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Was steckt drin in der Reiskirchener Mülldeponie?

Artikel vom 21.08.2008 - 23.00 Uhr

Was steckt drin in der Reiskirchener Mülldeponie?

Gießen/Lich (no). Jetzt wird es konkret, was diese Zeitung bereits vor knapp zwei Monaten meldete: Der Kreis lässt von 2009 bis 2011 wissenschaftlich ermitteln, ob es technisch machbar, ökologisch vertretbar und finanziell von Vorteil wäre, die frühere Mülldeponie bei Reiskirchen nicht 2012/13 für sechs bis zehn Millionen Euro endgültig abzudecken, sondern dieses »anthropogene Rohstofflager« wieder abzubauen.
Steckt in der Reiskirchener Deponie mehr drin als verrottender Müll?
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Steckt in der Reiskirchener Deponie mehr drin als verrottender Müll?
Gestern vernahm der in der Licher Kreis-Volkshochschule tagende Umweltausschuss des Kreistages hierzu eine von der Professur für Abfall- und Ressourcenmanagement der Universität Gießen ausgearbeitetes Papier, das die Vergabe eines rund 235 000 Euro kostenden Gutachtens begründet.

Prof. Stefan Gäth skizzierte zunächst ein Energiebedarfsszenario: Bevölkerungswachstum, Mobilitätsbedarf, Rohstoffnachfrage, Preisentwicklung. Eine Deponie nannte er daher nicht eine Lagerstätte auf immer und ewig, sondern ein werthaltiges Depot. Die Handlungsoptionen für den Kreis: aufwändiges Abdecken des an der Autobahn gelegenen Deponiekörpers plus Nachsorge auf mindestens drei Jahrzehnte - oder Nutzen der vorhandenen Ressourcen, was sich möglicherweise gewinnbringend darstellen lässt. Ergo sei das Rohstoffpotenzial in Quantität und Qualität zu ermitteln. Dann müssten vergleichende Bewertungen angestellt werden zwischen Methoden zur umweltgerechten Aufarbeitung der Müllmasse. Neue Bohrungen hätten stattzufinden, frühere müssten ausgewertet werden, ebenso wie alten Betriebsbücher . Diese Erhebungen dauerten bis Ende 2010. Parallel hierzu bewerte der mit der Aufgabe zu betrauende Doktorand Machbarkeit und wirtschaftliche Aspekte. 2011 werden Entscheidungsmodell unterbreitet, gibt es eine Antwort auf die eingangs genannt zentrale Frage. In den nächsten Monaten ist der Arbeitsauftrag zu präzisieren, muss die Gemeinde Reiskirchen in das Vorhaben eingezogen werden. Die Gutachtenvergabe erfolgt 2009 nach Haushaltsgenehmigung. Finanzierbar ist das Teil aus den Zinsen der Deponienachsorge-Rücklage.

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