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Ein »Quantensprung« für die Arbeit in Kommunalarchiven

Artikel vom 20.08.2012 - 23.38 Uhr

Ein »Quantensprung« für die Arbeit in Kommunalarchiven

Gießen (us). Wer in manchen Archiven im Landkreis forschen will, kann seit Kurzem seine Recherchen zu Hause beginnen: Eine neue Datenbank erschließt die Findbücher von sieben Städten und Gemeinden.

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Die alten Findbücher gibt es noch, ihr Inhalt ist jetzt aber auch über eine Datenbank erschlossen. Fernwald, Grünberg, Hungen, Lich, Lollar, Pohlheim und Reiskirchen haben in einem gemeinsamen Projekt die Archivarbeit erleichtert. Die Beteiligten stellten das Projekt gemeinsam mit Landrätin Anita Schneider und Kreisarchivarin Sabine Raßner vor. (Foto: us)
Fernwald, Grünberg, Hungen, Lich, Lollar, Pohlheim und Reiskirchen haben unter Federführung von Kreisarchivarin Sabine Raßner 54 Archivverzeichnisse mit insgesamt 129 000 Verzeichnungseinheiten digitalisieren lassen und öffentlich zugänglich gemacht. Rund drei Jahre hat das Ganze gedauert. Nun ist die »Retrokonversion archivischer Findmittel« abgeschlossen, ein nach Ansicht von Landrätin Anita Schneider »einzigartiges und beispielhaftes« Projekt und eine »unversiegbare Quelle«, die einen Zeitraum vom 14. Jahrhundert bis in die 1980er Jahre umfasst.

Archivarbeit bedeutete bislang: viele Wege, viel Geduld, viel Staub. Mühsam musste man suchen, um herauszufinden, wo interessante Quellen überhaupt lagern. Insofern bedeutet die Erschließung von Findbüchern über eine Datenbank einen »Quantensprung«, wie der Gießener Stadtarchivar Dr. Ludwig Brake am Freitag bei einem Treffen aller Beteiligten in der Kreisverwaltung anmerkte. Wer forschen will, dem bleibt der Weg ins Archiv zwar nicht erspart, aber er kann im Vorfeld bequem von zu Hause aus nachschauen, was in welchem Archiv zu finden ist. Praktisch ist auch eine Schlagwort-Suche, mit der man sich einen Überblick über die Quellen, die zu einem bestimmten Thema vorhanden sind, verschaffen kann – und zwar für alle Archive auf einmal.

Details der Retrokonversion erläuterte Kreisarchivarin Raßner, die sich, wie die Landrätin ausdrücklich erwähnte, bei der Beantragung von Fördermitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft erfolgreich ins Zeug gelegt hatte. Letztlich konnten die 121 000 Euro, die bewilligt worden waren, gar nicht ausgeschöpft werden.

Es bleibt immer noch genug zu tun



Der Auftrag für die Digitalisierung ging, wie Raßner berichtete, nach der Ausschreibung an eine Berliner Firma. Die erfassten Daten mussten anschließend in die Augias-Datenbank des Kreisarchivs eingepflegt werden. Sie wurden bei dieser Gelegenheit überprüft, korrigiert und aktualisiert. Außerdem musste den unterschiedlich geführten Findbücher eine einheitliche Systematik übergestülpt werden.

Das gesamte Projekt schlug mit 125 000 Euro zu Buche. Rund zwei Drittel, 85 000 Euro, stellte die Deutsche Forschungsgemeinschaft zur Verfügung. 10 000 Euro steuerte der Kreis bei, die restlichen 30 000 Euro die beteiligten Kommunen, deren Vertreter bei der Präsentation im Landratsamt den Stellenwert, den die Archivarbeit bei ihnen genießt, betonten.



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Artikel vom 20.08.2012 - 23.38 Uhr
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