Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Übersicht »

Forscher: Die »zunehmende Ungleichheit« akzeptieren?

Artikel vom 16.01.2012 - 08.00 Uhr

Forscher: Die »zunehmende Ungleichheit« akzeptieren?

Vogelsbergkreis (ks). Eine Studie über die Zukunft der Dörfer kommt für den Vogelsberg zu wenig angenehmen Resultaten. Aber es gibt Orte, die besser abschneiden, so die Forscher.

Bevoelkerungentwicklung_VBKr_4c
Lupe - Artikelbild vergrössern
Karte der Bevölkerungsentwicklung in den Dörfern. Die mit dunkelroten Punkt markierten Orte haben deutlich Menschen verloren, die dunkelgrün markierten dazugewonnen.
Vogelsbergkreis (ks). »Die Zukunft der Dörfer« heißt eine Studie, die den Vogelsbergkreis mit dem thüringischen Landkreis Greiz vergleicht (die AZ berichtete). Demnach zeigt die Studie, dass auf der Grundlage einer Analyse des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung künftig ein Sechstel der Dörfer in einen »als besonders kritisch einzustufenden Risikobereich« fällt. Im Vogelsbergkreis erhalten aber auch immerhin rund 30 Prozent der Dörfer, in denen bis zu 500 Menschen leben, eine günstige Einschätzung ihrer Zukunftsfähigkeit. Die Einwohnerverluste dieser Orte lagen zwischen 2004 und 2010 im niedrigen einstelligen Bereich.

Bei der Analyse haben die beteiligten Mitarbeiter des Berlin-Instituts sogenannte Risikopunkte vergeben. Die höchste Zahl, also 15 bis 12 Risikopunkte haben folgende Vogelsberger Orte erhalten, die unter 500 Bewohnern haben: Vaitshein, Ober-Wegfurth, Unter-Sorg, Sichenhausen, Zeilbach, Radmühl, Hainbach, Metzlos-Gehaag, Hemmen, Wünschen-Moos, Eichenrod, Lehrbach, Windhausen, Höckersdorf, Bleidenrod, Holzmühl, Metzlos, Eulersdorf, Reimenrod, Fleschenbach, Rülfenrod.

Orte mit elf bis neun Risikopunkten sind demnach Elpenrod, Hopfmannsfeld, Feldkrücken, Wohnfeld, Dannenrod, Gunzenau, Fischbach, Otterbach, Höingen, Bobenhausen, Stumpertenrod, Götzen, Unter-Schwarz, Billertshausen, Gleimenhain, Kölzenhain, Hergersdorf, Ober-Sorg, Heisters, Ober-Breidenbach, Hopfgarten, Appenrod, Rebgeshain, Erbenhausen, Eichelhain, Bieben, Wettsassen, Volkartshain, Reinhards, Münch-Leusel,

Acht Risikopunkte erhielten Burkhards, Dirlammen, Rainrod, Michelbach, Elbenrod, Allmenrod, Seibelsdorf, Sandlofs, Kestrich, Salz, Strebendorf, Hartmannshain, Busenborn, Ilsdorf, Kaulstoß, Reuters, Zahmen, Nieder-Breidenbach, Schadges. Sieben Risikopunkte gab es für Ohmes, Meiches, Köddingen, Breungeshain, Nieder-Moos, Deckenbach, Schwabenrod, Helpershain, Bernsburg, Heidelbach, Reibertenrod, Wallersdorf, Ober-Seibertenrod, Hörgenau, Ober-Moos, Rimlos, Nösberts-Weidmoos, Nieder-Stoll, Renzendorf, Schlechtenwegen, Bannerod.

In den »besten« Bereich mit nur drei bis sechs Risikopunkten fallen laut der Studie Altenschlirf, Eudorf, Herchenhain, Wingershausen, Wahlen, Heblos, Vadenrod, Arnshain, Udenhausen, Ermenrod, Hartershausen, Üllershausen, Unter-Seibertenrod, Sickendorf, Haarhausen, Unterwegfurth, Liederbach, Crainfeld, Willofs, Rixfeld, Weidenau, Heimertshausen, Vockenrod, Steinfurt, Wernges, Schadenbach, Ützhausen, Reichlos,
Bernsfeld, Maulbach, Rimbach, Pfordt, Büßfeld, Fraurombach, Gontershausen und Bernshausen.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 16.01.2012 - 08.00 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Leserkommentare
(19.01.2012 15:24)
Peter Hartung
"Berlin-Institut"? Teil 2.
Die William and Flora Hewlett Foundation wurde 1966 von dem schwerreichen US-Unternehmer William Hewlett und seiner Frau Flora gegründet. Die Stiftung gilt mit einem Kapital 6,7 Milliarden Dollar als eine der größten Privatstiftungen der USA.
Müllers Eindruck ist: beim Berlin-Institut handelt es sich nicht um eine wissenschaftliche sondern um eine Public-Relations-Einrichtung.
Das Projekt „Die demografische Lage der Nation. Wie zukunftsfähig sind Deutschlands Regionen?“, auf dessen Ergebnissen die aufgeregte Debatte basiert, wurde unterstützt von der Robert Bosch Stiftung , der DKV Deutsche Krankenversicherung und der Software AG Stiftung.
Man kann unbedarfte oberhessische KommunalpolitikerInnen nur davor warnen, die so genannten Erkenntisse dieses Instituts ungeprüft zu übernehmen. Wem die Entwicklung der Region Oberhessenseit am Herzen liegt, kann auf solche "Studien" dankend verzichten.
Peter Hartung, Nidda
' Albrecht Müller ist ein sozialdemokratischer Publizist und Volkswirt. Er schrieb Reden für Karl Schiller und Willy Brandt und gibt heute die Nachdenkseiten heraus www.nachdenkseiten.de
(19.01.2012 15:19)
Peter Hartung
Wer ist das "Berlin-Institut"?
Wer ist das Berlin-Institut überhaupt und wie wissenschaftlich fundiert sind dessen Studien, dass ein solches Medienecho gerechtfertigt ist, fragte vor kurzem der Publizist Albrecht Müller.
Der von der “Stuttgarter Zeitung” als “Bevölkerungswissenschaftler” ausgewiesene Institutsleiter Dr. Reiner Klingholz sei dies mitnichten, behauptet Müller. Der 52-jährige ist studierter Chemiker und promovierte über makromolekulare DNS-Strukturen. Später arbeitete er als Wissenschaftsredakteur der “Zeit” und Redaktionsleiter von Geo-Wissen.
Lediglich der einzige (!) wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts, Steffen Kröhnert, befasse sich nach seiner mehrjährigen Berufstätigkeit als Tischler während eines Studiums der Sozialwissenschaften mit dem Thema Bevölkerungswissenschaft.
Offenbar ist das genug wissenschaftliche Reputation, um in den Medien als Kronzeuge für weitere massive Einschnitte zum Beispiel in die Rentenversicherung zitiert zu werden.
Oder mit der Forderung: "Die Standards für die technische Infrastruktur, zu der beispielsweise Wasser- und Abwasser zählen, müssten der Realität angepasst werden. Was soll das denn heißen? Hausbrunnen mit Eimer und Kurbel? Plumpsklo im Hof?
Das Startkapital des Berlin-Instituts stammt von der weithin unbekannten Falk- und Marlene-Reichenbach-Stiftung. Von Beginn an wird das Institut von der Hewlett Foundation institutionell gefördert. Die William and Flora Hewlett Foundation wurde 1966 von dem schwerreichen US-Unternehmer William Hewlet
(18.01.2012 13:26)
Peter Hartung
Widerspruch
Den neoliberalen Herrschaften vom Berliner Institut ist heftig zu widersprechen. So, hätten Sie es gerne. Aber Ungleichheit ist ja ihr Geschäft. Nein, eine zunehmende Ungleichheit der regionalen Lebensbedingungen darf politisch NICHT akzeptiert werden. Es gibt eine Fülle von Modellvorhaben und umsetzbare Strategien zur Entwicklung der ländlichen Räume: Energiedörfer, Direktvermarktung, Nahversorgung, Dorfentwicklung usw. usf. Ich verweise an dieser Stelle auf die Informationen und Konzepte des BMELV:
http://www.bmelv.de/DE/Landwirtschaft/Laendliche-Raeume/laendliche-raeume_node.html
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang