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Heizenergiebedarf deutlich geringer

Artikel vom 10.02.2010 - 03.00 Uhr

Heizenergiebedarf deutlich geringer

Gießen (pm/no). Äußerst lehrreich war dieser Tage die Umweltausschusssitzung des Kreistages, in der Fachbereichsleiter Mario Rohrmus (Schule, Bauen, Sport) gemeinsam mit Energiebewirtschafterin Wiebke Dreier und dem Kreis-Energiebeauftragten Wolfgang Kroll ausführlich darlegten, wie sich im vergangenen Jahrzehnt in den gut 50 Schulgebäuden des Landkreises der Bedarf an Energie verändert hat.
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© Kreisverwaltung Gießen
Beispiel Heizung: Reduzierung um 23 Prozent in den Jahren 2000 bis 2008 - trotz einer Zunahme der zu temperierenden Fläche um 12 000 Qzadratmeter. Der witterungsbereinigte Heizenergie-Kennwert reduzierte sich damit von 149 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr auf 109, was, laut Referenten, in etwa einem Verbrauch von elf Litern Heizöl oder elf Kubikmetern Erdgas pro Quadratmeter und Jahr. Der Strombedarf an den Kreis-Schulen reduzierte sich um neun Prozent, der spezifische Kennwert von 19 auf 16 kWh/m2/a. Kroll machte darauf aufmerksam, dass in der untersuchten Zeitspanne nach und nach die Ganztagsbetreuung ausgebaut wurde, dass es mehr und mehr Mensen und eine deutlich umfangreichere PC-Ausstattungen gebe.

Er verdeutlichte dies am Beispiel der Gesamtschule Laubach. Dort sei die tatsächliche Einsparung - trotz der fünf Modernisierungsabschnitte - aufgrund der genannten Veränderungen sowie des Baues von zwei Vier-Klassen-Pavillons und der vorübergehenden Aufstellung von elektrisch beheizter Container »weitestgehend aufgezehrt« worden.

Man hätte resignieren können angesichts der Tatsache, dass die tatsächlichen Energiekosten stiegen - trotz baulicher oder funktionaler Sparmaßnahmen. Struktureller Wandel in Schulalltag und Unterricht egalisierten die Bemühungen. Nicht zu vergessen der Anstieg der Energiepreise.

Umgekehrt: Hätte der Kreis nicht in verbrauchsmindernde Maßnahmen investiert, wären ihm die Kosten davongelaufen. Andere Landkreise hätten da, so Kroll, Ausgabensteigerungen um 50 Prozent zu verkraften.

In diesem Jahr wird, nach Aussagen der Verwaltung, der Aufwand für elektrische Energie sinken. Dies sei auch auf die Ausschreibung der Stromlieferung zurückzuführen, die übrigens auch die Gebäude des Landratsamtes am Riversplatz mit einschließt und von den Stadtwerken Gießen gewonnen worden war. Die voraussichtliche Gesamtsumme: 780 000 Euro; rund 45 000 Euro als kalkuliert.

Weiteres Invest-Beispiel, das in der Ausschusssitzung beschrieben wurde: Gesamtschule Hungen. Dort die Komplettsanierung der Heizzentrale einschließlich der energetischen Sanierung zweier Schulgebäude sowie Umstellung der Warmwasserbereitung in der Sporthalle. Heizenergie: minus 43 Prozent. Strombedarf: minus 23 Prozent. Laut Verwaltung »resultierend aus der optimierten Regelung und der Einsparung an Hilfsenergie für Pumpen und Stellantriebe«.



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