Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Übersicht » Newsticker »

Kreiskrankenhaus Alsfeld Marx sieht politische Mehrheit pro Bad Hersfeld

Artikel vom 10.12.2009 - 21.48 Uhr

Kreiskrankenhaus Alsfeld Marx sieht politische Mehrheit pro Bad Hersfeld

Alsfeld (rs). Eine politische Mehrheit im Vogelsberg dürfte für eine Verbindung des Kreiskrankenhauses Alsfeld mit dem Klinikum Bad Hersfeld auf der Basis einer gesellschaftsrechtlichen Verflechtung sein. Diese Einschätzung erläuterte am Donnerstag Landrat Rudolf Marx in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Alsfelder Krankenhaus GmbH.
Dabei hob der Christdemokrat Marx im Nachgang einer Aufsichtsratssitzung insbesondere darauf ab, ein Nein der Kreiskoalition (CDU, FW, FDP) dazu in der Kreistagssitzung Mitte November müsse andere als tatsächliche und faktische Gründe haben. Schließlich hätten in der CDU-Fraktion führende Kräfte auf der Fraktionsdisziplin bestanden, nicht wenige christdemokratische Abgeordnete hätten sich sichtlich unwohl in ihrer Haut gefühlt. Eine freie Abstimmung hätte mit den SPD-Stimmen die gesellschaftsrechtliche Verflechtung sicher befürwortet. Wenn auch am kommenden Montag das Thema in der nächsten Kreistagssitzung (10 Uhr in Lauterbach) erneut auf der Tagesordnung steht, so gab sich Marx nicht optimistisch, dass es zu einer Änderung der Mehrheitsverhältnisse kommen werde. Allerdings ließ er durchblicken, dass er darauf setzt, noch in der laufenden Legislaturperiode (bis 2011) eine gesellschaftsrechtliche Verflechtung in seinem sowie dem Sinne der ärztlichen Leitung und der Arbeitnehmer des Kreiskrankenhauses zu erreichen.

Im Nachgang der Aufsichtsratssitzung machte Landrat Marx auf die unerwartete Entwicklung seit dem 16. November (Kreistagssitzung) aufmerksam. Danach hatte eine Mehrheit im Kreisausschuss den Kreistagsbeschluss beanstandet, weil ein leitender Angestellter der Stiftung Heilanstalt für Kranke (Lauterbacher Eichhofkrankenhaus) als CDU-Vertreter an der Abstimmung teilgenommen hatte. Deshalb werde sich der Kreistag mit dem Thema erneut befassen müssen, allerdings sei ein vom 16. November abweichendes Votum nicht zu erwarten.

Im Gefolge des Scheiterns einer gesellschaftsrechtlichen Verflechtung mit dem Klinikum Bad Hersfeld werde man auf der Ebene einer Kooperation die bisherige gute Zusammenar- beit fortsetzen, kündigte Marx an. Darin stim- me er mit dem Bad Hersfelder Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU) überein. Bei einer Ver- anstaltung mit ihm (Marx) und Dr. Schmidt sei kürzlich auch eine führende Person der Vogelsberger CDU-Kreistagsfraktion gewesen, die dem Hersfelder Landrat bedeutet habe, wenn man auch jetzt die gesellschaftsrechtliche Verflechtung abgelehnt habe, so lasse sich das Thema ja in einem Jahr wieder auf die Tages- ordnung setzen. Das stimme ihn optimistisch, meine Marx.

Nicht nur im Nachbarkreis Hersfeld-Rotenburg herrsche Unverständnis in Hinblick auf die Mehrheitsentscheidung des Vogelsberger Kreistages, informierte Marx, auch die Beschlusslage des hessischen Landkreistages stehe der Ansicht der Koalition strikt entgegen. Bundesweit übereinstimmende Einschätzung sei, dass die Ära der kleinen Krankenhäuser zuende gehe, alleine hätten sie keine Zukunftschance, ohne sie jetzt damit schlecht reden zu wollen. Ganz klar sei da die Aussage des Referatslei- ters für Krankenhausversorgung des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Familie und Gesundheit, Jochen Metzner. Demnach habe der Landtag in einem Entschließungsantrag einstimmig formuliert, »...gute Versorgung muss sowohl auf hohem Qualitätsniveau als auch wirtschaftlich erfolgen. Dabei erweisen sich Krankenhausverbünde als geeignet, Synergieeffekte zu mobilisieren und sowohl wirtschaftliche wie hochwertige medizinische und pflegerische Versorgung sicherzustellen. Darüber hinaus sind zukünftig - angesichts der Fortschritte und Spezialisierungen in der Medizin - Strukturen auf der Ebene der einzelnen Kreise nur noch sehr eingeschränkt in der Lage, allein den anstehenden Herausforderungen zu entsprechen. Deshalb sind größere Verbünde gerade im ländlichen Raum auch aus Gründen der Sicherung einer hohen Versorgungsqualität oft unvermeidlich.« In anderen Landkreisen schüttelten Verantwortliche den Kopf über das negative Votum des Kreistages, so Marx, andernorts wäre man froh, wenn Verhandlungen zwischen Krankenhäusern so weit gediehen wären.

In diesem Sinne äußerte sich auch Krankenhaus-Geschäftsführer Henner Häfner, der den Kreistagsbeschluss als »die zweitbeste Lösung« einordnete. In engem Kontakt zum Klinikum Bad Hersfeld werde man jetzt das Beste aus der Situation machen, bereits Ende Januar werde es zu einem Treffen der beiden Krankenhaus-Leitungen kommen.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 10.12.2009 - 21.48 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
weitere Meldungen
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang