Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Technik »

Wiener Kritiker wollen Facebook weiter Druck machen

Artikel vom 07.02.2012 - 14.13 Uhr

Wiener Kritiker wollen Facebook weiter Druck machen

Wien (dpa) - Der Wiener Jurastudent Max Schrems hat sich als Kritiker des weltgrößten Online-Netzwerks Facebook auch international einen Namen gemacht. Jetzt kamen Facebook-Vertreter nach Österreich, um mit ihm zu reden. Die Seiten zeigen sich freundlich, aber unnachgiebig.
Zwar zeigten sich beide Seiten nach einem Treffen in Wien vorerst zufrieden. Schrems, der Facebook seit einem Jahr zu mehr Datenschutz zwingen will, sagte am Dienstag, das Unternehmen habe am Montag bekräftigt, bis Ende März erste Verbesserungen einzuführen. Das Thema sei damit aber noch lange nicht vom Tisch, weil die Liste der Forderungen lang sei. Facebook sprach von einem «konstruktiven Treffen».

Schrems kündigte an, mit seiner Kritikergruppe Europe-v-Facebook weiterhin bei der Datenschutzbehörde in Irland eine reguläre Entscheidung zu dem Thema zu verlangen. In Irland hat Facebook sein europäisches Hauptquartier und die Datenschutzlage wurde auch erst kürzlich von der dortigen Behörde überprüft. Dabei gab es zwar diverse Anregungen für Nachbesserungen, insgesamt wurden von den Iren aber keine Verstöße festgestellt.

Wichtig seien besonders drei Punkte, sagte Schrems: Die Nutzer müssten der Verwendung ihrer Daten aktiv und erkennbar zustimmen. Bisher verstecke Facebook einen winzigen Widerspruchs-Button unten auf einer Seite und argumentiere, wer nicht ausdrücklich widerspreche, stimme zu. Zweitens müsse das Löschen von Einträgen tatsächlich Löschen bedeuten. Derzeit speichere Facebook von den Nutzern gelöschte Daten weiterhin. Teilweise werde das mit «technischen Problemen» begründet, so Schrems.

Erst am Montag wurde ein neuer Fall bekannt, bei dem sich bereits eigentlich gelöschte Fotos auch nach drei Jahren noch wiederfanden. Facebook sprach nach dem Bericht des Technologie-Blogs «Ars Technica» von einem Fehler in einem vor einigen Jahren eingesetzten Speichersystem.

Schrems hatte im vergangenen Jahr die über ihn bei Facebook gespeicherten Daten angefordert und auf einer CD 1200 Seiten erhalten - darunter auch eigentlich längst gelöschte Informationen.

Seine dritte Hauptforderung ist, die Nutzer müssten genau und präzise informiert werden, was mit ihren Daten geschieht. Schrems gab zu, es sei schwer zu kontrollieren, ob Facebook sich an Versprechen und an die Datenschutzgesetze halte. «Das ist das größte Problem, weil wir nicht in die Computer der anderen reinsehen können.»



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 07.02.2012 - 14.13 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang