Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Übersicht »

Semesterabschlusskonzert des Uniorchesters

Artikel vom 08.02.2010 - 17.32 Uhr

Semesterabschlusskonzert des Uniorchesters

Der hohe künstlerische Anspruch des Uniorchesters zeigt sich schon bei der Auswahl der Kompositionen, so auch am Sonntag beim Semesterabschlusskonzert, in dem Universitätsmusikdirektor Stefan Ottersbach nicht vor zwei gewichtigen Sinfonien zurückscheute: die jeweils fünfte von Ludwig van Beethoven und Dmitri Schostakowitsch.
Nach Schostakowitsch und Beethoven: Universitätsmusikdirektor Stefan Ottersbach mit Orchestermitgliedern beim Schlussapplaus.	(F
Lupe - Artikelbild vergrössern
Nach Schostakowitsch und Beethoven: Universitätsmusikdirektor Stefan Ottersbach mit Orchestermitgliedern beim Schlussapplaus. (Foto: jou)
Ein heikles Unterfangen, wenn man in der voll besetzten Kongresshalle spielt; viele Hörer dürften zumindest Beethovens Sinfonie c-Moll op. 67 in- und auswendig kennen und mit entsprechend hochgesteckten Erwartungen in das Konzert gegangen sein. Enttäuscht wurden sie gewiss nicht.

Das eröffnende »Allegro con brio« brachte das Orchester mit trockenem, ausgewogenem Klangbild, klarer Artikulation und weitgehend genauem Timing zu Gehör. Der revolutionäre Geist der Musik kam in der spannungsgeladenen, Spontaneität vermittelnden Interpretation voll zur Geltung.

Inspiriert geriet auch das Andante, in dem die dynamischen Verläufe genau ausgelotet schienen und die räumliche Staffelung der Instrumentengruppen recht plastisch wirkte. Straff im Rhythmus kam das Scherzo-Trio - ein Fugato - daher. Es mag selektiv sein, dies herauszugreifen, aber am meisten beeindruckte, wie raffiniert das Orchester die Reprise und Überleitung zum Finale gestaltete, wie es diese Passage mit motivischen Abspaltungen des Scherzo-Themas, die immer weiter aufsteigen, in die Länge zog und auskostete.

Das Finale selbst strahlte kraftvolle klangliche Brillanz, geradezu gewaltige Energie aus. Ottersbach spornte das Orchester zu einer vitalen, kernigen Darbietung an. Einziger Kritikpunkt: Bei mehr dynamischer Zurückhaltung wären die Steigerungen und Höhepunkte noch differenzierter zutage getreten.

Noch interessanter schien die Interpretation der Schostakowitsch-Sinfonie. Der ambivalente Charakter trat bereits im Kopfsatz tiefgründig hervor: Der Komponist greift einerseits auf die musikalische Tradition zurück, andererseits baut er - etwa im mechanisch-stumpfen Klavierostinato oder der gewollt hölzernen Blechbläsermotivik - ironische Elemente ein.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 08.02.2010 - 17.32 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang