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Vom gesparten Strom-Geld einen Fußball kaufen

Artikel vom 29.06.2010 - 18.24 Uhr

Vom gesparten Strom-Geld einen Fußball kaufen

Alsfeld (rs). »Strom gespart - Fußball gekauft«. Passend zur Fußballweltmeisterschaft gewinnt der Slogan der Caritas und der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) an Aktualität: Mitarbeiter der Caritas und der Abteilung der Kreisverwaltung beraten einkommensschwache Haushalte, helfen gar durch den Austausch von Glühbirnen, und die Kunden haben langfristig den Nutzen.
Projektleiter Dieter Müller (2.v.l.) und KVA-Vertreter Hans-Ulrich Merle (2.v.r.) mit zwei der in Alsfeld stationierten Stromspa
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Projektleiter Dieter Müller (2.v.l.) und KVA-Vertreter Hans-Ulrich Merle (2.v.r.) mit zwei der in Alsfeld stationierten Stromsparhelfer. (Foto: rs)
Auf die Aktion Stromspar-Check machten dieser Tage Mitarbeiter der Caritas Gießen aufmerksam, die auch für den Vogelsbergkreis zuständig ist. Neben dem Spareffekt für die Haushalte bietet die Aktion auch Positives für Langzeitarbeitslose. Denn diese werden von der KVA betreut und für die Arbeit als Stromsparhelfer qualifiziert. Auf diese Weise kommen Menschen wieder in einen geregelten Tagesablauf, die seit 2009 laufende Aktion hat gezeigt, dass die Arbeit als Stromsparhelfer Sprungbrett sein kann, wieder im ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Bis zu 250 Euro lassen sich durch den Stromspar-Check sparen, so die Erfahrung von Caritas und KVA. Bei einem Pressegespräch kürzlich in den Caritasräumen in der Volkmarstraße wiesen darauf von der Caritas Herbert Egl, Bereichs- leiter Arbeit und Beschäftigung, Liane Becker, Projektkoordinatorin, und Projektleiter Dieter Müller hin. Für die KVA war Maßnahmenplaner Hans-Ulrich Merle anwesend. Beratungsstellen gibt es in Gießen, im Wetteraukreis und im Vogelsbergkreis in der Alsfelder Volkmarstraße 3. Dort sind vier Langzeitarbeitslose als Stromsparhelfer stationiert.

Bereits seit fünf Jahren gibt es das Projekt im Rhein-Main-Gebiet, und es ist nach Angaben von Müller sehr erfolgreich, wenn man als Kriterien den Energiespareffekt und die Sozialisation von Langzeitarbeitslosen heranzieht. Zudem sollte der Nutzen für die Umwelt bedacht werden, denn weniger Stromverbrauch bedeutet auch weniger Schadstoffe.

Stark angestiegene Energiekosten führen immer häufiger dazu, dass einkommensschwache Haushalte nicht mehr in der Lage sind, ihre Stromrechnungen zu bezahlen und dadurch in finanzielle Bedrängnis geraten. Die steigenden Kosten der Unterkunft (Nebenkosten. Heizung, Wasser) belasten zudem die öffentlichen Haushalte. Empfänger von staatlichen Leistungen (Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder auch Wohngeld) verfügen nur über begrenzte Mittel für Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz. Gleichzeitig ist das Wissen um den sparsamen Einsatz von Energie und Wasser sowie die entsprechende Motivation häufig nicht gegeben. Das zu beheben ist das eine Ziel des Projektes, das zweite ist, dass mit dem Vermitteln von langzeitarbeitslosen Personen von der KVA eine Schulung einher geht, die die Personen für Stellen im ersten Arbeitsmarkt fit macht. Projektleiter Müller hat bei den einkommensschwachen Haushalten viele mit Migrationshintergrund ausgemacht, was ein sensibles Auftreten der Stromsparhelfer verlange. Die zu Stromsparhelfern qualifizierten Menschen müssten also neben dem Fachwissen auch ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen mitbringen.

Einkommensschwache Haushalte können einen Beratungstermin vereinbaren, bei zwei Hausbesuchen ermitteln die Stromsparhelfer zunächst den aktuellen Verbrauch und reagieren dann auf der Basis der erhobenen Daten mit dem Austausch von Glühbirnen, dem Anbringen von Zeitschaltuhren und Wasserspar-Duschköpfen, die Bestandteil eines so genannten Starterpaketes sind. Diese Pakete werden den Bedürfnissen der Haushalte entsprechend zusammengestellt und haben einen Wert von bis zu 70 Euro. Das Einsparpotenzial wird den Kunden erläutert, und nach der folgenden Abrechnungsperiode bespricht man die Folgen der Umstellung erneut. Die geringen Stromkosten kommen überwiegend den privaten Haushalten zugute, der Einspareffekt bei Wasser und Heizung entlastet die Kommunen.

Die Vertreter von Caritas und KVA können nach dem bisherigen Einsatz zufrieden bilan- zieren, dass bei über 330 Stromspar-Checks - davon ein Drittel im Vogelsbergkreis - die beratenen Haushalte insgesamt 45 000 Euro beim Strom, 50 000 Euro beim Wasser und 38 000 Euro bei den Heizkosten gespart haben. Und dieser Einspareffekt wird sich natürlich in den kommenden Jahren fortsetzen. Willkommener Nebeneffekt für die Umwelt: Sie wurde um 120 Tonnen Kohlendioxid entlastet.

Kontakt zum Stromspar-Check: Wer sich beraten lassen möchte, der kann sich an die Caritasstelle in Alsfeld in der Volkmarstraße 3 wenden unter der Telefonnummer 0 66 31-79 35 99.

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Artikel vom 29.06.2010 - 18.24 Uhr
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