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Nabu-Aktive lernten »Vogel des Jahres« genauer kennen

Artikel vom 17.04.2009 - 18.25 Uhr

Nabu-Aktive lernten »Vogel des Jahres« genauer kennen

Vogelsbergkreis (au). Dieser Tage veranstaltete die Arbeitsgruppe Avifauna des NABU-Vogelsberg einen Vormittag zum Thema »Lebensraum Gewässer«. Bei dem Frühlingstreffen stellte die NABU-AG den »Vogel des Jahres 2009« vor.
Knapp 20 Teilnehmer fanden sich morgens um 8 Uhr zur Exkursion am Freizeitzentrum Lauterbach ein. Darunter waren auch einige neue Gesichter, wie AG-Leiter Axel Rockel erfreut feststellte. Zunächst führte der Weg entlang der Lauter durch einen typischen Lebensraum des Eisvogels. Der tropisch bunte Vogel ist ein Indikator (Zeiger) für naturnahe Gewässer. Er ernährt sich ausschließlich von Fischen, die er im Tauchstoß erbeutet.

Klare Mittelgebirgsbäche mit gutem Fischbesatz sind daher sein bevorzugter Biotop. Dass sich keiner der auffälligen Vögel an diesem Morgen zeigte, war wohl dem strengen Winter zu verdanken. Denn tiefe Temperaturen und vereiste Gewässer lassen die Eisvogelbestände regelrecht zusammenbrechen, wie Axel Rockel ausführte. Bis die Verluste ausgeglichen seien, dauere es erfahrungsgemäß einige Jahre. Dank mehrerer Jahresbruten und einer hohen Jungenzahl verkraften die Eisvögel solche Katastrophen allerdings relativ gut.

Womit sie dagegen gar nicht zu recht kämen, seien Verschmutzung, Ausbau und Begradigungen von Gewässern und Störungen zur Brutzeit. Dies habe in der Vergangenheit zum Rückgang der Eisvögel in weiten Teilen Mitteleuropas geführt. In unserem Mittelgebirge dagegen herrschten noch relativ günstige Bedingungen für den Vogel des Jahres. Das sei einer der Gründe für die Ausweisung großer Teile des Vogelsbergs als Vogelschutzgebiet. Weitere Arten die den gleichen Lebensraum teilten, seien Wasseramsel und Gebirgsstelze. Diese wurden von den Exkursionsteilnehmern aus nächster Nähe beobachtet. Ein Pärchen Stockenten erlaubte sogar den direkten Einblick ins Brutgeschäft.

Nach Abschluss der Wanderung entschädigte ein sehr schön bebilderter Vortrag im »Lauterbacher Hof«, für die entgangenen Eisvogelbeobachtungen. Alles Wissenswerte rund um den Jahresvogel wurde in kompakter Form präsentiert. Auch die Ausbringung künstlicher Niströhren wurde dabei angesprochen und am praktischen Beispiel vorgeführt.

Da die Verbreitung des Eisvogels nicht lückenlos dokumentiert ist, führt der NABU dieses Jahr eine Eisvogelkartierung durch. Der typische Lebensraum und die auffällige Färbung machen es auch Anfängern leicht, dabei mitzuarbeiten. Wer Interesse an der Natur hat, sich gerne draußen aufhält und etwas Zeit erübrigen kann, sollte mit dem NABU-Kreisverband Kontakt aufnehmen, telefonisch unter 06044-964862, Axel Rockel oder 06633-7732, Karl-Heinz Zobich.

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Artikel vom 17.04.2009 - 18.25 Uhr
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