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Stefan Mikisch erläutert am Stadttheater Gießen »Hoffmanns Erzählungen«

Artikel vom 09.03.2010 - 13.31 Uhr

Stefan Mikisch erläutert am Stadttheater Gießen »Hoffmanns Erzählungen«

Die gebannten Zuhörer erfuhren Etliches über Emotionen und Assoziationen im Zusammenhang mit Tonarten. »F-Moll ist, wenn zuviel Alkohol getrunken wird« (Hoffmann in der Studentenkneipe). E-Dur »ist dem Teufel Dapertutto zugeordnet, eine sengende Tonart«, - der Hinweis auf die Tonart des »Feuerzaubers« in der »Walküre« schloss sich an. B-Dur ist Tonart der Hoffnung, »sie hat etwas Gefährdetes, Brüchiges«. Und Mikisch gab seinen verbalen Zuordnungen prompt mit Musikbeispielen die nachvollziehbare Plattform.

Weiterführende Anstöße lieferte der Musikwissenschaftler mit Fragen zum Künstlertum schlechthin. Ernste Themen wie dieses lockerte er mit diskret humorigen Einsprengseln auf, um die Tiefsinnigkeit nicht ins Grüblerische zu treiben. In seinem Bayreuther Vortrag über Tonarten und Sternzeichen hatte Mikisch die Musik sogar in Korrelation zum Jahreskreis, zum Sternenhimmel, zur Tageszeit und zu Ausdrucksbereichen der menschlichen Charakter- und Gefühlswelt gesetzt. So esoterisch wurde es an dem Gießener Abend nicht, dennoch konnte der Referent wieder einmal untermauern, dass Musik weit über bloße Beschallung hinausreicht.

Mikisch musste krankheitsbedingt sein Offenbach-Programm zum Schluss etwas kürzen, hielt jedoch volle zwei Stunden durch und machte jede Minute davon zu einem höchst anregenden Erlebnis für seine Hörer, die es ihm mit herzlichem Beifall dankten. Olga Lappo-Danilewski



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Artikel vom 09.03.2010 - 13.31 Uhr
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