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»Seit zwei Wochen herrscht bei uns volle Lotte«

Artikel vom 03.02.2009 - 23.55 Uhr

»Seit zwei Wochen herrscht bei uns volle Lotte«

Gießen (gbp/js). Bekanntlich können Altautomobilbesitzer seit dem 27. Januar eine Abwrackprämie beantragen, wenn sie ihr Fahrzeug zur Entsorgung bringen und sich im Gegenzug einen Neuwagen kaufen. Viele Händler verzeichnen einenAnsturm der Kunden.
Drei Generationen vor zu Blöcken gepressten Schrottautos:  Heinz-Willi Eimer, Willi Eimer, Mariechen Eimer, Petra Eimer-Oswald,
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Drei Generationen vor zu Blöcken gepressten Schrottautos: Heinz-Willi Eimer, Willi Eimer, Mariechen Eimer, Petra Eimer-Oswald, Karin Oswald (geb. Eimer), Nadja Eimer. Der Langgönser Betrieb gehört zu den heimischen Entsorgungsfirmen. (Foto: gbp)
In der letzten Januarwoche bestellten erstmals seit September wieder mehr Händler und Kunden einen Neuwagen, so der Verband der Automobilindustrie (VDA), der von 16 Prozent Zuwachs spricht. Anderseits: Bisher sind beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle »nur« 3000 Anträge für die Prämie eingegangen - aber viele weitere Anträge werden folgen. Was hat die Neuregelung eigentlich heimischen Entsorgungs- und Verwertungsbetrieben gebracht? Die »Allgemeine Zeitung« fragte bei den Firmen Eimer (Langgöns), Völker in Hochelheim und Bulla in Gießen nach.

Dort spricht man von bisher guten Erfahrungen - allerdings gibt es auch eine Probleme, die die Euphorie dämpfen. Bulla an der Ecke Lahnstraße/Hüttenweg verzeichnet erheblichen Zuspruch. »Die Zahl der Kraftfahrzeuge, die von Kunden zu Entsorgung gebracht werden, ist bei uns mindestens um das Fünffache gestiegen - von bisher rund fünf auf bis zu 30 Pkw pro Tag«, berichtet Carmen Bulla. Zehn Beschäftigte hat der 1987 gegründete Betrieb - davon sind drei ausschließlich für Pkw-Entsorgung angestellt, »deren Arbeitspensum sich in den letzten Wochen natürlich noch erheblich erhöht hat. Wir verdienen an der Abwrackprämie.«

Harald Völker vom gleichnamigen, sechs Mitarbeiter zählenden Familienbetrieb in der Hohen Straße 15 bis 20 in Hochelheim schildert ebenfalls eine gute Resonanz: »Wir haben tüchtig zu tun in unserem Betrieb, der 1977 in Langgöns gegründet wurde.« Der Seniorchef erwartet durch die Abwrackprämie insgesamt ein gutes Geschäft - mit Einschränkungen: »Da viele unsere Kunden uns jetzt auch hochwertige ältere Autos liefern, müssen wir ihnen mehr zahlen, ohne dass wir diese Wagen weiterverkaufen können. Bei Wagen, die speziell wegen der Prämie zu uns gebracht werden, verdienen wir lediglich noch beim Verkauf von Ersatzteilen.«

Allein am Samstag wurden in Langgöns 30 Autos zur Verschrottung abgegeben

Und wie ist die Situation bei Eimer in Langgöns? Am Morgen nach Bekanntwerden der Abwrackprämie stand der erste Kunde vor der Tür bei Autoverwerter Willi Eimer. »Da wussten wir selbst noch nichts Genaueres«, so der Firmenchef. Nirgends seien Informationen zu erhalten gewesen. Ob Regierungspräsidium oder Verband - niemand sei ans Telefon gegangen. »In den letzten 14 Tagen war hier volle Lotte!«

Allein am vergangenen Samstag, an dem der alteingesessene Schrottplatz halbtags geöffnet hatte, seien über 30 Autos abgegeben worden. Darunter Wagen, die in den Augen von Autoliebhaber Eimer noch lang nicht reif für die Schrottpresse sind, manche erst neun oder zehn Jahre alte, gepflegte Pkw aus erster Hand. »Das tut richtig weh, da kommen einem die Tränen.«



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Artikel vom 03.02.2009 - 23.55 Uhr
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