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Hessische Tortenmeisterschaft: Süße Verführung in 61 Variationen

Artikel vom 09.05.2010 - 18.43 Uhr

Hessische Tortenmeisterschaft: Süße Verführung in 61 Variationen

Bad Nauheim (hau). Mit Ausnahme des miesen Regenwetters spielte am Sonntag bei der 1. (offenen) Hessischen Tortenmeisterschaft alles erfolgreich mit. Aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hatten 37 Amateure und Profis insgesamt 61 kunst- und geschmackvolle Meisterwerke angeliefert, um Auge und Gaumen von insgesamt 26 Juroren zu überzeugen und am Ende auch die vielen Gartenschaubesucher im Catering-Zelt mit ihren süßen Verführungen zu verwöhnen.
Was schmeckt am besten? Welcher Betrag ist am kreativsten gestaltet? Die Fachjury der 1. Hessischen Tortenmeisterschaft macht si
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Was schmeckt am besten? Welcher Betrag ist am kreativsten gestaltet? Die Fachjury der 1. Hessischen Tortenmeisterschaft macht sich erste Notizen. (Fotos: hau)
Noch vor dem »Anpfiff« zur Meisterschaft avancierte die längste Theke der Gartenschau zum umwerfenden Augenschmaus, umrahmt von zahllosen Schnappschüssen und begeisterten »Ooohs« und »Aaaahs«. Dem veranstaltenden Berliner Verlag Hadis edition um Hans-Dieter Lucas ging eine große Helferriege aus den Reihen des Lions Clubs Bad Nauheim zur Hand. Während Lucas die sechsköpfige Fachjury vorstellte, darunter die hessische Innungsmeisterin der Konditoren und die Konditormeister Martin Klein vom Bad Nauheimer Café Müller sowie Günter Mack aus Butzbach, drapierten die Helfer die köstlichen Kunstwerke - den Besuchern durfte schon einmal das Wasser im Mund zusammenlaufen. Aus ihren Reihen wählte Lucas weitere 14 »Tortenesser« aus, die die sechsköpfige prominente Amateur-Jury um Bad Nauheims Bürgermeister und Steinfurths Rosenkönigin komplettierten.

Jede Torte wurde von zwei Experten und zwei Laien so objektiv wie möglich bewertet. In die Entscheidung flossen optische und sensorische Kriterien ein. Begutachtet wurden Tortenböden, Cremefüllung, Dekoration und der Gesamteindruck. Die Qual der Wahl war groß. So gab es neben klassischen Varianten zwischen Schwarzwälder Kirsch, festlichen Obsttorten und Nuss mit Schokoguss eine ganze Reihe von Motivtorten von Elvis nebst Plattenspieler über einen grün geairbrushten Hut »Für die Mama« bis zur Blumenvase mit Orchideen.

Die ausgefallensten Ideen stammten von Mitgliedern der Amateur-Gruppe »Torten-Talk« aus der Wetterau und dem Ruhrgebiet, die sich via Internet über die neusten Entwicklungen in Sachen Motivtorten austauschen und schon an verschiedenen Events teilnahmen. Ein Trend, der aus England aufs Festland kam und nun rasante Kreise zieht. »Es soll auch so gut schmecken wie es aussieht«, berichteten die sieben jungen Frauen, dass sie gut und gerne 20 Stunden und mehr auf ihre Kunstwerke verwenden. Selbst die Profis mussten genau hinschauen, um sich davon zu überzeugen, dass alles von Hand gemacht war.

Steinfurths Rosenkönigin Sina Möller und ihre Prinzessinnen mache sich ein Bild vom süßen Angebot.
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Steinfurths Rosenkönigin Sina Möller und ihre Prinzessinnen mache sich ein Bild vom süßen Angebot.
Dem Aufruf zur Hessenmeisterschaft war auch das Ausbildungszentrum für behinderte Jugendliche (BAW) in Michelstadt/Odenwald gefolgt. Ausbilderin Birgit Müller erzählte, mit wie viel Freude vier Jugendliche an dem Pionierprojekt teilgenommen und zwei wundervolle Torten kreiert hätten. Überhaupt war der Fantasie schlichtweg keine Grenze gesetzt, und fast alle Torten nahmen Bezug auf Jahreszeit, Austragungsort, Gartenschau oder Muttertag. Hier rankten sich Blumen, dort verschlangen sich Herzen, dann thronte eine Hochzeitstorte neben einem Buch zur Landesgartenschau, ein Marburger Frühlingstraum gab sich ein Stelldichein mit einer Vogelsberger Erdbeer-Vanille oder einer Fleur de Rose. Die rosigen Variationen hatten es natürlich der Rosenkönigin und ihren Prinzessinnen besonders angetan. Gerne legten sie ihre Blumensträuße beiseite, um auf leidenschaftliche Probiertour zu gehen.

Begeistert von der Bandbreite war nicht zuletzt Veranstalter Lucas. Sein Verlag hatte vor vier Jahren die erste Tortenmeisterschaft ausgerichtet, auf der Landesgartenschau in Niedersachsen. Zwei Meisterschaften folgten in Berlin und Brandenburg. Voraussetzung für die Teilnahme ist immer auch die Bereitstellung des Rezepts. Darauf aufbauend soll nach der Hessenmeisterschaft möglicherweise ein neues Buch in der Reihe »Tolle Torten« erscheinen. Entsprechende Fotos hatte Lucas geschossen, bevor die Tortenträume unters Messer kamen.

 

Daten, Zahlen, Fakten

Der Jubel war groß: Den Hessenmeistertitel holte ein Team aus der Kurstadt. Gesamtsieg: Team der Confiserie Odenkirchen/Bad Nauheim mit seiner Calvados-Weinschaum-Torte. Zweiter Platz und beste Amateurin: Maria Vogel/Wenden (Nordrhein-Westfalen mit ihrem grünen Hut »Für Dich Mama«. Dritter Platz und zweitbeste Amateurin: Beate Landau aus Hüttenberg mit ihrer Elvis-Torte. Den Erlös aus ihrer ehrenamtlichen Unterstützung der Tortenmeisterschaft spendet der Lions Club der Musikschule Bad Nauheim. Der Meisterschaft zuliebe hatte man auf das traditionelle Muttertagskonzert am Aliceplatz verzichtet, nicht aber auf die Unterstützung der Musiker, die am Nachmittag auf der Hauptbühne aufspielten.

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Artikel vom 09.05.2010 - 18.43 Uhr
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