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280 000 Asylsuchende in Deutschland im vergangenen Jahr

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Artikel vom 11.01.2017 - 16.13 Uhr

280 000 Asylsuchende in Deutschland im vergangenen Jahr

Auch die Bearbeitungsdauer sei verringert worden, auf zwei Monate im Schnitt. Entsprechende Kritik an den Asylverfahren sei «erledigt», so de Maizière. Alle Flüchtlinge seien registriert, Doppelidentitäten gebe es nicht mehr, erklärte Weise. Der Schutz vor Asylbetrug sei «wesentlich verbessert» worden.

Die Schutzquote lag im Vorjahr nach Angaben de Maizières bei 62 Prozent. Die größte Gruppe unter den Schutzsuchenden stellen derzeit die Syrer (36 Prozent), in deren Heimatland ein Krieg tobt, dessen Ende noch nicht absehbar ist. Zu den Hauptherkunftsländern zählten 2016 außerdem Afghanistan (17 Prozent) und der Irak (13 Prozent).

Das Thema der Integration dieser Menschen «wird uns über viele Jahre beschäftigen - alle staatlichen Ebenen», fügte der Minister hinzu. Bei Integrationskursen gebe es aber schon einen «gewaltigen Aufwuchs». Nach dem offiziellen Verteilschlüssel stellten die meisten Asylbewerber ihren Erstantrag in Nordrhein-Westfalen (rund 197 000), es folgten Baden-Württemberg (knapp 85 000), Niedersachsen (83 000) und Bayern (82 000).

De Maizière verwies darauf, dass auch die Rückkehrerzahlen aus Deutschland in die Herkunftsländer 2016 gestiegen seien, es gab etwa 55 000 Freiwillige (2014: 13 000; 2015: 25 000) und 25 000 Abschiebungen. Das sei «sehr viel - viel mehr als je zuvor», es müssten aber noch mehr werden.

Kritik kam von der Linkspartei und der Flüchtlingsorganisation Pro Asyl. Linke-Parteichef Bernd Riexinger sagte: «Die stark gesunkenen Zahlen der Asylsuchenden in Deutschland bedeuten leider nicht, dass im letzten Jahr weniger Menschen gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. Man sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass geschlossene Grenzen irgendwelche Probleme dauerhaft gelöst hätten.»



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Artikel vom 11.01.2017 - 16.13 Uhr
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Leserkommentare
(11.01.2017 18:26)
bogen
Zahlenspiele
Es ist eigentlich zweitrangig wieviele Menschen letztes Jahr zu uns gekommen sind. Relevant ist, ob diese Menschen integrierbar sind und ob unser Arbeits- und vor allem Sozialsystem die Menschen auf Dauer verkraftet. Derzeit muss man diese Frage verneinen! Auch die Wirtschaft, die zu Beginn den Blödsinn von den zahlreichen Facharbeitern in die Welt gesetzt hat, die gibt sich mittlerweile bedeckt. Aus Flüchtlingen hat man innerhalb eines Jahres eben keinen hochqualifizierten Facharbeiter geformt. Nicht wenn weit mehr als die Hälfte der Flüchtlinge gar keine adäquate Ausbildung haben.
Der Schutz dieser Menschen hat Vorrang, nur muss man auch so ehrlich sein, dass unser System die Last kaum tragen kann und andere Länder sich weiterhin ducken, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht, bzw. die Flüchtlinge selbst lieber nach Deutschland als nach Polen, die Slowakei und Irland wollen. Wann wurde das Flüchtlingsverfahren eigentlich zum Wunschkonzert?
In den nächsten drei bis fünf Jahren wird sich am Flüchtlingszustrum sicher nichts ändern und die Integrationsprogramme werden auch weiterhin laufen. Die Frage ist eher, was danach kommt? Diese Menschen brauchen eine Perspektive. Aber die kann man nur mit jahrzehntelanger Betreuung schaffen. Man braucht keine prophetische Ader, um einen exorbitanten Anstieg von Sozialleistungen auf das System zurollen zu sehen. Aber das ist ja noch Jahre hin und interessiert den Politiker von heute nicht...
(11.01.2017 14:18)
Cosmos
Asylsuchende in Deutschland
Es sind noch zu viele, 80000 würden auch reichen.
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