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Wegen NPD-Aufmarsch: Für etliche Straßen gilt Halteverbot

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Artikel vom 13.07.2011 - 11.53 Uhr

Wegen NPD-Aufmarsch: Für etliche Straßen gilt Halteverbot

Gießen (mö). Wer bis jetzt noch nicht mitbekommen hat, dass am Samstag die NPD in Gießen marschieren will, bekommt das in der Innenstadt gezeigt: In vielen Straßen gilt ab Freitag ein absolutes Halteverbot, das der Polizei die nötige Bewegungsfreiheit sichern soll.

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Von Schmiereien betroffen ist auch das nagelneue Mobiliar in der Löwengasse.
Was denn für Arbeiten in der Schanzenstraße anstehen, wollte am Dienstag eine Anruferin wissen und fügte sogleich hinzu, dass sie eine Sanierung der »Buckelpiste« begrüßen würde. Die Frau hat sich zu früh gefreut, denn die absoluten Halteverbote, die in den letzten Tagen für etliche Gießener Straßen angekündigt worden sind, haben ausnahmsweise nichts mit Baustellen zu tun. Es sind die Vorboten eines Ereignisses, das die Polizei und die städtische Ordnungsbehörde seit Monaten beschäftigt. Es geht um den von der NPD für den Samstag angemeldeten Aufmarsch und die damit in Verbindung stehenden Gegenaktionen.

Ab Freitag gelten Halteverbote unter anderem für die untere Bahnhofstraße, die Schanzenstraße, den Reichensand, die Lahnstraße, die Liebigstraße zwischen Bahnhof- und Frankfurter Straße sowie den Alten Wetzlarer Weg. Diese Verbote sind offensichtlich entlang der Marschroute der Rechtsextremisten und/oder einer ebenfalls angemeldeten Gegendemonstration der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BDA) verhängt worden. Die Abwesenheit von Autos am Wegesrand soll der Polizei die nötige Bewegungsfreiheit bei der Begleitung der Demonstrationen verschaffen. Die Stadt, die die Parkverbote in enger Abstimmung mit der Polizei verhängt hatte, verwies gestern auf Anfrage auf die Federführung der Ordnungshüter; die Polizei will die Presse morgen über ihre Vorbereitungen informieren.

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Auch für die untere Bahnhofstraße gilt ab Freitag ein Parkverbot. Von Schmiereien betroffen ist auch das nagelneue Mobiliar in der Löwengasse. (Fotos: Schepp/mö)
Von den Halteverboten betroffen sind mit der Lahnstraße, wo sich die zentrale Aufnahmestelle des Landes Hessen für Asylsuchende befindet, und dem Alten Wetzlarer Weg, wo es das linksautonome Kulturzentrum »Infoladen« gibt, zwei neuralgische Punkte.

Nach wie vor unklar ist, ob und wie viele Neonazis überhaupt nach Gießen kommen werden. Die Mobilisierung der linksautonomen Szene, die die NPD-Demo gemeinsam mit anderen Gruppen blockieren will, läuft offenbar besser als bei den Rechten. Auf der »Mobiseite« der Neonazis wurde gestern an potentielle Teilnehmer die Botschaft getwittert: »Steuert nicht Gießen direkt an. Infos bei den Führungskräften«.

Weiter eine Begleiterscheinung im Vorfeld des Demo-Samstags sind Schmierereien in der Stadt. Nach einigen Gebäudefassaden wurde jetzt auch das nagelneue Mobiliar in der Löwengasse von vermeintlichen oder tatsächlichen NPD-Gegnern besprüht.

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Artikel vom 13.07.2011 - 11.53 Uhr
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Leserkommentare
(13.07.2011 21:07)
HaraldBessner1
Ignorieren?
Das mit dem ignorieren der Nazis hat ja schoneinmal wunderbar funktioniert.....
Großartig auch mal wieder der Artikel von Herrn Möller, ein paar Schmierereien scheinen ihn mehr zu stören als ein versuchter Fackelmarsch der Nazis am Samstag. Darüber verliert die Allgemeine nämlich kein Wort, genauso wie über das Bündnis "Gießen Bleibt Nazifrei" kaum berichtet wird.
Glaubt wirklich irgendwer das Bratwurstessfest "Gießen bleibt bunt" bringt Menschen auf die Straße?? Da werden Leute die am Samstag in Gießen sowieso einkaufen gehen sich über die Kinderbespassung freuen, aber kaum jemand der gegen Nazis demonstrieren möchte wird dort hin gehen. Ich empfinde die Berichterstattung als mehr als unfair und es ist Schade das zivilgesellschaftliches Engagement von dieser Zeitung keinen Respekt erfährt.
(13.07.2011 18:27)
Gracchus
Strafanzeige ?
Naja, für solche ehrenwerten Absichten wie zB. "NazisBoxen" müssen privates Eigentum wie auch vom Steuerzahler finanzierte öffentliche Einrichtungen schon mal herhalten. Und davon, daß die Stadt Strafanzeige erstattet hätte ist ja im Artikel auch nichts zu lesen.
Das ist wohl die Toleranz wie sie von Links verstanden wird !
(13.07.2011 12:11)
hesse
Gegen Nazis
Wenn man die Nazis so wichtig nimmt, darf man sich nicht wundern, dass sie auftauchen.
Ein totaler Boykott der Brut ist, m.M. nach, viel wirkungsvoller.
Wenn sich niemand für sie interessiert, dann hauen die ganz frustriert wieder ab.
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