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200 Tonnen Stahl und Beton für den Fürsten

Artikel vom 18.05.2009 - 09.00 Uhr

200 Tonnen Stahl und Beton für den Fürsten

Glauburg (am). »Es war ein Mega-Projekt«, schwärmt Katharina von Kurzynski. Ein mächtiges System von Gräben und Außenanlagen sollte den Glauberg umgeben. Doch um 400 Jahre v. Chr. verließen die Planer (die Kelten) das Gebiet aus heiterem Himmel. »Die Gründe dafür hat man noch nicht herausgefunden«, erzählt die Geschichtsforscherin.
Im Innenhof möchte sie eine Eiche pflanzen: Die designierte Museumsleiterin Katharina von Kurzynski vor dem Rohbau des 7,4 Milli
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Im Innenhof möchte sie eine Eiche pflanzen: Die designierte Museumsleiterin Katharina von Kurzynski vor dem Rohbau des 7,4 Millionen Euro teuren Keltenmuseums am Glauberg. (Foto: am)
Von Kurzynski steht vor dem Rohbau eines weiteren Mega-Projekts: dem Keltenmuseum. Mit ihren Händen skizziert sie den noch ausstehenden Baufortschritt des Gebäudes. Die Begeisterungsfähigkeit, mit der sie die Arbeiten begleitet und vorantreibt, ist deutlich zu spüren. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin im Landesamt für Denkmalpflege soll nach der Fertigstellung Leiterin des Museums werden. Derzeit hat die Marburgerin noch ein Büro in der Saalburg, sie denkt aber bereits über einen Umzug in die Wetterau nach.

Begonnen wurde mit dem Bau des 7,4-Millionen-Euro-Projekts im vergangenen Herbst. Über 200 Tonnen Stahl und Beton sind bereits verbaut worden, in wenigen Wochen steht das Richtfest an, die Fertigstellung ist für Dezember anvisiert. »Die endgültige Eröffnung planen wir aber erst Ende 2010 oder im Frühjahr 2011«, blickt von Kurzynski voraus. Grund dafür sei die ausgeklügelte Inneneinrichtung. Hierbei müsse man unterschiedliche Faktoren berücksichtigen - etwa die Luftfeuchtigkeit. Schließlich sollen später einmal wertvolle Originalfunde im Inneren zu sehen sein. »Dafür müssen spezielle Möbel angefertigt werden. Das alles braucht seine Zeit.«

Doch schon jetzt lässt sich erahnen, welches Kleinod die Wetterau in absehbarer Zeit bereichern wird. Von Kurzynski verweist auf die 13 Meter, die das Gebäude frei in der Luft steht. »Das ist eine architektonische Meisterleistung«, strahlt sie. Für die Außengestaltung ist teilweise so genannter Cortenstahl vorgesehen. »Der rostet bis zu einem bestimmten Punkt, dann aber nicht weiter und färbt sich bräunlich-orange. Das sieht scharf aus.«

Die Archäologin deutet auf eine rechteckige Öffnung: Im hinteren Teil des Trakts entstehen die Büroräume für sie und ihre vier Mitarbeiter. »Von da aus können wir genau sehen, wer hoch ins Museum kommt.« Vom Ortskern aus wird eine Straße mit zwei Fahrbahnen zum Archäologischen Park neu erschlossen - mit Ausweichbuchten für Busse. Zum Museum hinauf führt eine breite, derzeit noch mit Holz verschalte Treppe. Das Haus selbst beheimatet neben einer Cafeteria im Erdgeschoss 500 Quadratmeter Ausstellungsfläche sowie ein 100 Quadratmeter großes Areal für Sonderexponate und einen Vortragsraum. Hier präsentiert das Keltenmuseum Originalfunde von den umliegenden Grabungsstätten. Darunter, als zentrales Objekt, die Statue des Keltenfürsten.

»In diesen Räumen benutzen wir nur künstliches Licht. Sonneneinstrahlung könnte sich schädlich auf die Funde auswirken«, erklärt von Kurzynski. Dafür lockt die riesige Panoramascheibe mit einem famosen Block über Wälle, Kalendarium und Prozessionsstraße. »Wichtig ist, dass wir ein Konzept für die Zeit nach dem ersten Hype entwickeln«, plant die designierte Museumsleiterin voraus. Allzu viel will sie noch nicht verraten, von Kurzynski denkt aber bereits an interaktive Stationen, an denen Besucher ins Gespräch kommen können.

Das Thema Kelten ist für sie jedenfalls noch lange nicht erschöpft. »Mich faszinieren die vielen Bilder, die sie uns ohne Erklärung hinterlassen haben. Da verbergen sich jede Menge Codes.« Ein Objekt keltischer Verehrung war die Eiche. Eine solche würde sie gerne im begrünten Innenhof pflanzen. Als Sahnehäubchen für eine Mega-Projekt.

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Artikel vom 18.05.2009 - 09.00 Uhr
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