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Kalaidjiev bringt das Hilfsprojekt »Musik statt Straße« auf den Weg

Artikel vom 17.02.2010 - 19.58 Uhr

Kalaidjiev bringt das Hilfsprojekt »Musik statt Straße« auf den Weg

Für eben solche Kinder sehen der Geiger und seine als Sozialpädagogin arbeitende Frau jetzt eine Perspektive. »Wir haben ein wunderbares Haus gefunden«, erzählen sie. Dort würden im Auftrag der Stadt Straßenkinder und Kinder aus sozial schwachen Familien betreut. Zweimal pro Woche könnten talentierte Kinder hier nun auch Musikunterricht und ein kräftigendes Essen bekommen, die sonst nie die Chance dazu hätten. »Wir dürfen die Räume nutzen, stellen aber alles andere selbst.« Unterstützung erfährt das Projekt durch Radka Kuseva. Die Leiterin der örtlichen Musikschule »Junge Virtuosen« ist mit dem Herzen bei der Sache. Sie und ihre Kollegen sprechen gezielt Kinder auf der Straße an, wählen sorgfältig aus und geben ihnen praktischen Unterricht an Geige, Gitarre, Akkordeon und Klavier. Dazu gehören auch Musiktheorie, Musizieren im Ensemble und bildende Kunst wie das Malen. »Alle arbeiteten für ein geringes Honorar, sodass wir mit 30 Euro pro Kind und Monat kalkulieren können. Vierzehn Kinder sind es schon, die seit letztem Herbst regelmäßig kommen.« Nur fürs Üben gebe es noch ein Handicap: »Dringend brauchen wir Leihinstrumente, die die Kinder mit nach Hause nehmen können.«

Musiker und Medien werden aktiv

Der Kreis der Unterstützer werde immer größer, und auch die Medien berichteten von der beispielhaften Initiative. So habe etwa Radio Sliven ein ausführliches Porträt ausgestrahlt, ist Kalaidjiev glücklich. Beistand erfahre das Projekt zudem durch das deutsche Journalistenehepaar Lange aus Gera: Die beiden sind vor einiger Zeit in die bulgarische Partnerstadt Sliven ausgewandert, von ihnen stammt auch der Vorschlag für den Projektnamen »Musik statt Straße«.

Dass das Kinderhilfsprojekt nach langer Vorbereitungszeit erfolgreich anlaufen konnte, sei der großzügigen Unterstützung in Gießen zu verdanken, verneigt sich Kalaidjiev insbesondere vor seinen Musikerkollegen von Studio Konzertante. Das Kammerorchester hatte anlässlich seines zehnjährigen Bestehens im vergangenen Sommer zum Benefizkonzert eingeladen. Es wurde ein Erfolg im ausverkauften Großen Saal des Stadttheaters, die Zuhörer waren begeistert und unterstützten die gute Sache.

»Alle Musiker hatten zugunsten der Kinder von Sliven auf ihr Honorar verzichtet, und zusammen mit den Spendeneinnahmen sind 1500 Euro auf das Projektkonto geflossen«, berichtet Kalaidjiev. Auch für die weitere Unterstützung sei er unendlich dankbar. »Das Schöne ist: Wir wissen, dass jeder Cent ankommt«, freuen sich allen voran Georgi und Maria für die Kinder von Sliven. Ihr Traum: Dass die jungen Musiker eines Tages eine Orchesterreise nach Deutschland antreten können. Annette Hausmanns





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Artikel vom 17.02.2010 - 19.58 Uhr
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