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Softwarefirma Teamviewer - Das Einhorn von Göppingen

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Artikel vom 05.01.2017 - 08.28 Uhr

Softwarefirma Teamviewer - Das Einhorn von Göppingen

Göppingen (dpa) - Wer nicht an Einhörner glaubt, der sollte einen Blick in den ehemaligen Sitz der Kreissparkasse Göppingen werfen. Dort werden schon lange keine Sparverträge mehr abgeschlossen. Hier, mitten in der schwäbischen Provinz, sitzt Teamviewer - einer der größten Softwarehersteller der Republik. Die Fernwartungssoftware ist nach Unternehmensangaben in über 30 Sprachen verfügbar und auf 400 Millionen Geräten aktiv. Aber vor allem: Teamviewer wird mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet - was die Firma zu einem sogenannten Einhorn macht.
TeamViewer GmbH
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Die Firmenzentrale der TeamViewer GmbH im baden-württembergischen Göppingen. Foto: Christoph Schmidt
© dpa
Mit Teamviewer können sich EDV-Experten oder Kollegen auf einen fremden Computer schalten und Probleme beheben. Die schwäbische Software ist weltweiter Standard in der Fernwartung geworden. Damit lassen sich nach Angaben des Konzerns auch Schneekanonen fernsteuern, Fischfarmen oder Windräder.

Geschäftsführer Andreas König ist ein Zahlenfan - und strotzt vor Selbstbewusstsein. «Wo andere über Tausende reden, reden wir gleich von Millionen», sagt er. Weit mehr als eine Milliarde Mal installiert, 10 Millionen Downloads pro Monat, täglich 750 000 neue Lizenzen, rattert er die Bilanz herunter. «Wir sind ein brutal von Zahlen getriebenes Unternehmen. «Brutal», das Wort nutzt König gern. Genauso wie Usability, Geschwindigkeit, Innovation. «Wir haben Zahlen, dass einem schwindlig wird», sagt er.

Sonst tummeln sich die Einhörner der Software-Branche wie Google in den USA. König betrachtet seine Firma aber als ebenbürtiges Mitglied im Milliarden-Club. «Wir spielen in der Größenordnung von Twitter und Ähnlichem», sagt König. Er fühlt sich wohl im ehemaligen Sparkassengebäude in Göppingen. «Es hat ein spezielles Flair», sagt er. Auf seinem Schreibtisch steht ein kleines Hirnmodell aus Plastik, auf dem Tisch liegt eine schwäbische Butterbrezel.

Hier testen sie Alpha- und Beta-Versionen der Software, betreuen die Kunden. Knallbunte Wände trennen die Arbeitsplätze, Konferenzräume sind im Stil von Hipsterkneipen mit Sesseln und Tapeten geschmückt oder ganz im Stil des Actionfilms Matrix gestaltet. Auf dem «Sales Floor» sprechen aufgeregte Stimmen in verschiedenen Sprachen in Telefonhörer. An jedem Tisch hängt eine Flagge. 50 verschiedene Nationalitäten sind bei Teamviewer zuhause.

Das Geschäft der deutschen Softwareanbieter wuchs nach Angaben des Branchenverbands Bitkom 2016 um 6,2 Prozent auf 21,6 Milliarden Euro. Neben SAP, der Software AG und Teamviewer gebe es viele kleine, die man nicht sehe. Besonders der Kampf um Talente sei ein Problem der Branche. In Städten wie Hamburg oder München kämen viele Start-ups, Programmierer und Kapitalgeber auf einem Fleck zusammen. Umso bemerkenswerter sei das Wachstum von Teamviewer in der Provinz. «Das war nicht die hippe Berlin-Gründung, sondern eher ein in Standort, der nicht so im Fokus steht», sagt Bitkom-Experte Christian Rietz.



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Artikel vom 05.01.2017 - 08.28 Uhr
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