Spender bei einem Termin abgeben.
Mein Dienst soll so aussehen: Beim Aufbauen helfen, mir dann einen Überblick über alle Stationen verschaffen, damit ich weiß, wie’s läuft rund um die Blutspende – und es unseren Lesern erklären kann. Dann soll ich an möglichst vielen verschiedenen Stellen selbst mitarbeiten.

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Gute Stimmung in der Küche (v. l.): Elise Sundermeier, Kerstin Raake, Volker Wiegand, Karin Schmidt und Hiltrud Keil von der DRK-Bereitschaft Lich haben alles im Griff. (Fotos: pi)
Also los, die ersten Spender kommen schließlich schon um 16.30 Uhr. Bis 20.30 Uhr geht es dann nonstop rund. Wir möblieren einen kleinen Speisesaal: Tische werden gerückt, Stühle herangeschleppt. Damit man nach seiner Blutspende dann den Hackbraten... aber später mehr davon. Gut, dass das Gemeindezentrum so viele verschiedene Räumlichkeiten hat – fast alle werden an diesem Nachmittag gebraucht. Der große Don-Bosco-Saal verwandelt sich gerade in ein Lazarett: Alexandra Igl, Martina Nemec-Deumer, Alexander Zobel und Manuel Jahn bereiten ihren Arbeitsplatz vor, desinfizieren, stellen alles zurecht. Krankenschwestern, Pfleger oder Rettungsassistenten können Blutentnahmen durchführen. Und was macht der Arzt? Ich besuche Ronald Balß in einem der beiden Arztzimmer, sein Kollege Norbert Sieck räumt nebenan die nötigen Dinge auf den Schreibtisch. »Überprüfung des Patientenbogens, ein aufklärendes Gespräch, Blutdruck- und Fiebermessen und Ausschluss von Gründen, die einer Blutspende entgegenstehen – das ist Sache des Arztes«, erklärt der Rüsselsheimer, der als Freiberufler dreimal in der Woche für den Blutspendedienst im Einsatz ist – seit 25 Jahren. Insgesamt gibt es sieben DRK-Blutspendedienste in Deutschland, die überall im Land mobil Spendenentnahmen durchführen. »Bei der Spendebereitschaft gibt es ein Land-Stadt-Gefälle – je kleiner der Ort, desto größer der Prozentsatz derjenigen, die kommen. Man kennt sich eben – beim Fußballurnier oder anderen Veranstaltungen ist das DRK ja auch präsent.« Und das Alter der Spender? »Überwiegend jenseits der 50. Vielleicht fragt man sich erst später, was sinnvoll sein könnte, zu tun?« meint der Mediziner zur Motivation, die Menschen zum Blutspenden bringt.



Aufsicht über die Laufzettel

 



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Artikel vom 07.07.2012 - 07.32 Uhr
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