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Der Koch fehlt und die Küche wurde stillgelegt

Artikel vom 06.07.2010 - 08.00 Uhr

Der Koch fehlt und die Küche wurde stillgelegt

Vogelsbergkreis/Wangerooge (jol/pm). Der Koch fehlt, die Küche stillgelegt, der Träger nicht zu erreichen - das Haus Vogelsberg auf der Insel Wangerooge zeigt sich derzeit sich in einem erbarmungswürdigen Zustand.
Idylle im Grünen und nun in heftigen Turbulenzen: Das Haus Vogelsberg auf Wangerooge.
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Idylle im Grünen und nun in heftigen Turbulenzen: Das Haus Vogelsberg auf Wangerooge.
© Vogelsbergkreis
Darauf verweist ein Bericht der Nordwest-Zeitung, in dem es heißt, eine Besuchergruppe habe sich selbst an den Herd der 60-Betten-Einrichtung stellen müssen. Nachdem das Kühlsystem im Küchenlager ausgefallen war, hatten die Behörden die Heimküche still gelegt. Der ehrenamtliche Hausleiter fühlt sich offenbar vom Träger im Stich gelassen.

Träger ist ein Bildungswerk in Berlin, das das Haus vom Vogelsbergkreis in Erbbaurecht übernommen hat. Landrat Marx äußert in einer ersten Reaktion sein großes Befremden über den Zustand und die Vorkommnisse rund um das Haus Vogelsberg auf der Insel Wangerooge, dessen Eigentümer der Landkreis bis 2004 war.

Zur Erinnerung: Der Kreistag hatte im Dezember 2003 den Kreisausschuss beauftragt, das Jugendheim zu verkaufen. Es fand sich kein Käufer. Stattdessen wurde das »Bildungswerk für Jugend-Soziales-Kultur« gGmbH in Berlin als Vertragspartner gefunden. Zwischen dem Vogelsbergkreis und diesem Bildungswerk wurde ein Erbbaurechtsvertrag geschlossen. Dabei bleibt der Vogelsbergkreis zwar Eigentümer, ist aber nicht mehr Einrichtungsträger, mit der Folge, dass Investitionen, Logistik, Administration und die gesamte Verantwortung vollständig in den Händen des Bildungswerkes in Berlin liegen.

Der Vogelsbergkreis will nun schnellstens heraus aus diesem Erbbaurechtsvertrag. Das bedeutet: Der Landkreis macht als Vertragspartner das sogenannte »Heimfallrecht« zur Rückübertragung des Erbbaurechts geltend. Dies allerdings nur, um wieder in der Lage zu sein, dem Beschluss des Kreistag aus dem Jahr 2003 Rechnung zu tragen, nämlich das Heim zu veräußern. Es seien mehrere mögliche Kaufinteressenten vorhanden, teilt die Kreisverwaltung mit. Das Heimfallrecht geltend zu machen, ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich, die in dem Vertrag geregelt sind. Solche Gründe liegen jetzt vor, so der sagte Leiter des Kreis-Rechtsamts, Dr. Arno Wettlaufer. Erstens sei der vereinbarte Jahreserbbauzins zum Vertragstermin am 1. Juli nicht überwiesen worden. Zweitens seien die im Vertrag vereinbarten Investitionen zum vereinbarten Termin Ende März nicht getätigt worden. Und drittens: das Veterinäramt Jade-Weser hat das Heim vor wenigen Tagen wegen der unhaltbaren Zustände komplett geschlossen.

Den schlechten Zustand bestätigt auch der Bericht der Nordwest-Zeitung. So habe der bisherige Hausmeister inzwischen einen Job angenommen, um ehrenamtlich das ihm ans Herz gewachsene Gebäude betreuen zu können. Sollte das Bildungswerk in Berlin der Rückübertragung nicht zustimmen, »so werden wir den Klageweg beschreiten«, um den Vertrag zu beenden, erläutert Pressesprecher Erich Ruhl das mögliche Vorgehen. Die Einschätzung des Vogelsbergkreises werde dann auch dem Bürgermeister von Wangerooge, Holger Kohls, mitgeteilt, fügt Ruhl an.

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