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Bajazz hüpfte wieder durch Straßen

Artikel vom 23.02.2009 - 19.50 Uhr

Bajazz hüpfte wieder durch Straßen

Herbstein (au). Für Bajazz Benjamin I., Regent der Fastnacht von Herbstein, sein Tiroler Pärchen und die fünf weiteren Pärchen des in Deutschland einzigartigen Springerzuges galt es am Montagmorgen noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, denn auf sie wartete durchaus eine gewisse sportliche Herausforderung.
Ein Riesenspektakel herrschte wieder rund um den Springerzug durch Herbstein. 	(Fotos: au)
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Ein Riesenspektakel herrschte wieder rund um den Springerzug durch Herbstein. (Fotos: au)
Herbstein (au). Für Bajazz Benjamin I., Regent der Fastnacht von Herbstein, sein Tiroler Pärchen und die fünf weiteren Pärchen des in Deutschland einzigartigen Springerzuges galt es am Montagmorgen noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, denn auf sie wartete durchaus eine gewisse sportliche Herausforderung: Der Sprungtanz nämlich, der sie an der Spitze des Rosenmontagsumzuges etwa vier Stunden lang und 3,5 Kilometer durch die Straßen von Herbstein führte. Mit einem lauten »Fertig- Drei-Vier« des Bajazz setzte in den frühen Morgenstunden die Musikkappelle ein und der Zug setzte sich vom Vereinsheim aus in Bewegung.

Es war ein imposanter närrischer Zug, der sich durch die Stadt auf dem Berge schlängelte. Angeführt von einer Reitergruppe folgten der Elferrat, die Musikkappelle und der Springerzug, flankiert von den Gardisten, dem FVH-Ballett und den Fahnenträgern. Dazwischen fanden sich immer wieder die Traditionsfiguren wie Siebpferdchen, Storch und der Erbsenstrohbär, sie gehören zu den ältesten Figuren der Herbsteiner Foaselt. Bajazz Traud hatte die höchste Ehre diesmal übrigens für »schlappe« 410 Euro ersteigert, in vorangegangen Jahren waren schon weiter höhere Preise erzielt worden. Über 20 Wagen und unzählige Fußgruppen folgten danach. Die Vorbereitungszeit beträgt bei manchen Gruppen ein ganzes Jahr. Dass es sich jedoch gelohnt hatte, zeigte sich auf dem Weg durch die Stadt am Beifall der Zuschauer. Dschungelcamp, Haremswagen, Bayern-Fan-Club, Brauereiwagen, ein Beitrag zur Feinstaubplakette und Piraten waren vertreten. Scharfe Kritik in Richtung Stadt gab es vom Motivwagen »Weihnachtsmarkt« herunter. Denn dieser sei viel zu kurz gewesen: »In vier Stund, es ist zum Lachen, ist doch kein Geschäft zu machen« stand darauf geschrieben - und außer Glühwein, Wurst mit Weck hätte es sonst nichts gegeben. Nicht nur die Herbsteiner Narren waren im Zug vertreten, sondern auch die Stadtteile und Nachbargemeinden beteiligten sich an dem Riesenspektakel.

Im Verlauf des Umzugs machte der Zug immer wieder vor den Haustüren der Geschäftsleute einen kurzen Halt. Diese werden zum Rosenmontagsball eingeladen, der Bajazz tanzt mit der Hausherrin oder deren Tochter und der Springerzug zeigt seine Künste. Zur Honorierung dieses Aufspielens erfolgt eine ansehnliche Spende in die Kasse. An größeren Kreuzungen befanden sich sogenannte Ausspielwagen als Wikingerschiff oder mit einem riesengroßen goldenen Bambi, auf denen Geschäftsleute, deren Wohnhaus nicht an der Strecke des Umzuges liegt, aufgespielt bekommen.

Der Abschluss war in der Mittagszeit am Marktplatz. Dort wartete Bürgermeister Bernhard Ziegler mit einer ganzen Anzahl Prominenter aus Politik und Wirtschaft. Ende und Abschluss des Zugs war wenig später am »Haus des Gastes«. Zum Finale wurde der Bajazz mit seinem Springerzug von der Narrenschar begrüßt und zeigte noch einmal seine höchsten Sprünge. Der Brauch des Springerzugs geht bis in das 17. Jahrhundert zurück. 1952, bei der Gründung der Fastnachtsvereinigung, wurde er durch Tiroler Gastarbeiter, die das vom Krieg zerstörte Herbstein wieder aufbauen halfen, in Erinnerung gerufen.

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Artikel vom 23.02.2009 - 19.50 Uhr
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