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»Whatever You Want« - mit Sternschnuppe!

Artikel vom 17.08.2009 - 12.30 Uhr

»Whatever You Want« - mit Sternschnuppe!

Stadtallendorf (axc). Das seit 2002 dritte OpenAir-Festival im Herrenwaldstadion war in diesem Jahr eindeutig eine Rockveranstaltung. Gut 4500 Fans hatten bei (eigentlich) bestem Grill- und Weizenbierwetter den Weg doch nach Stadtallendorf gefunden, um sich von drei hervorragenden Gruppen die Ohren auspusten zu lassen.
Grätschende Rock-Grundstellung: »Status Quo«	(Foto: axc)
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Grätschende Rock-Grundstellung: »Status Quo« (Foto: axc)
Den Anfang machte um halb sechs das Amöneburger Quintett mit dem zwar zum Wetter passenden, aber musikalisch irreführenden Namen »Softeis«. Denn die haarigen Jungs um die Zwillinge Gerhard (Gitarre) und Werner (Bass) Eismann lieferten vor allem härtere Klänge ab. So spielten sie neben Hits der 80er wie Van Halens »Jump« hauptsächlich eine Hommage an ihre offensichtliche Lieblingsgruppe »Deep Purple«: Als »Black Night« - wie alle anderen Songs sehr kompetent präsentiert - verklang, war es aber noch lange nicht dunkel. Nach erfreulich kurzer Umbaupause legten die altbewährten »Rodgau Monotones« mit Klassikern wie »Ist mir egal« und »Ei gude wie« mächtig los. Abgesehen von Hennni Nachtsheim: Mit den Gitarristen Raimund Salg und Ali Neander, Bassist Joki Becker, Drummer Jürgen Böttcher und Sänger Peter Osterwold (heute alle um die 50) ist die Gründungsmannschaft von 1977 noch aktiv, verstärkt durch Sängerin Kerstin Pfau und Saxofonist Matthias Dörsam.

Um ihre fetenkompatiblen Hits wie »Die Hesse komme«, »St. Tropez am Baggersee« oder »Volle Lotte« kamen sie auch in Stadtallendorf nicht herum, und die alten Repertoire-Perlen tönten auch einwandfrei über die Rampe - doch etwas mehr Engagement wurde bei den Songs vom aktuellen Album »Ein Leben für Lärm« spürbar. Beim Titelstück durfte Sänger Osterwold den Rockposer aus der David Coverdale-Schule (laut augenzwinkerndem Ali Neander) mimen, »Nutella is all'« passte bestens in die Ferrero-Stad, und das spanisch im Dreivierteltakt erklingende »Granada« entpuppte sich als Hommage an das »Auto aus uralter Zeit« - in übelster Opernmanier vorgetragen. »Zigeunerschnitzel« war eine Verballhornung des »Zigeunerjungen«, »Ein frauenfeindliches AC/DC-Stück« ein von Kerstin Pfau gesungener Rückblick auf die musikalischen Irrungen und Wirrungen der 80er und 90er. Passend dazu die Zugabe »Highway To Hell«, bei der die Vokalistin röhrend zeigen konnte, was sie wirklich draufhat.

Gesangstechnisch der Keith Richards von »Quo«

So wie Rhythmusgitarrist Rick Parfitt für den Beginn von »Caroline« in die grätschende Rock-Grundstellung geht, so vollführen »Status Quo« seit Jahrzehnten den Spagat zwischen Konzerten auf konstant hohem Niveau und immer wieder neuen Studioplatten, die den Liveauftritten in Sachen »Power« nichts entgegenzusetzen haben. Die aktuelle CD trägt den selbstironischen Titel »In Search Of The Fourth Chord« - und in der Tat ist es erstaunlich, was Gitarrist/Sänger Francis Rossi (60, neuerdings ohne Zopf, aber immer noch mit Weste), Parfitt (61), Keyboarder Andy Bown, Bassist John 'Rhino' Edwards und Drummer Matt Letley aus den begrenzten Zutaten immer wieder herausholen: vom bewährten Opener »Caroline« über schwerfällig rockende Monster wie »Roll Over Lay Down« oder »Rain« bis hin zu clever gewählten Coversongs wie »In The Army Now«, »The Wanderer« oder »Rockin' All Over The World«.

Keyboarder Andy Bown wechselte häufig von den Tasten an eine weitere Gitarre und zweimal an die Mundharmonika. Der quirlige Rossi sang trotz einiger minimaler Kiekser wie damals in den Siebzigern, während Parfitt gesangstechnisch immer noch der Keith Richards von »Quo« ist. Einziger Durchhänger, auch wenn es laut Rossi »big in Germany« war, blieb das balladeske »Living On An Island«, das immer noch eher nach »Smokie« als nach »Quo« klang. Passend zur Augustmitte ging ausgerechnet bei »Whatever You Want« eine Sternschnuppe hinter der Bühne nieder, und zwei Zugaben gab es natürlich auch: den Klassiker »Junior's Wailing« und ein Medley aus »Rock'n'Roll Music« und »Bye Bye Johnny«.

Stimmiges Programm, klasse Sound, gemütliche »Location« - und dank des prima organisierten Ablaufs blieb dann immer noch Zeit für ein nächtliches Weizenbier ...

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Artikel vom 17.08.2009 - 12.30 Uhr
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