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Wertschöpfung mit Kuhmilch und Basalt

Artikel vom 07.02.2010 - 21.47 Uhr

Wertschöpfung mit Kuhmilch und Basalt

Vogelsbergkreis (jol). Geldverdienen im ländlichen Raum war jetzt die Klammer einer Sitzung des Landwirtschaftsausschusses. Die Kreispolitiker befassten sich mit so unterschiedlichen Themen wie Hygienevorschriften für Milchbauern, Tourismuschancen in einem geplanten Geopark Vogelsberg und Steuereinnahmen aus einer Riesen-Solaranlage bei Lauterbach.
Dr. Maria Litmeyer vom Veterinäramt erläuterte den Ausschussmitgliedern, wie einfach hohe Hygienestandards eingehalten werden.	(
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Dr. Maria Litmeyer vom Veterinäramt erläuterte den Ausschussmitgliedern, wie einfach hohe Hygienestandards eingehalten werden. (jol)
Dabei zeigte sich, dass Direktverkauf von Fleisch und Milch auch bei den hohen EU-Standards durchaus möglich ist, dass für den Geopark viel mehr Institutionen an einem Strick ziehen müssen und die 34 Millionen Euro teure Photovoltaikanlage nicht vom Kreis, sondern von der Regionalversammlung Mittelhessen genehmigt wird.

Zum Auftakt der Ausschusssitzung im Landratsamt Lauterbach unter Leitung von Dieter Boss legte Dr. Maria Litmeyer dar, wie Landwirte auch mit bescheidenen Mitteln die hohen Standards der EU-Hygieneverordnung erreichen. Besonders wichtig: Besucherschleuse mit Schuhsohlenreinigung, Arbeitskleidung beim Schlachten und Milch verarbeiten sowie gut zu reinigende Flächen im Verarbeitungsbereich. Das kann auch mit Eigenleistung erreicht werden, wie die Leiterin des Kreisveterinäramts am Beispiel des Milchbetriebs Selgenhof in Ulrichstein und einer Hofschlachterei in Stockhausen erläuterte. Die beiden Betriebe haben die EU-Zulassung, um Milch und Fleisch direkt vermarkten zu können, haben dafür aber ihre Verarbeitung nachrüsten müssen. Vorgeschrieben sind Umkleidebereiche, Reinigung von Händen mit berührungslosen Armaturen und saubere Flächen. Mit kleinen Tricks kann man die Vorschriften erfüllen. So ist beim Schlachten ein separater Raum vorgeschrieben, eine selbst eingebaute Trennwand tut’s aber auch. Wichtig ist auch eine zweite Kühlgelegenheit, weil schlachtwarmes Fleisch nicht mit verarbeiteten Portionen gelagert werden darf. »Mit einfachen Mitteln kann man viel machen«, so das Fazit von Dr. Litmeyer.

Der Abgeordnete Schmidt lobte die Erläuterungen und fragte, wie man mehr über Vermarktungsmöglichkeiten für die hiesigen Landwirte erfahren kann. Vorsitzender Boss schlug vor, zu einer weiteren Sitzung einen Vertreter der Initiative »Gutes aus Hessen« einzuladen.

Ebenfalls der Wertschöpfung in unserer ländlichen Region soll der »Geopark Vogelsberg« dienen, den Gerold Beckmann vorstellte. Dabei geht es um ein Besucherkonzept, das den gesamten geografischen Vogelsberg umfasst, immerhin der größte (erloschene) Vulkan Europas. Eine Studie ist erstellt, in der die interessantesten Geotope erfasst sind, das sind die alten Steinbrüche und Felsformationen, die am eindrücklichsten die Vulkan-Historie der Region darstellen. Dazu gehören die Basalt- steinbrüche Nieder-Ofleiden und in Brauerschwend, die »Uhu-Klippen« und weitere oft landschaftlich reizvolle Stätten. Zudem sollen Museen und Natur-Besonderheiten eingebun- den werden. Ziel der Initiative der hiesigen Vulkanologischen Gesellschaft mit Unterstützung von Stadt Schotten und Kreis ist die Schaffung eines Geoparks.

Für Beckmann ist klar: »Geo-Tourismus ist in«, es kämen die Besucher auch aus anderen Ländern, um Landschaft und Geologie zu erkunden. Der bestehende Naturpark ist »Regionalliga«, die Anerkennung als Geopark wäre »Bundesliga«, strich Beckmann heraus, dafür müssten aber Institutionen, Gastronomie und Politik an einem Strang ziehen. Der Geopark könnte auch von der Unesco anerkannt werden, er umfasst den gesamten Vogelsbergkreis, Teile der Landkreie Gießen und Wetterau sowie einzelne Bereiche außerhalb. Herz des Ganzen soll das Besucherzentrum auf dem Hoherodskopf sein, eine »Vulkanstraße« könnte die Stätten verbinden. Beckmann will, dass »Vogelsberg Touristik« in eine Geopark-Vogelsberg-Gesellschaft umgestaltet wird. Landrat Rudolf Marx betont, dass hierfür die enge Verzahnung von ehrenamtlichen Aktivitäten und Politik notwendig ist.



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Artikel vom 07.02.2010 - 21.47 Uhr
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