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Solar-Initiative des Kreises mit Bürgern

Artikel vom 03.02.2010 - 02.00 Uhr

Solar-Initiative des Kreises mit Bürgern

Gießen (no). Das letzte Wort haben die Parlamentarier, die sich am heutigen Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss des Kreistages erneut mit einem Bericht der Verwaltung beschäftigen, in dem die Möglichkeiten dargelegt werden, die Dächer der Kreis-Schulgebäude mit Solarenergie-Panelen zu bestücken. Ginge es nach Kreis-Baudezernent Siegfried Fricke (CDU), kämen unterschiedliche Investitionsmodelle zum Einsatz. So war es seinen Äußerungen zu entnehmen am Dienstag im Schulausschuss.
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Ein Solar-Fall für die OVAG: Theo-Koch-Schule Grünberg.
© Archivfoto: Henß
Grundsätzlich aber kommt diese Solar-Initiative sehr spät: Geplant ist nämlich vom Bund, die Einspeisevergütungen für Strom aus erneuerbaren Quellen von 29,37 auf 25,10 Cent pro Kilowattstunde zu senken.

Das verändert jede Kalkulation von Rentabilität. Für Fricke aber kein Anlass, Trübsal zu blasen: Dann dauere die Amortisation eben zwei Jahre länger, meinte er sinngemäß.

In seinem Bericht erinnerte der Kreisbeigeordnete an einen Kreistagsbeschluss aus 2008, bei Dacherneuerung auf Schulen den Solar-Aspekt zu prüfen. Dessen ungeachtet hatten die Grünen schon vor Jahren eine »Solarisierung« im Landkreis gefordert. Im Umweltausschuss war vergangene Woche auf Vorschlag von Landrätin Anita Schneider eine Sondersitzung mehrerer Ausschüsse zum Thema beschlossen worden - und zwar am neuen »Solar-Park« bei Hungen.

Frickes Vorlage spricht von 140 000 Quadratmetern Schulhäuser-Dachflächen, von denen etwa 35 000 wegen ihrer Statik, Ausrichtung und Neigung für Solaranlagen geeignet seien. Um ein Kilowatt-Peak (kWp) Sonnenenergie zu ernten, brauche man acht Quadratmeter Panelfläche. Ergo seien im Kreis maximal 4375 kWp zu erzielen, und daraus errechne sich - bei 1450 bis 1500 Sonnenstunden - ein Einspeisungsrohertrag von 1,1 bzw. 1,3 Millionen Euro; je nach Vergütung. Die Investitionssumme hätten zwei heimische Anbieter - unabhängig voneinander - mit rund 11 Millionen Euro beziffert. Folglich seien die Anlagen nach zehn bzw. zwölf Jahren finanziert, würfen dann die Einspeisungsvergütung als Ertrag ab. Solaranlagen seien, so Fachleute, etwa 35 Jahre funktionstüchtig.

Wie finanzieren, wenn man selbst kein Geld hat? Privatinvestoren - Fricke nannte Geckologic und Juwi Solar - übernähmen die Maßnahme. Kreisertrag: einmal 875 000 Euro »Dachpacht« oder 20 Jahre lang 73 000 Euro. Unter den weiteren Vorschlägen war auch die Vergabe an den kommunalen Energieversorger OVAG, der die Gewinne zur Querfinanzierung etwa der ÖPNV-Defizite verwendete. Der dem Kreis anteilig gehördende Konzern mit Sitz in Friedberg hat aber nur innerhalb seines Versorgungsgebietes Interesse, will die Schulen in Grünberg, Hungen, Lich und Laubach »solarisieren«.

Das öffentliche Genossenschaftsmodell brächte dem Kreis jährlich etwa 60 000 Euro »Dachpacht«; den Ertrag schöpften die Genossen ab. Ein Stiftungsmodell, so hieß es, könnte womöglich als Unterstiftung der »Bürgerstiftung Mittelhessen« angegangen werden. Hier müsste man, um den Gewinn im Sinne des Kreises verwenden zu können, einen entsprechenden Stiftungszweck definieren: so etwas wie »Sonne - für Schule«. Mit der Volksbank habe man Vorgespräche geführt, sagte Fricke, der zudem abschließend noch ein gemischtes Modell aus Stiftung und Genossenschaft vorstellte. Und der sozusagen die Empfehlung aussprach, sich mit unterschiedlichen Investitionsmodellen anzufreunden: Ein Teil als Genossenschaften und / oder Stiftungen, um Bürgerbeteiligung zu ermöglichen, die Ostkreis-Schulen per »Inhouse«-Vergabe der OVAG überlassen, und »für den Rest auf dem freien Markt jemand suchen«. Günther Semmler von den Freien Wählern zweifelte das Stiftungsmodell an; »ein frommer Wunsch« sei es, dass hierfür jemand sein Geld gebe. Auch könne sich die Stiftungsgründung langwierig gestalten. Grundsätzlich aber habe man keine Zeit: »Fakt ist, dass wir uns sputen müssen!«

Keine Mehrheit SPD-Antrag zur »VHS-Fusion«

In einem weiteren Tagesordnungspunkt stimmte der von Hans-Jürgen Becker (SPD) moderierte Schulausschuss dem Antrag der Grünen zu, mit der Stadt Gießen über »die Zusammenlegung der Verwaltungen der beiden Volkshochschulen« zu reden und darüber in spätestens drei Monaten zu berichten. Die CDU/FWG/FDP-Koalition verweigerte hingegen einem Änderungsantrag der SPD in dieser Angelegenheit ihre Zustimmung. Dr. Marieanne Ebsen-Lenz hatte eingangs den Sachstand von »Hessen-Campus Mittelhessen« (»Lebenslanges Lernen«) erläutert.

In Sachen »VHS-Fusion« sah Landrätin Anita Schneider (SPD) »die Verwaltung aufgefordert, sich des Themas anzunehmen«.

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Artikel vom 03.02.2010 - 02.00 Uhr
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