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Bauern fordern faire Preise

Artikel vom 03.01.2010 - 17.58 Uhr

Bauern fordern faire Preise

Gießen/Hungen (pm). Zu einer verantwortungsvollen Preisgestaltung wird der Lebensmitteleinzelhandel aufgerufen. »Die Bauern kommen ihrer Verantwortung in der Versorgung ihrer Mitbürger mit hochwertigen, gesunden Nahrungsmitteln nach«, stellt der Vorsitzende des Bauernverbandes Gießen / Wetzlar /Dill, Manfred Paul (Hungen) fest. Doch solche Versorgungssicherheit und Qualität sei nicht zum Nulltarif zu erhalten.
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Gießen/Hungen (pm). Mit den vom ihm erzeugten Nahrungsmitteln konnte ein Landwirt im Jahre 1900 etwa vier Personen ernähren. 1950 ernährte ein Landwirt zehn Menschen, im Jahre 2007 sogar 133. Dies sei einem enormen technischen Fortschritt und der innovativen Weiterentwicklung der deutschen Landwirtschaft zu verdanken: »Die Bauern kommen ihrer Verantwortung in der Versorgung ihrer Mitbürger mit hochwertigen, gesunden Nahrungsmitteln nach«, stellt der Vorsitzende des Bauernverbandes Gießen / Wetzlar /Dill, Manfred Paul (Hungen) fest. Doch solche Versorgungssicherheit und Qualität sei nicht zum Nulltarif zu erhalten. Der Bauernverband fordert deshalb die Verarbeiter und den Lebensmitteleinzelhandel zu einer verantwortungsvollen Preisgestaltung auf. Hochwertige landwirtschaftliche Produkte, die unter hohen Umwelt- und Tierschutzstandards erzeugt werden, müssten »ihren Preis« haben, so Manfred Paul. Die zwölf Preissenkungen bei Lebensmitteln im Vorjahr dürften 2010 nicht fortgesetzt werden, wolle man Bauernfamilien nicht ihre Existenz vernichten. Das charakteristische Bild der Kulturlandschaften, die durch bäuerliche Hand geschaffen und gepflegt werden, werde durch Existenz vernichtende Erzeugerpreise gefährdet.

Immer mehr Menschen werden von einem Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche ernährt. Der Hektar-Ertrag für Weizen z. B. lag vor 100 Jahren bei 18,5 Dezitonnen. 2009 lag der Hektar-Ertrag mit 77,8 Dezitonnen mehr als viermal so hoch. Dank der erheblichen Ertragssteigerungen durch Züchtung und Anbautechnik »wachsen« heute auf einem Hektar Weizen mit rund 74 Doppelzentner Ertrag etwa 9250 Mischbrote à 1 Kilogramm. Das Mehl von 800 Gramm Weizen reicht zum Backen von einem Kilo Brot.

Die enorme Erzeugungssteigerung hat ihre Ursachen unter anderem in der Mechanisierung der Landwirtschaft. Arbeitskräfte wurden durch arbeitssparende Betriebsmittel, vor allem Maschinen, ersetzt. Heute bestimmen immer mehr Informations- und Kommunikationstechniken den Technikeinsatz in der Landwirtschaft. Jede Milchkuh in Deutschland gibt heute im Schnitt pro Tag 19 Liter Milch und versorgt so 22 Bundesbürger mit Frischmilch und Milchprodukten. Paul: »Im langfristigen Vergleich zeigt sich eine enorme Steigerung des Wohlstandes der Verbraucher. Vor 100 Jahren betrug der Anteil der Ausgaben für Nahrungs- und Genussmittel am gesamten Konsum noch etwa 50 Prozent; heute beträgt dieser Anteil nur 15 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich Qualität und Verarbeitung der Nahrungsmittel enorm verbessert haben.«

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Artikel vom 03.01.2010 - 17.58 Uhr
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