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Koalition gibt Marx bei Krankenhaus neuen Korb

Artikel vom 10.11.2009 - 20.06 Uhr

Koalition gibt Marx bei Krankenhaus neuen Korb

Vogelsbergkreis (ks). Landrat Rudolf Marx hatte sich Verstärkung eingeladen, doch es half nichts: Sein Antrag für eine gesellschaftsrechtliche Verflechtung des Alsfelder Kreiskrankenhauses mit dem Bad Hersfelder Klinikum wurde am Dienstag erneut abgeschmettert.
Die Ausschussmitglieder der Koalition aus CDU, FW und FDP beraten im Hintergrund, das Ergebnis konnte Landrat Rudolf Marx nicht
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Die Ausschussmitglieder der Koalition aus CDU, FW und FDP beraten im Hintergrund, das Ergebnis konnte Landrat Rudolf Marx nicht gefallen. Er hatte sich zur Verstärkung Jochen Metzner aus dem Gesundheitsministerium (2. v. rechts) und Horst Schnur (ganz rechts), beim Landkreistag für Gesundheitsfragen zuständig, eingeladen. (Foto: ks)
In der gemeinsamen Sitzung des Haupt-, Personal und Finanzausschusses des Kreistags und des Ausschusses für Jugend, Gesundheit und Soziales machten die Vertreter der Koalition aus CDU, FW und FDP in der Aula der Sparkasse Oberhessen in Lauterbach erneut Front gegen das Vorhaben. Damit scheint die Verflechtung vom Tisch - endgültig entscheiden wird am kommenden Montag der Kreistag, doch die Marschrichtung scheint klar. Rückendeckung erhielt CDU-Landrat Marx auch diesmal nur von den Sozialdemokraten.

Jochen Metzner, Referatsleiter für Krankenhausversorgung im hessischen Gesundheitsministerium, stellte heraus, das entsprechende Gesetz fordere Kooperationen und Zusammenschlüsse. Das Land gebe abereindeutig eine Bestandsgarantie für die Krankenhäuser Alsfeld, Lauterbach und Bad Hersfeld, »darüber brauchen Sie sich schon mal keine Gedanken zu machen.« Alle drei Häuser seien für eine orts- und bedarfsgerechte medizinische Versorgung als unverzichtbar erklärt worden. Allerdings sei der wirtschaftliche Druck auf die Krankenhäuser enorm gewachsen. Vor diesem Hintergrund wäre es ihm am liebsten, »wenn sich Alsfeld, Lauterbach und Hersfeld verflechten.«

Entscheidungen seien dann besser und zukunftsträchtiger zu treffen, etwa was das ärztliche Personal angehe. Und die dünne Besiedlung des Kreises zwinge dazu, sich mit anderen zusammenzutun.

Horst Schnur, Landrat a. D. des Odenwaldkreises, riet dringend zur Verflechtung. Er sprach von den »Marktprozessen«, denen die Krankenhäuser heute unterliegen. Durch eine Verflechtung gewinne man mehr Einkaufs- und Tarifmacht. Arbeitsplätzen könnten mit öffentlichen Tarifstrukturen erhalten werden. Zudem komme neues medizinisches Wissen schneller ans Alsfelder Haus, weil Hersfeld bei der Ärzteausbildung mit Universitäten zusammenarbeite. Damit eröffneten sich »ganze neue Behandlungsperspektiven.« Zudem schließe eine Kooperation Konkurrenz nicht aus, das gehe nur mit einer Verflechtung.

CDU, FW und FDP hatten zur Sitzung einen Alternativantrag vorgelegt. Statt Verflechtung solle ein »auf Zusammenarbeit hin orientierter Kooperationsvertrag« mit Bad Hersfeld geschlossen werden. Das Alsfelder Haus solle die verstärkte Kooperation mit anderen stationären Einrichtungen im Vogelsberg und anderen Landkreisen prüfen sowie die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten intensivieren. Dr. Hans Heuser (CDU) sagte, man wolle damit einen Mittelweg zwischen Kooperation und Verflechtung gehen. Der Antrag zur Verflechtung habe keine Mehrheit im Kreistag, »und auch nicht in der Bevölkerung.«

Die verstärkte Kooperation sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, so Kreistagsvorsitzender Ulrich Künz. Peter Zielinski (Grüne) meinte, es sei überhaupt nicht klar, warum eine Verflechtung besser als eine Kooperation sei. Es seien auch keine Alternativen zu Hersfeld geprüft worden. Er legte einen Änderungsantrag vor, nach dem der Kreistag zunächst ein Gutachten zur medizinischen Versorgung einholen soll. Ergebnisse sollten bis 30. September nächsten Jahres vorliegen.

Dr. Bernd Stumpf (FDP) meinte, eine Verflechtung sei »faktisch eine Übernahme«, es werde dann kein Weg mehr zurück führen, was der Landrat als falsch zurückwies.



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Artikel vom 10.11.2009 - 20.06 Uhr
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