Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Technik »

Deutsche Online-Netzwerke: Im Schatten von Facebook

Artikel vom 08.02.2012 - 12.53 Uhr

Deutsche Online-Netzwerke: Im Schatten von Facebook

Berlin (dpa) - Facebook, Facebook, immer wieder Facebook: Das Online-Netzwerk von Mark Zuckerberg macht seit Monaten Schlagzeilen ohne Ende. Um die deutschen Konkurrenten der Plattform ist es dagegen still geworden.
Facebook
Lupe - Artikelbild vergrössern
Alle reden über Facebook - aber was ist eigentlich mit StudiVZ oder Wer-kennt-wen? Die deutschen Online-Netzwerke suchen sich Nischen, um gegen den schier übermächtigen Konkurrenten zu bestehen. Foto: Jochen Lübke
© dpa
Das liegt nicht nur an dem nahenden Mega-Börsengang des großen Rivalen. StudiVZ, Wer-kennt-wen und Lokalisten laufen die Nutzer davon. Eine Umkehr dieses Trends ist nicht abzusehen, zumal mit Google+ ein weiterer Spieler um die Aufmerksamkeit der Nutzer rangelt.

Besonders hart trifft es die VZ-Netzwerke. Die Reichweite von StudiVZ, SchülerVZ und FreundeVZ ist binnen eines Jahres dramatisch gesunken, im Dezember verzeichnete das Trio nur noch 77 Millionen Seitenaufrufe (Visits), ein Minus von fast 80 Prozent.

StudiVZ und SchülerVZ hatten die Online-Netzwerke in Deutschland beliebt gemacht, waren über Jahre die Nummer 1. Doch mit dem hohen Innovationstempo von Facebook kam das deutlich kleinere Team nicht mit - und auch der Verweis auf den guten Datenschutz zog bei den Nutzern nicht. So fand sich die Holtzbrinck-Tochter damit ab, nur ein Nischenanbieter zu sein: «Wir glauben nicht, dass die Nutzer von Facebook zurückkommen. Wir müssen uns auf die konzentrieren, die noch da sind», sagte der damalige VZ-Chef Clemens Riedl im September bei einem Interview mit dem Blog «Basic Thinking».

Das Unternehmen versucht seitdem einen Neustart - mit einem überarbeiteten Design und Zusatzfunktionen wie einem Gruppenchat. Die Nutzer - laut AGOF waren von den 16 Millionen registrierten im Oktober 5,9 Millionen aktiv - können sich über ein Bewertungssystem und Feedback-Optionen zu Wort melden. Im zweiten Quartal soll der Umbau abgeschlossen sein. Neben der Umgestaltung werde derzeit eine strategische Neuausrichtung «intensiv geplant», erklärt das Unternehmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dabei gehe es vor allem darum, «neue Zielgruppen zu erreichen». Wo genau diese Nische sein soll, ist also noch offen. Immerhin: Die VZ-Netzwerke arbeiten nach eigenen Angaben an der Gewinnschwelle.

Im langen Schatten des Marktführers steht auch Wer-kennt-wen (WKW), das sich wie die VZ-Netzwerke als Freundschaftsplattform für Privatnutzer sieht. Die Zahl der Seitenaufrufe hat sich in einem Jahr halbiert, im Dezember waren es nur noch 76 Millionen. 5,1 Millionen Nutzer waren laut der derzeit aktuellen AGOF-Statistik vom Oktober 2011 aktiv. Die Abwanderung vieler Nutzer zu Facebook sei nicht einfach zu verkraften, sagt eine Sprecherin der RTL-Tochter - immerhin sei man aber im Vergleich zu anderen deutschen Netzwerken relativ stabil.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 08.02.2012 - 12.53 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang