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Bilderbuchtage in Gießens Innenstadt erfolgreich

Artikel vom 29.08.2010 - 20.46 Uhr

Bilderbuchtage in Gießens Innenstadt erfolgreich

Nach dem Vorlesen fragt Blecker nach, was sich die kleinen Zuhörer gemerkt haben. »Viele sind aber schon auf Zack und wissen, worum es geht.« Was er von den Bilderbuchtagen hält? »Es ist eine schöne Idee, das im öffentlichen Raum zu machen«, betont er. »So erreicht man vielleicht noch mehr Kinder und ihre Eltern.«

Etwas abseits der Passantenströme im Theaterpark sitzen die Erzieherin Regina Appel und die Verwaltungsfachangestellte Eva Salzmann. »Ich mache als Lesepatin mit, weil ich eine Vorliebe für Kinder und Kinderbücher habe«, sagt Appel. »Bücher kann man im Gegensatz zu einem Computerspiel anfassen und auch mal über den Einband streicheln.« Salzmann fügt hinzu: »Es geht darum, Eltern und Kindern die Buchkultur wieder ein Stück weit näherzubringen.« Außerdem könnten Erwachsene ihrem Nachwuchs Themen wie Freundschaft, aber auch Trauer mit Büchern leichter vermitteln, betont Appel.

Während sich die Kinder in der Innenstadt zurücklehnen können, rauchen in den Redaktionsräumen der »Gießener Allgemeinen« die Köpfe. Zusammen mit Redakteurin Nora Brökers bauen 20 Nachwuchsjournalisten eine Ausgabe der AZ-Kinderseite »Meine Seite«. Dafür muss erst geklärt werden, wo die Nachrichten überhaupt herkommen, wie eine Seite aufgebaut wird und was dort alles Platz finden muss.

Aufmacher - also der Artikel oben auf der Seite - soll ein Bericht über das Unwetter in Nordrhein-Westfalen werden. »Wie könnte die Überschrift lauten?«, fragt Brökers in die Runde. Die Finger schnellen hoch. »NRW wird zu Venedig«, sagt ein Mädchen. Die Gruppe kichert. Ein anderes ruft: »In NRW hat es viel geregnet.« Die Redakteurin nickt: »Ihr seid richtige Vollblutjournalisten.« Am Ende halten die Nachwuchsschreiber ihre Arbeit ausgedruckt in den Händen.

Nach Abschluss der Bilderbuchtage zeigt sich Organisator Uwe Lischper zufrieden mit der Premiere. »Vor allem dank des Wetters ist es ein Erfolg gewesen«, sagt er. »Die Veranstaltungen waren gut besucht, wobei die einzelnen Lesestationen unterschiedlich frequentiert wurden.« Es sei ein Wagnis gewesen, das Gros der Veranstaltungen am Samstag »in einer Zeit des Konsums« stattfinden zu lassen. »Aber es zeigt sich, dass Eltern auch dann Zeit für ihre Kinder finden.« Lischper betont, dass die Kinderbuchtage keine Kaufaufforderung, sondern ein Appell an die Eltern seien, Kinder ans Lesen heranzuführen. »Denn das ist eine Leistung und schafft ein Gemeinschaftsgefühl.« Kays Al-Khanak



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Artikel vom 29.08.2010 - 20.46 Uhr
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