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Von Johannas Mörder fehlt bislang jede Spur

Artikel vom 01.04.2010 - 02.00 Uhr

Von Johannas Mörder fehlt bislang jede Spur

Ranstadt-Bobenhausen (dpa). Die kleine Johanna Bohnacker wurde schon sieben Monate vermisst, als Spaziergänger am 1. April 2000 ihre Leiche im Wald bei Alsfeld entdeckten. Von dem Mörder der Achtjährigen mit den langen blonden Haaren, die zuletzt beim Spielen an einem Sportplatz in ihrem Heimatort Ranstadt-Bobenhausen gesehen worden war, fehlt auch zehn Jahre später jede Spur.
Am 2. September 2009, zehn Jahre nach Johannas Verschwinden, haben Polizeibeamte ein Plakat in Bobenhausen aufgebaut, mit dem zu
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Am 2. September 2009, zehn Jahre nach Johannas Verschwinden, haben Polizeibeamte ein Plakat in Bobenhausen aufgebaut, mit dem zu Hinweisen im Mordfall der Achtjährigen aufgerufen wird. Johanna war zuletzt beim Spielen an einem Sportplatz in ihrem Heimatort gesehen worden. Von ihrem Mörder fehlt bis heute jede Spur. (Archivfoto: dpa)
Nach dem Täterprofil des Landeskriminalamtes kannte das Mädchen ihren Mörder. Inzwischen schließt die Polizei auch nicht aus, dass es einen Mittäter oder mindestens Mitwisser der Tat gibt. Die Polizei nahm in drei Massentests die erwachsenen Männer in der Umgebung ins Visier, jedoch ohne Erfolg. »Die Ermittlungen ruhen nicht«, sagt Polizeipressesprecher Jörg Reinemer. »Aber es ist schwierig nach so langer Zeit.«

»Es gehen immer mal wieder Hinweise ein, denen auch nachgegangen wird. Im Moment haben wir aber nichts Heißes«, sagt die Gießener Staatsanwältin Ute Sehlbach-Schellenberg. Mit einem riesigen Plakat am Ortseingang von Bobenhausen hatte sich die dreiköpfige, auf Gewaltdelikte spezialisierte Ermittlergruppe der Polizei im vergangenen September - zehn Jahre nach Johannas Verschwinden - erneut an die Öffentlichkeit gewandt. »Wo sind die Mörder?« war über einem Foto Johannas zu lesen, und darunter: »Gesucht seit 2.9.99« sowie die Polizei-Telefonnummer.

»Das Plakat war auch eine Mitteilung an den Täter: ›Wir ruhen nie, bis wir dich haben!‹ «, sagt Reinemer. Dabei setzten die Ermittler auch auf neue Ermittlungsansätze, den Kontakt mit anderen Dienststellen und neue technische Möglichkeiten, denn am Fundort wurde ein Teilabdruck eines Fingers oder einer Handfläche des Täters auf einem Klebeband gesichert, mit dem Johanna gefesselt worden war.

Drei Massentests von 1500 Männern blieben aber ohne Ergebnis. Zunächst hatten 442 Männer aus der nächsten Umgebung ihre Fingerabdrücke abgegeben. Die zweite Reihe, die im April 2005 begann, umfasste die Benutzer einer Bauschuttdeponie in der Nähe des Entführungsortes. Der Polizei war jahrelang verborgen geblieben, dass dort ein Kassenbuch mit den Namen der Besucher geführt worden war. Beim zweiten Test nutzten die Ermittler bundesweit erstmalig in einem Massenvergleich neue elektronische Lesegeräte.

Johannas Spur hatte sich auf dem Sportplatz am Ortsrand ihrer Heimatgemeinde verloren, nur 400 Meter von ihrem Elternhaus entfernt, wo sie noch kurz zuvor mit Freundinnen gespielt haben soll. Ihr Fahrrad wurde kurz darauf in der Nähe des Platzes gefunden, auf dem noch ein Fußballspiel geplant war. Spaziergänger entdeckten die Überreste der Leiche des Mädchens rund 100 Kilometer weiter in einem Waldstück an der A 5 Kassel-Darmstadt, direkt an einem inoffiziellen befahrbaren Weg zur Autobahn. Die Eltern identifizierten die sichergestellte Kleidung als die ihrer jüngsten Tochter. Das tote Kind muss schon länger im Wald gelegen haben, die Polizei geht davon aus, dass der Täter die Schülerin bald nach ihrem Verschwinden umbrachte.



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Artikel vom 01.04.2010 - 02.00 Uhr
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