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Philharmonisches Orchester eröffnet neue Stadttheater-Spielzeit

Artikel vom 25.08.2010 - 17.19 Uhr

Philharmonisches Orchester eröffnet neue Stadttheater-Spielzeit

Der konzertante Höhepunkt folgte nach der Pause mit Franz Schuberts fünfter Sinfonie, deren berühmtes erstes Thema sogleich in Bann zog. Die Sinfonie kommt bis auf zwei Hörner ohne Blechbläser aus, was im Großen Saal zu einer wohligen, beinahe intimen Akustik führte. Der warme Tonfall wurde Programm. Die elegante Querflöte machte von sich reden, ebenso die Hörner und die übrigen Bläser, die das Notenmaterial kongenial in Töne verwandelten. Die hohen Streicher spielten etwas verhalten, aber transparent, den famosen Celli sei gedankt. Ein homogener Schubert, mit dem Dirigent Spierer seine Liebe zu den Romantikern unterstrich.

Zum Auftakt des Konzerts griff das Ausnahmetalent Alexey Pudinov, Musikstudent der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, beim ersten Satz aus Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Klavier Nr. 9 »Jeunehomme« in die Tasten. Das Spiel des 22-Jährigen wirkte routiniert und glatt, das Orchester ergänzte erneut trefflich, ohne in den Vordergrund zu drängen - Spierer tupfte die Partitur quasi wie ein Freskenmaler in den Raum.

Der Dirigent, das lässt sich nach der Spielzeiteröffnung neuerlich sagen, ist ein Glücksfall für das Stadttheater. Spierer gehört zu den großen seiner Zunft, seine Interpretationskunst braucht keine Vergleiche zu scheuen, sein Einfühlungsvermögen und das Gespür für die Musik und deren spannungsreiche Umsetzung bürgen für hohe Qualität. Der 47-Jährige sollte uns noch lange erhalten bleiben.


Manfred Merz



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Artikel vom 25.08.2010 - 17.19 Uhr
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