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Zahl der Impfwilligen hat deutlich zugenommen

Artikel vom 11.11.2009 - 20.09 Uhr

Zahl der Impfwilligen hat deutlich zugenommen

Vogelsbergkreis (ks). Die Zahl der Fälle von Schweinegrippe steigt auch im Vogelsbergkreis - und damit die Zahl der Impfwilligen beim Gesundheitsamt. 75 bestätigte Schweinegrippe-Fälle sind gegenwärtig bekannt, berichtete Kreispressesprecher Erich Ruhl auf Anfrage.
Mit der Zunahme der Fälle ist das Interesse an der Impfung gestiegen. 	(Foto: be)
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Mit der Zunahme der Fälle ist das Interesse an der Impfung gestiegen. (Foto: be)
Vogelsbergkreis (ks). Die Zahl der Impfwilligen beim Gesundheitsamt. 75 bestätigte Schweinegrippe-Fälle sind gegenwärtig bekannt, berichtete Kreispressesprecher Erich Ruhl auf Anfrage. Beim Gesundheitsamt verzeichnet man nach einem schleppenden Auftakt nun ein »sehr deutliche Zunahme« von Impfungen. Zur Panik besteht indes kein Anlass, bislang waren die Verläufe in den bestätigten Fällen alle mild. Einen starken Zulauf an Impfwilligen verzeichnen auch niedergelassene Ärzte. So hieß es aus der Praxis des Grebenauer Allgemeinmediziners Dr. Burckhard Dietz-Magel, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung im Kreis, dass es bei Patienten »eine große Nachfrage nach der Impfung gibt.« Dort stehen über 100 Patienten auf der Warteliste, weil der Impfstoff knapp geworden ist. So wurden Hausarztpraxen in diesen Tagen rund 20 Impfdosen zugeteilt, die für 200 Impfungen reichen.

Das Kreisgesundheitsamt registriert einen deutlichen Anstieg von Interessierten, »wir sind schon ein bisschen zur Impfstation geworden,« schilderte Pressesprecher Ruhl die Situation. Das sei eine gewisse Herausforderung, die man aber bewältige. So wurden Honorarkräfte eingestellt, die impfen, und Verwaltungsmitarbeiter abgeordnet, die jetzt zum Beispiel Impfbestätigungen in den Computer eintippen. An der Gesamtschule Schlitzerland in Schlitz blieben dieser Tage einige Klassen zu Hause, im Kreis wurde aber noch keine Schule geschlossen.

In einer Ausschusssitzung wurde Landrat Marx am Montag zur Entwicklung bei der neuen Influenza A/H1N1, wie es richtig heißt, befragt. Bis vor kurzem hatten sich demnach aus sogenannten »Risiko-Gruppen« wie medizinisches Personal oder Feuerwehrleute - das umfasse an die 12 000 Personen im Kreis - erst rund 500 impfen lassen. Mittlerweile steigt die Bereitschaft zum »Pieks« aber deutlich an.

Wer sich impfen lassen will, solle sich weiterhin zunächst an seinen Hausarzt wenden, so der Landrat. Wenn der nicht impft, kann man sich an das Kreisgesundheitsamt wenden (unter Telefon 06641/977-173 anmelden), dort ist momentan auch noch ausreichend Impfstoff vorhanden.

Von Medizinern ist zu hören, dass es schwer ist, allgemein verbindliche Ratschläge zu geben. Jeder Patient müsse individuell und differenziert betrachtet werden: Wie alt ist er, welches Risiko bringt er mit? So profitierten ältere Menschen von 60 aufwärts nicht unbedingt von einer Impfung, weil sie möglicherweise noch Immunstoffe von früheren Grippeerkrankungen mit einem ähnlichen Virus in sich haben. Auch kommen in dieser Gruppe kaum Erkrankungen vor, betroffen sind eher Kinder und jüngere Menschen. Zudem verläuft die Influenza meistens glimpflich. Dass nicht alle Arztpraxen ihre Patienten impfen, mag auch daran liegen, dass damit eine nicht unerhebliche Mehrarbeit verbunden ist. Der Stich mit der Nadel ist dabei nicht das Problem. Viel mehr zu tun hat das Personal mit den bürokratischen Begleiterscheinungen. Da muss der Patient zunächst eine Einverständniserklärung durchlesen, ausfüllen und unterschreiben. Er wird darin auf die möglichen Nebenwirkungen - sie reichen von Schmerzen an der Einstichstelle bis hin zu Durchfall oder grippeähnlichen Symptomen - hingewiesen. Unter anderem muss er bei ihm bekannte Allergien und Medikamente, die er regelmäßig einnimmt, angeben. Ans Gesundheitsamt müssen die Praxen einen Zettel faxen, der Name, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer und Krankenkasse des Patienten enthält.



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Artikel vom 11.11.2009 - 20.09 Uhr
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