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Busfahrerstreik: Dienstag wird »auf jeden Fall« weiter gestreikt

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Artikel vom 09.01.2017 - 07.22 Uhr

Busfahrerstreik: Dienstag wird »auf jeden Fall« weiter gestreikt

Gießen (fd/mö/srs). Aufgrund des Busfahrerstreiks finden heute keine Fahrten auf den Stadtbuslinien 1, 2, 3, 13, 5, 7, 10, 12, 800, 801 und 802 (inklusive Wettenberg) statt. Andere Linien sind nicht betroffen. Ein Ende des Streiks ist bislang nicht in Sicht.

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© Oliver Schepp
Am Montagmorgen war die Lage an der Bushaltestellen in Gießen dennoch relativ entspannt: Viele schienen sich bereits im Vorhinein andere Möglichkeiten gesucht zu haben, um innerhalb der Stadt von A nach B zu kommen.

Nun erklärt Streikleiter Jochen Koppel von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi: Der Busverkehr wird »auf jeden Fall« auch am Dienstag bestreikt. Ein Ende ist bislang nicht in Sicht. Vorwürfe der Arbeitgeberseite, die Gewerkschaft habe zu den Arbeitsniederlegungen gezielt am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien aufgerufen, hatte Koppel bereits zuvor zurückgeworfen: »Das ist der durchschaubare Versuch, uns moralisch unter Druck zu setzen. Wir haben den Streik frühzeitig angekündigt, damit sich die Betroffenen darauf einstellen können«.

Ganz bitter ist der Streik für die Gießener Stadtteile Allendorf und Lützellinden: Diese Vororte sind komplett vom Öffentlichen Nahverkehr abgehängt, weil die Regionallinie 11 aus Wetzlar auf dem Weg nach Gießen nur noch in Kleinlinden hält.

Die streikenden Fahrer von Mit.Bus fordern in erster Linie eine bessere Bezahlung. Derzeit erhalten die Angestellten der Stadtwerke-Tochter einen Stundenlohn von 12 Euro. Verdi fordert eine Anhebung auf 13,50 Euro bei einer Laufzeit bis Juni 2018. Der Hessische Busunternehmerverband (LHO) bietet jedoch nur 12,65 Euro die Stunde. Aber auch die Pausenregelung soll verbessert werden, zudem fordert die Gewerkschaft einen zusätzlicher Urlaubstag für die Fahrer der privaten Busunternehmen.

Der Gießener Stadtschülerrat hat die Tarifparteien LHO und Verdi aufgerufen, »möglichst schnell an den Verhandlungstisch zurückzukehren«. Denn hinsichtlich der Situation in Gießen führe der Streik zu einer »schwerwiegenden Belastung« der größtenteils per ÖPNV zum Unterricht anreisenden Schüler/innen und damit ihrer Eltern. Da das staatliche Schulamt keine Veranlassung sieht, unterrichtsfrei zu geben, sollten die Schulleitungen »flexibel, unbürokratisch und verständnisvoll« mit verspätet eintreffenden Schülern umgehen. Die Stadtwerke, deren Tochter Mit.Bus mit elf Linien vom Streik betroffen ist, ruft die Schülervertretung dazu auf, zumindest eine »Grundversorgung« mit den wichtigsten Schülerbuslinien sicherzustellen

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Artikel vom 09.01.2017 - 07.22 Uhr
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Leserkommentare
(10.01.2017 11:17)
marty_Gi
Schoen, dass...
Schoen dass ihr hier jetzt Zahlen in den Ring schmeisst. Wo sind denn die Gehaelter der Manager auf Seiten SWG und Verdi, die den Mist veranstaltet haben?
Nochmal zum Mitschreiben: Die Busfahrer auf LOH-Seite haben voellig Recht. Die SWG-Fahrer brechen Recht (auf Raten von Verdi).
Und Verdi kuemmert sich statt um allgemeingueltige Loesung um ein Notbrot fuer einen kurzen Zeitraum.
Die SWG hingegen tut so, als ginge sie das alles nichts an - dabei sind sie die Ursache.
Also - der SWG und auch Verdi gegenueber bringe ich kein Verstaendnis auf. Und das koennte den ganzen Laden etwas in Schwung bringen, wenn alle nicht einfach nur "Verstaendnis" haetten und die Sache immer so (deutsch) hinnehmen wuerden.
(10.01.2017 10:33)
Darth Vader
Relationen
Natürlich nervt ein Streik immer wenn man als Kunde davon betroffen ist...aber wie meine Vorkommentatoren schon richtig bemerkt haben:
Wo wären wir denn gehaltsmäßig ohne dieses Recht auf Arbeitskampf? Wir reden hier auch nicht über Piloten welche 150.000,- Euro und mehr bekommen (verdienen?) und eben mal 15 oder 20 % fordern...also tieeeef durchatmen und etwas Verständnis haben.
(10.01.2017 10:23)
kolter 2.0
12 Euro die Stunde
macht 1300 Euro netto für einen Alleinstehenden und 1550 für den alleinverdienenden Familienvater mit zwei Kindern. Und dies bei einem sehr verantwortungsvollen Job und Schichten zu allen möglichen Zeiten.
Soll sich doch jeder selbst überlegen, ob er das in Ordnung findet.
Ansonsten stimme ich MatthiasM diesmal vollumfänglich bei. Seid doch froh dass sich noch jemand traut zu streiken. Alle anderen fürchten um ihren Job und halten die Klappe.
(10.01.2017 10:19)
marty_Gi
Rueckerstattung!
Lieber K. Dorfstedt, lieber Herr Lingner,
da die SWG-Fahrer nicht vom Streik betroffen sind und somit, wie gesagt, friedens- und arbeitspflichtig sind, ist die SWG gezwungen, den Ausfall zu erstatten.
Darauf werde ich pochen, und ich kann jedem anderen raten, dies auch zu tun. Wer sich so einfach aus der Affaere, die er selbst geschaffen hat, ziehen moechte, hat den Aerger verdient und soll dafuer geradestehen.
Und - ich meckere nicht ueber die Fahrer. Dennoch meckere ich ueber Verdi, denn die bekaempfen nicht die eigentliche Ursache (das es eine Zwei-Klassen-Betrachtung bei den Fahrern gibt), sondern nur die Auswirkung der unterschiedlichen Bezahlung. Also liebe Verdi - knoepft euch lieber die Veranwortlichen vor und sorgt dafuer, dass grundsaetzlich alle mit der selben Taetigkeit auch die selbe Bezahlung erhalten.
Was der ganze Mist in der Stadt jetzt noch an zusaetzlichem Verkehr, Umweltbelastung und Unfallgefahr (insbesondere auch bzgl. des Wetters) hervorbringt - soweit denkt ein Herr Koppel mit Sicherheit nicht. Sein "Timing" war bestimmt nur Zufall......
(10.01.2017 10:06)
MatthiasM
Auf dem Ruecken der Kinder?
Streik am besten nur wenn es keinem auffaellt! Irgendetwas machen die Gewerkschaften doch immer falsch, sie sollen nicht waerend der Feiertage streiken, nicht in der Woche, nicht in den Ferien....
Haben die Jammerer eigentlich vergessen wozu gestreikt wird? Ihr koennt euch ja gerne mit der sich oeffnenden Einkommensschere abfinden oder auf ein Arbeitgeberalmosen warten, aber ich finde es richtig, wenn gerade die Berufe die trotz hoher Verantwortung schlecht bezahlt werden, ihre Interessen so vorbringen dass es alle mitbekommen.
Wem das nicht gefaellt sollte vielleicht mal auf eine, von den Gewerkschaften durchgesetzte, Lohnerhoehung verzichten, denn auch wenn diese ohne Streik erreicht wurde, waere sie ohne das Recht dazu wohl kaum durchgesetzt worden.
(09.01.2017 23:23)
rlingner
Es sind nicht die Busfahrer ..
oder Gewerkschafter auf die man "schimpfen" sollte. Die nehmen nur ein demokratisches Grundrecht war. Es sind die SWG und daraus resultierend die Stadt Gießen auf die man "schimpfen" sollte. Durch ein aberwitziges Firmenkonstrukt von Auslagerung und Leiharbeit ist diese Situation erst entstanden.
Es ist mir ebenso schleierhaft wieso die SWG es nicht schaffen mit den Ihnen verbliebenen 50 Fahrern, welche eine Friedens- und Arbeitspflicht haben, einen Notfahrplan zu erstellen. Womit werden diese Busfahrer eigentlich während des Streiks beschäftigt?
Aber man ist als Bürger der Stadt Gießen ja anscheinend nur geduldeter zahlender Gast.
Noch eine persönliche Anmerkung. Ich bin schwerbehindert und auf den ÖPNV der Stadt zwingend angewiesen, da ich mir Taxi und Minicar nicht leisten kann. Das bei einem Streik mit Einschränkungen zur rechnen ist, ist schon klar. Aber das sich hier gar nix tut ist mit Verlaub gesagt eine Schande für unsere Stadt. Es sind wie meistens bei solchen Sachen die sozial Schwachen und Benachteiligten die darunter leiden müssen.
MfG Rainer A. Lingner
(09.01.2017 17:25)
K.Dorfstedt
Auf dem Rücken der Kinder!
Die Aussage der Streikführer, jener sei nicht geplant auf den Schulbeginn gelegt worden, finde ich unglaubhaft. Nein, vielmehr werden wir Rödgener, die oberen Kleinlindener, Allendörfer, Lützelindener und Wettenberger vollständig vom Busverkehr abgeschnitten. Für mich, ich kaufe immer Monatskarten, heißt das, dass ich mehr Geld ausgeben muss, weil ich andere Verkehrsmittel nutzen muss und trotzdem kein Geld von der SWG zurück bekomme. Das finde ich extrem falsch; die SWG streitet sich schließlich und es wäre fair, das wenigstens dann uns Kunden nicht auch noch finanziell spüren zu lassen. Man sollte rückerstatten! Aber was ich wirklich schäbig finde und da gebe ich den jungen Leuten vom Schüler Rat sehr sehr recht: Wenn schon keine Rückerstattungen und kein flächendeckendes Bus Angebot, dann wenigstens für in die Schule und um eins und vielleicht halb vier oder so wenigstens ein paar Busse auf die Linien schicken, wo alles abgehängt ist. Das muss eine Stadtwerke mit dreistelliger Busfahrer Zahl hinbekommen! Dass aktuell jetzt Eltern ihre Schüler in die Schule bringen müssen, ist besonders für die unfair, die eh selbst auf den Bus angewiesen sind - Also eher ärmeren, wenn auch sicher nicht bei allen, die Bus fahren als Erwachsene, das ist klar. ALSO: Die Streikführer haben auch eine Pflicht für die Leute, die ihre Busse sonst nutzen und den Arbeitsplatz erst schaffen und sollen gemeinsam mit den Firmen, die auch eine PFLICHT gegenüber den KUNDEN haben, schnell Lösungen finden!
(09.01.2017 15:44)
Ein Flääschder
Ärgernis mal anders
Meine Tochter studiert in Gießen. Sie wohnt bei mir in der Werreraa und fährt mit Bus, Bahn und wieder Bus dorthin. Heute Morgen begann ihr Block um 8.00h. Sie stand daher um 5.00h auf. Ich empfahl ihr, Roller Blades mitzunehmen, um rechtzeitig im Hörsaal zu sein. Das wollte sie nicht, war aber pünktlich dort. Sie schrieb stinkwütig eine Whats App, weil nur 13 Kommilitonen aber der Prof. anwesend waren und der die Vorlesung deswegen nicht stattfinden ließ. Gerne hätte sie zwei Stunden länger geschlafen.
(09.01.2017 15:04)
marty_Gi
Lieber Jochen Koppel
Irgendwie trifft Ihre Antwort die Frage nicht. ZU sagen, man haette es "fruehzeitig angekuendigt" bedeutet noch lange nicht, dass es keine Absicht war, den Streik genau zum Ferienende beginnen zu lassen. Nein, es deutet eigentlich noch viel deutlicher darauf hin, dass dies Absicht und genaueste Planung war. Hier also von "durchschaubar" und "moralisch" zu sprechen ist wunderbar billig. Aber Sie sind ja heute morgen bestimmt mit dem Auto zur Arbeit......
Wieso die unbeteiligten SWG-Fahrer, deren Tarifvertrag nicht zur Debatte stehen, mitstreiken, bleibt offen - und wird eventuell allen Beteiligten noch sauer aufstossen.
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