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Ärzte und Kreise wollen Versorgung verbessern

Artikel vom 09.10.2009 - 20.57 Uhr

Ärzte und Kreise wollen Versorgung verbessern

Vogelsbergkreis (pm). »Das ist ein wichtiger Schritt, für die ausreichende ärztliche Versorgung der Menschen im ländlichen Raum gemeinsam Verantwortung zu übernehmen,« kommentierte Landrat Rudolf Marx (CDU) die neue Kooperationsvereinbarung zwischen dem Hessischen Landkreistag (HLT) und der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV), die vor Kurzem in Wiesbaden unterzeichnet wurde.
Die KV vertritt die Interessen der niedergelassenen Ärzte, der HLT bündelt die Interessen der 21 hessischen Landkreise. Marx hatte sich als Präsidiumsmitgied des HLT seit einem Jahr mehrfach dafür eingesetzt, »das Thema ganz weit oben auf die Tagesordnung zu setzen«.

Die Bevölkerung müsse sich einer stabilen medizinischen Versorgung vom Krankenhaus bis zum Hausarzt sicher sein. Gerade für junge Ärzte müsse es attraktiver werden, im ländlichen Raum zu arbeiten. Eine gute ärztliche Versorgung sei für ihn ein Bestandteil einer »gelingenden Demografiepolitik«, sagte Marx. Die Vereinbarung der Zusammenarbeit ist unterzeichnet von Landrat Alfred Jakoubek, dem Präsidenten des Landkreistages, und von Dr. Margita Bert, Präsidentin der Kassenärztlichen Vereinigung.

HLT und KV wollen nun ausloten, mit welchen Maßnahmen dem drohenden Ärztemangel spürbar entgegengewirkt werden kann. Unter anderem könnten »Anreizsysteme für neue Landärzte« ebenso eine Rolle spielen wie die Prüfung von Synergien der Bereiche ambulant/stationär durch neue Angebote des Klinikverbundes Hessen, zu dessen Mitgliedern die Uniklinik Frankfurt, das Städtische Klinikum Fulda und weitere 28 kommunale Krankenhäuser, darunter das Vogelsberger Kreiskrankenhaus in Alsfeld als Gründungsmitglied, gehören.

Wie Marx erläuterte, haben die Landkreise den Auftrag, die Krankenhausversorgung sicherzustellen. Das habe ihn bewogen, »unser kommunales Krankenhaus in Alsfeld zukunftsfest« machen zu wollen. Im zweiten wichtigen Bereich obliege der Kassenärztlichen Vereinigung die Bedarfsplanung zur Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung.

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten wollen die Kooperationspartner nun prüfen, berichtet der Landrat, mit welchen Maßnahmen dem drohenden Ärztemangel im ländlichen Raum entgegen gewirkt werden kann. Sowohl die Weiterentwicklung der Bedarfsplanung zur Berücksichtigung örtlicher Besonderheiten für die vertragsärztliche Versorgung als auch eine stärkere Verzahnung zwischen ambulanten und stationären Angeboten unter Beteiligung des Klinikverbundes Hessen kommen nach ihrer Auffassung dafür in Betracht. Als weitere Möglichkeit wollen sie die Reduzierung der Belastungen der Ärzte im ärztlichen Bereitschaftsdienst, die Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin sowie die Schaffung eines Anreizsystems für die Übernahme von Landarztpraxen in ihre Prüfungen mit einbeziehen. Darüber hinaus stehen eine verbesserte Werbung, Beratung und Betreuung niederlassungswilliger Ärzte sowie die Einrichtung von Gesundheitskonferenzen auf Landkreisebene im Fokus ihrer Untersuchungen.

Eine Lenkungsgruppe auf Landesebene soll diesen Prozess begleiten. Hierbei soll eine enge Abstimmung mit dem Hessischen Gesundheits-Ministerium, der Landesärztekammer, dem Städtetag sowie dem Städte- und Gemeindebund erfolgen, sich Rudolf Marx über den Erfolg seines Vorstoßes beim Landkreistag.

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Artikel vom 09.10.2009 - 20.57 Uhr
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