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Kreis könnte 211 000 Euro sparen

Artikel vom 28.01.2010 - 01.00 Uhr

Kreis könnte 211 000 Euro sparen

Gießen (no). Seit vergangenen Montag sind die Öffnungszeiten der Mobilitätszentrale der anteilig kreiseigenen Verkehrsgesellschaft Oberhessen im Neuenweg in Gießen reduziert: Samstags bleibt das Geschäft ganz zu, und der »lange Donnerstag« fällt weg. Der Anfang vom Ende einer für die öffentliche Hand hoch defizitäre Einrichtung.
Folgt der Kreistag einem Vorschlag von VGO-Geschäftsführer Armin Klein, gibt das zum OVAG-Konzern zählende Unternehmen Ende September seine Standorte in der Innenstadt auf. Das genannte Ladengeschäft und in der Liebigstraße die Verwaltung. Das Kreis-Defizit am öffentlichen Nahverkehr - aktuell um die 500 000 Euro - ließe sich so jährlich um 211 000 Euro reduzieren.

Klein hatte dem Kreis seine Vorschläge am 3. Dezember in einem Brief an Verkehrsdezernent Siegfried Fricke (CDU) unterbreitet. Da hatte auch schon der Grünen-Antrag vorgelegen, eine Fusion der »Mobi-Zentren« von VGO und Stadtwerken zu prüfen. Und das hatte zuvor, laut Klein, bereits der Landesrechnungshof gefordert. Der in Friedberg am Konzernsitz agierende VGO-Chef bedauert in seinem Schreiben jedoch, dass es bis dahin nicht möglich gewesen sei, sich mit den Stadtwerken zu verständigen. Gesprochen habe man mit Manfred Siekmann (SWG) und Stadtbaurat Thomas Rausch (CDU). An ihnen seien »die Verhandlungen gescheitert«.

Das jährliche Einsparvolumen für den VGO-Laden im Neuenweg bezifferte Klein mit 185 000 Euro (Personal 140 000, Miete 35 000, Sachmittel, EDV etc. 20 000). Bereits verrechnet sind in dieser Summe 10 000 Euro Provisionen für Eisenbahn- und Veranstaltungskartenverkauf. Für das Personal schlägt der Geschäftsführer »sozialverträglichen Abbau über befistete Arbeitsverträge« vor (3,5 Stellen). Unbefristete Beschäftigte könnten in Friedberg oder Alsfeld in VGO-Geschäften übernommen werden.

Nachdem die VGO seit 2005/06 bei Ausschreibungen von mehr als 2,2 Millionen »Nutzwagenkilometern« an Privatunternehmen verloren hat - rund 80 Prozent des früheren Umsatzvolumens im Kreis Gießen -, könnte zum 30. September auch die Geschäftsstelle Liebigstraße hinfällig werden. Einsparvolumen: weitere 60 000 Euro. Drei VGO-Beschäftigte für Planung sowie Strecken- und Haltestellenmanagement müssten in die Liegenschaft der Kreisverwaltung Gießen am Riversplatz umgesetzt werden. Vom Gesamtsparvolumen (243 000 Euro) seien dem Kreis 211 000 Euro direkt anzurechnen.

Das Thema »Verhandlungen mit der Stadt Gießen ...« wird in der heutigen Sitzung des Kreistagsumweltausschusses öffentlich aufgerufen (17 Uhr, Riversplatz, Haus F / unterm Dach).

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