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Spagat zwischen Tourismus und Umweltschutz

Artikel vom 06.03.2009 - 16.04 Uhr

Spagat zwischen Tourismus und Umweltschutz

Heuchelheim/Lahnau/Gießen/Wetzlar (ist). Am Mittwoch wurde der Gesellschaftsvertrag der »Lahnpark GmbH« von Vertretern der Oberzentren Gießen und Wetzlar sowie der Gemeinden Heuchelheim und Lahnau unterzeichnet.
Der Lahnpark umfasst 13 Quadratkilometer der Aue.
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Der Lahnpark umfasst 13 Quadratkilometer der Aue.
Dreißig Jahre nach Auflösung der Stadt Lahn bezeichnete Wetzlars Oberbürgermeister Wolfram Dette die Gründung der gemeinnützigen »Lahnpark GmbH« als einen »historischen Tag«. Zugleich versicherte er, dass durch die Gründung »die Stadt Lahn nicht wieder auferstehen « werde. Mit der Schaffung des »Lahnparks« wurde der Leiter des Liegenschaftsamts der Stadt Wetzlar, Holger Hartert, zum Geschäftsführer der Gesellschaft bestimmt.

Oberbürgermeister Dette erklärte, die »Lahnpark GmbH« verfolge ausschließlich gemeinnützige Zwecke mit dem Ziel, die Aue zwischen den Städten und Gemeinden Gießen, Wetzlar, Heuchelheim und Lahnau als zentralen Grünbereich durch Projekte aus den Bereichen Erholung,Tourismus sowie Landwirtschaft und Naturschutz, aber auch Siedlungsentwicklung und Infrastruktur einvernehmlich zu gestalten. Dadurch wolle man mittelfristig die Attraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der Region fördern, um langfristig eine positive Bevölkerungsentwicklung zu erreichen. Man hoffe auch auf Fördermittel aus Bund, Land und Region, um gemeinsame agieren zu können. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 28 000 Euro, das zu gleichen Teilen von den Gesellschaftern eingebracht wird.

Gießens Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann erklärte, dass im Vorfeld zur Gründung der »Lahnpark GmbH« bereits Einzelprojekte zwischen den Städten Gießen und Wetzlar durchgeführt werden konnten, nun wolle man noch die Gemeinden Lahnau und Heuchelheim mit ins Boot nehmen. Dies sei »der richtige Schritt nach vorne«, so Haumann. Die Gründung sei »nicht von oben verordnet, sondern von unten gewachse «. Heuchelheims Bürgermeister Helmut Fricke zeigte sich vorsichtig optimistisch, allerdings müsse nun »das Flämmchen richtig geschürt werden«. Man habe zwar, vor allem mit der Stadt Gießen, positive Erfahrungen machen können, allerdings seien auch schon Rückschläge zu verzeichnen gewesen im interkommunalen Miteinander, spielte er auf die Entwicklung des Gewerbegebiets »Am Pfaffenpfad« an. Fricke begrüßte die offenen und fairen Verhandlungen »auf Augenhöhe« zwischen Oberzentren und Gemeinden.

Eckhard Schultz, Bürgermeister der Gemeinde Lahnau, erklärte, die Schaffung des Lahnparks stelle eine neue Herausforderung dar. Man müsse den Spagat zwischen Tourismus und Umweltschutz meistern, damit der Lahnpark erfolgreich sein könne. Schulz zeigte sich dankbar, dass alle vier Kommunen verantwortungsbewusst an die Sache herangegangen seien. So sei es für die kleineren Mitspieler leichter gewesen, aufzuschließen und auf Augenhöhe mit zu diskutieren und abzustimmen. Das sei ein »außerordentlicher Vertrauensbeweis«, so Schulz.

Der neue Geschäftsführer der »Lahnpark GmbH«, Holger Hartert, wies darauf hin, dass es im Lahntal viele konkurrierende Nutzungsansprüche der unterschiedlichsten Akteure gibt. So müssten die Ansprüche privater ebenso wie landwirtschaftlicher Nutzung, aber auch von Gewerbe und kommunalen Gremien berücksichtigt werden. Dabei solle aber nichts an den Kommunen vorbei entschieden werden. Das alles zusammenzubringen, sei vergleichbar mit dem Dirigieren eines mehrstimmigen Chors, mit dem Ziel, einen Wohlklang zu erzeugen. Hartert sieht sich selbst in der Rolle des Ideengebers und der leitenden Kraft in der »Arbeitsgruppe Lahnparks«. Erste geplante Projekte seien bereits in der Vorbereitung. So sei ein Logo-Wettbewerb ausgeschrieben worden, bei dem die Willy- Brandt-Schule Gießen eingebunden ist. Außerdem sei beim gemeinsamen Internetauftritt der »Lahnpark GmbH« schon gute Arbeit geleistet worden. Nun sei es daran, den »Masterplan« weiter zu vervollständigen und Fördermittel aus Wiesbaden einzuholen.



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Artikel vom 06.03.2009 - 16.04 Uhr
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