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Anwohner sahen Tornado von vielen Orten im Landkreis aus

Artikel vom 09.07.2012 - 05.00 Uhr

Anwohner sahen Tornado von vielen Orten im Landkreis aus

Gießen (sha/süd/dpa). Es wurde immer dunkler am Himmel über dem westlichen Landkreis, geradezu schwarz, als sich am Samstagvormittag die Wolken bedrohlich zusammenzogen.

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Dieses Foto schoss Werner Bender aus Grüningen: Die Windhose hinter dem Obersteinberg.
Auf einmal wurden viele Menschen Zeugen eines spektakulären Wetterphänomens und beobachteten, wie sich ein länglicher Wolkenschlauch herausbildete, der seinen Weg zum Erdboden suchte.

Um 11.23 Uhr sichteten zum Beispiel Christian und Werner Bender aus Grüningen das Naturschauspiel hinter dem Obersteinberg: Eine Windhose. Das ist ein kleinräumiger Luftwirbel in der Erdatmosphäre, der eine annähernd senkrechte Drehachse aufweist. Nur kurz war dieses Phänomen am Himmel zu sehen. Werner Bender drückte im richtigen Moment ab, erwischte die Windhose einmal hinter dem Obersteinberg, machte ein weiteres Foto, das den Luftwirbel direkt über dem Limeswachturm am Sandberg zeigt. Auch weitere Leser der Gießener Allgemeinen Zeitung haben die Windhose beobachtet und Fotos gemacht: Andreas Weiß in Linden, Mario Di Carlo hat im Rottweg in Langgöns abgedrückt, Otfried und Susanne Feiling sahen sie von Lahnau aus, Natascha Tietze saß im Auto auf dem Gießener Ring zwischen den Abfahrten Schiffenberger Tal und Bergwerkswald, als sich das Naturspektakel ereignete. Ihre und Fotos von weiteren Lesern stehen auf der Internetseite der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes richtete dieser kleine Tornado aber keine Schäden an. »Das kommt immer mal wieder vor bei starken Sommergewittern«, sagte DWD-Meteorologe Helmut Malewski in Offenbach. Der Tornado habe nicht den Boden erreicht. Bei der Gießener Feuerwehrleitstelle berichtete ein Mitarbeiter, die Windhose sei rasch wieder zusammengefallen.

Ausrücken mussten die Helfer nur, weil in Heuchelheim zwölf Keller mit Regenwasser vollgelaufen waren. Dass es aber durchaus anders ausgehen kann mit Wirbelstürmen in der heimischen Region, erlebten die Bewohner von Lumda am 23. August 2010. Ein Tornado hatte seinerzeit 80 Gebäude beschädigt und einen Sachschaden von rund einer Million Euro angerichtet.

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