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72 Euro ernähren ein Schulkind ein Jahr lang

Artikel vom 13.03.2010 - 10.00 Uhr

72 Euro ernähren ein Schulkind ein Jahr lang

Vogelsbergkreis (pm). Die siebenjährige Manya lebt mit ihren Eltern und ihren beiden jüngeren Schwestern in Mamalakandam, einer Siedlung in den Urwäldern Indiens. Dort ernährt sich die Familie davon, Schilf zu schneiden.
Spende für Schulausbildung südindischer Kinder: Winfriede Fuhrmann (Dekanat Alsfeld), Margit Spengler (Dek. Nidda), Martin Bande
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Spende für Schulausbildung südindischer Kinder: Winfriede Fuhrmann (Dekanat Alsfeld), Margit Spengler (Dek. Nidda), Martin Bandel (Dekanat Vogelsberg), Bischof Dr. K.G. Daniel (East Kerala), Markus Christ (Dekanat Büdingen), Renate Klingelhöfer (Dekanat Nidda). (Foto: pm)
Dies reicht aber nicht für den Lebensunterhalt, zumal das Schilfschneiden eine Saisonarbeit ist. Für Manya ist die Situation besonders schwer: als älteste Tochter wird sie einmal für ihre Eltern und ihre Schwestern sorgen müssen. In der Schulausbildung, die durch die oberhessische Partnerdiözese East Kerala bereitgestellt wird, liegt die größte Zukunftschance des hinduistischen Mädchens. »Bildung ist der einzige Ausweg aus dem Kreislauf der Armut«, sagt Bischof Dr. K.J. Daniel.

Anlässlich der Amtseinführung des neuen Propstes von Oberhessen, Matthias Schmidt aus dem Partner-Dekanat Vogelsberg, ist der südindische Geistliche nach Deutschland gereist. Bis zu seinem Rückflug am 15. März besucht Bischof Daniel seine Partnerdekanate Alsfeld, Vogelsberg (Lauterbach), Nidda und Büdingen.

Die indische Diözese unterhält einige eigene Grundschulen. Die derzeitige Regierung Keralas untersagt jedoch weitere nicht-staatliche Schulgründungen. Zugleich aber sorgt sie nicht selbst für eine flächendeckende Schulversorgung, insbesondere bei den Urwaldbewohnern. Deswegen hat die Diözese East Kerala Hostels eingerichtet: einfache Unterkünfte in der Nähe bestehender Grundschulen. Hier haben die Kinder ein Zuhause, erhalten Kleidung und Verpflegung und können vor allem in den nahe gelegenen Grundschulen eine grundständige Bildung erhalten. Damit steigen die Chancen der Kinder auf eine bezahlte Arbeitsstelle und somit auch die Perspektiven für die Altersversorgung ihrer Eltern.

120 Hostel-Plätze werden von den oberhessischen Partnerdekanaten über Spendengelder finanziert. Die Kirchengemeinden der Dekanate haben im Vorjahr kräftig gesammelt. So konnte dem indischen Gast bei der Tagung des gemeinsamen Partnerschaftsausschuss am Montag ein Scheck über 9600 Euro überreicht werden. Gemeinsam mit einer weiteren Spende des Kindergottesdienstes in Storndorf wird Daniel die Heimreise mit insgesamt 10000 € antreten.

»6000 Euro sollen in die dringend erforderliche Renovierung der Hostels fließen, 4000 Euro werden für individuelle Notleistungen, z.B. für den Einkauf von Nahrungsmittel oder die Finanzierung von Operationen bereitgestellt«, erklärte Pfarrer Martin Bandel die Zweckbestimmung der Spende. Im November hatten sich zehn Delegierte in Indien vom Erfolg des Hostelprojektes überzeugen können. »Wir waren erstaunt über die Leistungsfähigkeit der primary schools, die in ihrem Lerntempo zum Teil unseren Grundschulen voraus sind«, berichtete der Alsfelder Bildungsreferent Ralf Müller. Zu sehen war auch die erbärmliche Ausstattung der Hostels: besser zwar als die Hütten der Familien, dennoch aber dringend sanierungsbedürftig. Dies dürfte mit der Spende nun zu realisieren sein, bestätigt Bischof Daniel dem Partnerschaftsausschuss.



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Artikel vom 13.03.2010 - 10.00 Uhr
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