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Netzwerk für das lebensbegleitende Lernen

Artikel vom 17.06.2009 - 23.30 Uhr

Netzwerk für das lebensbegleitende Lernen

Gießen (no). Es gründet auf der schon unterschiedlich umgesetzten »Hessencampus«-Idee und hier in der Region auf einer Entwicklungspartnerschaft von 13 und mehr beteiligten Verbänden und Einrichtungen, zielt ab auf ein verbessertes, mindestens aber besseres Unterbreiten des Angebotes zur Fortbildung Erwachsener als eine Antwort auf den tiefgreifenden technologischen, sozialen, wissenschaftlichen und demografischen Wandel: Zentrum Lebensbegleitendes Lernen (ZLL) Mittelhessen.
Akteure sind Stadt und Kreis Gießen durch ihre Volkshochschulen, die Universität und die Fachhochschule, das »Studium plus«, die Bildungswerke der Hessischen Wirtschaft und von Hessen-Metall, die Gießener Abendschule, die fünf Gießener Berufsschulen (Alice, Friedrich Feld, Max Weber, Willy Brandt, Theodorf Litt). Ob »MitteHessen« mit seinem Arbeitskreis Weiterbildung hinzustößt, entscheidert sich im Herbst. Im Landratsamt wurde das noch weiter zu entwickelnde Konzept gestern vorgestellt.

Zum Pressegespräch eingeladen hatten Landrat Willi Marx und Stadtrat Harald Scherer. Wortführer waren Dr. Marieanne Ebsen-Lenz (Leitung Kreis-Volkshochschule, Lich), Joachim Velten (Bildungswerk Hessen-Metall) und WBS-Leiterin Margret Mühlig für die berufsbildenden Schulen.

Aktuell geht es den seit 2006 in einer Steuerungsgruppe gemeinsam agierenden Netzwerkern darum, in Wiesbaden eine Förderung zugesprochen zu bekommen; »wir hoffen auf einen knappen sechsstelligen Betrag«. Damit sollen in jeder der beteiligten Organisationen Bildungsberater geschult werden, die einerseits voneinander zu lernen haben und andererseits mittelfristig das in der Region vorhandene »ZLL«-Potenzial möglichst passgenau vermitteln sollen. Grundlage für eine Landesförderung ist eine 2008 von Prof. Dr. Michael Schemmann (Uni Gießen) erstellte wissenschaftliche Bestandserhebung und Analyse der regionalen Weiterbildungslandschaft. Die habe »einen Bedarf unserer Initiative« bestätigt, hieß es gestern.

Aber auch: In einem der nächsten Schritte »bedarf es einer Analyse des Bedarfs«. Und: »Wir müssen unsere Kompetenzen noch entwickeln« - ohne die Eigenständigkeit der Kooperationspartner aufzugeben.

Leistungsfähigkeit der Region ausbauen

Wie Zusammenarbeit heute bereits funktioniere, zeige ein Beispiel der Willy-Brandt-Schule: Die Kreis-Volkshochschule gebe dort - mit tatsächlichem Erfolg auf Schülerseite - Mathe-Stützkurse, kompensiere die aus Sparzwängen resultierenden Unterrichtsdefizite. Untersuchen müsse man das Angebot zum Erlangen von Hauptschulabschlüssen: Das brauchten nicht drei oder vier Einrichtungen machen, die dann jeweils über zu wenige Teilnehmer klagten.

Mühlig verwies auf ihre Antworten zur Raumfrage: An Spätnachmittagen und Abenden stehen Fachräume an berufsbildenden Schulen meist leer - die könne man fortan verstärkt zur Erwachsenen-(fort-)bildung nutzen.

Kommentar von Prof. Ulrich Vossebein, FH Gießen-Friedberg / Regionalmanagementverein »MitteHessen«: »Durch die starke Netzwerkstruktur, wird sich das ZLL Hessencampus Mittelhessen sehr gut in die bestehenden Bildungskooperationen in der Region einfügen. Hierbei kann, aufgrund der zu erwartenden Synergieffekte, die Leistungsfähigkeit der Region weiter ausgeweitet werden. Die sinnvolle und in der Region gewollte Zusammenarbeit im Weiterbildungssektor - ein Schwerpunkt des Regionalmanagements ›MitteHessen‹ - wird durch die Unterstützung des Landes intensiviert, wobei insbesondere der Bereich der Weiterbildungsberatung eine wichtige Rolle spielen wird.«

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